In diesen Tagen sorgt die Documenta Fifteen (18. Juni bis 25. September 2022 in Kassel) für gehöriges Aufsehen. Die Ausstellungsmacher hatten es nämlich gewagt, ein Kunstwerk mit Kritik am mörderischsten Geheimdienst der Welt, dem israelischen MOSSAD zu veröffentlichen und zudem keine israelischen Künstler eingeladen. Und schon schäumt die sakrosankte Öffentlichkeit, die immer noch die berechtigte Kritik an der israelischen Politik mit dem Vorwurf des Anti-Semitismus belegt – mir als Nachfahren der gechwister Scholl wird bei dieser unseligen Gleichsetzung immer speiübel. Sei es drum, sie haben sich mal wieder durchgesetzt und das inkriminierte Kunstwerk ist zugehängt. Zeit sich den wirklich wichtigen Inhalten zuzuwenden, denn Piranha Records kooperiert mit der diesjährigen Documenta Fifteen und veröffentlichte das Debütalbum „Sovereign Murders“ des Muslim Black Metal-Act HAZEEN weltweit als Vinyl-LP und digital am 17.06.2022 im Vertrieb von !K7 Music.

Hazeen wurde 2018 als Duo von dem in Sydney lebenden Künstler, Musiker und Autoren Safdar Ahmed (Gesang und Gitarre) und Can Yalcinkaya (Schlagzeug und Darbouka) gegründet. Safdar Ahmed stellt als Künstler der Documenta Fifteen eine audiovisuelle Dokumentation über den iranisch-kurdischen Flüchtling und Thrash-Metal Gitarristen Kazem Kazemi aus und ist dort auch zur Eröffnung mit Hazeen als Musiker gemeinsam mit Can Yalcinkaya live aufgetreten.  Außerdem wird Hazeen beim Wacken Open Air im Rahmen des United Metal Nations Programm auftreten.

Safdar Ahmed kommentiert:

“Für unser erstes Album ‘Sovereign Murders’ haben wir mit Kian Dayani (Bass und Daf-Trommel) und dem kurdisch-iranischen Metal-Gitarristen Kazem Kazemi zusammengearbeitet, der sechs Jahre lang als Flüchtling im australischen Offshore-Gefangenenlager auf Manus Island festgehalten wurde. Unsere Musik thematisiert das sich ausbreitende Feld von Rassismus, Islamophobie und Bigotterie in der heutigen Welt und setzt sich kritisch mit in der Gesellschaft verankerten Vorurteilen und Angstprojektionen gegenüber Muslimen im Allgemeinen und Flüchtlingen im Besonderen auseinander. Musikalisch verbindet „Sovereign Murders“ die Energie von Underground-Metal mit Elementen orientalischer Perkussion. Die Vinyl-LP mit neun Titeln in 180 g und der full-color-Ausführung erscheint als aufklappbares Gatefold-Album in limitierter Auflage von 1000 Stück mit einem 20-seitigen Comic-ZINE in Kollaboration mit dem gemeinnützigen Refugee Art Projekt von Safdar Ahmed, welches in Sydney Flüchtlinge muslimischer Herkunft unterstützt.
Unter folgendem Link gibt es die Möglichkeit in das Album hinein zu hören:  https://www.piranha.de/piranha_arts_ag/hazeen/sovereign_murders
Und hier ist noch ein Trailer zum Album, das in Zusammenarbeit mit Kazem Kazemi, Alia Ardon und Can Yalcinkaya entstanden ist, bestehend aus einer Videoinstallation, einem Zine und dem Hazeen-Debütalbum: https://youtu.be/TJpIqK3mgiQ

Angekündigt wurde mir HAZEEN als Muslim Black Metal-Act, und nein, sie  sind weder furchterregend noch garstig wie wie jetzt manche meinen mögen. Ihr neues Album „Sovereign Murders“ veröffentlicht das Duo Safdar Ahmed und Can Yalcinkaya, welches die Band 2018 in Sydney lebend gründeten, und seine Mitstreiter über das Berliner Piranha-Label und sorgten durch die ganzen Umstände für gehörig Lärm und viel Aufsehen. Also, durchaus interessant, aber schafft die Band es, das mit ihrem Album „Sovereign Murders“ zu untermauern? Also widmen wir uns der Musik. „The Cult Is Real“ kommt angenehm rüber, das Album durchzieht klanglich ein echter Underground-Charme. Garstige Vocals, melodische Gitarren, Mensch lehnt sich zurück und hört einfach zu anstatt den Exorzisten zu rufen. Folkige orientalisch klingende Gesänge begleiten das doomig bis psychedelisch klingende „ Dearthcrust Zikr“. „Manus Hell“ kommt herrlich bis teuflisch daher.  „Dead Heart“ mit einem richtig schönen Drive, der natürlich von bösen Voocals unterlegt ist. Hier wird auch die Gitarrenarbeit mal spannend und stimmig, die dann wieder blumigen Melodien Platz macht. Ungeachtet der nicht gerade fröhlichen Texte rutscht einem immer mal wieder ein Schmunzeln raus. Wer bei HAZEEN Angst hat, der glaubt auch an das Fegefeuer. Auch der Titelsong kommt wieder mit leicht doomigem Drive, und ist unterlegt wird er mit reichlich Sprachsamples. „Lysistrata“ schließlich überrascht mit wunderschönen Hippie-Vibes und nimmt endgültig die Angt, es kommt so etwas wie ‚Peace, Love & Happiness‘ der 70er auf. Welche herausragende Sängerin hier die Vocals beisteuert, kann ich leider nicht sagen, da mss ich unbedingt noch nachforschen. Nach diesem gelungenen Ausflug in die Hochzeit der Friedensbewegung kommt „Only The Dead“ wieder herrlich böse rüber. Hier zickt auch die vorher so zart singende Frauenstimme im Hintergrund rum. „Armidas Song“ fasst die Elemente der vorherigen Songs nochmal zusammen, und abgeschlossen wird dieses gelungene Album mit dem versöhnlichen „The Fox“. „Sovereign Murders“ ist kein typisches Black Metal Album, sondern ein Vielfaches mehr, es macht richtig Spaß und erreicht durch seine Botschaft auch das Hirn. Wer auf echten Black Metal steht, der/die wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Die Boshaftigkeit, die manche Songs mitbringen, wird immer wieder erhellt von schönen, teils hippiesken Klängen. Was HAZEEN jedoch erreichen, ist zu unterhalten und gleichzeitig zum Denken anzuregen. Dass das Album passend nur auf Vinyl und digital erscheint, dürfte Mensch als logisch ansehen, so werden die Brücken von den 70ern in die Jetztzeit geschlagen. Die Vinyl-LP mit full-color-Ausführung kommt als aufklappbares Gatefold-Album in limitierter Auflage von 1000 Stück mit einem 20-seitigen Comic-Zine in Kollaboration mit dem gemeinnützigen Refugee Art Projekt von Safdar Ahmed, welches in Sydney Flüchtlinge muslimischer Herkunft unterstützt. Und was bleibt, neben der Musik haben sie auch was zu sagen. Denn Ahmed ist Gründungsmitglied des Refugee Art Projekt, einer Non-Profit-Organisation, für die er seit 2011 Kunst-Workshops für Geflüchtete und Asylsuchende im Villawood Immigration Detention Centre und West-Sydney anbietet. Er gehört außerdem eleven an, einem Kollektiv muslimisch-australischer KünstlerInnen und AutorInnen. Can Yalcinkaya ist ein türkisch-australischer Akademiker für Medienwissenschaften und Karikaturist. Er ist ein aktiver Teilnehmer an der Zine-, alternativen Comic- und Underground-Musikszene in der Türkei und Australien. Er ist Gründer und Herausgeber des politischen Comic-Kollektivs Dirençizgiroman (ResistComics), einer von der Occupy-Gezi-Park-Bewegung in der Türkei inspirierten Gemeinschaft. Kian Dayani ist Student der Neurowissenschaften in Sydney und Kazem Kazemi ist ein iranisch-kurdischer Gitarrist, der als junger Mann in der iranischen Underground-Musikszene Heavy Metal spielte. Er kam 2013 auf der Suche nach Asyl nach Australien und war sechs Jahre lang im australischen Offshore-Gefangenenlager auf Manus Island inhaftiert, bevor er für zwei Jahre in das Onshore-Gefangenenlager in Brisbane verlegt wurde. Zu erzählen haben die Jungs also einiges. Und ich freue mich auf mehr von diesem außergewöhnlichen Projekt zu hören. 

Mehr Infos unter:
https://www.piranha.de/piranha_arts_ag/hazeen/sovereign_murders
https://www.instagram.com/hazeenmetal/
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