Mit ihrem am 10. Juni 2022 erschienen 15. Studioalbum belegen KREATOR eindrucksvoll, warum sie heute die einzig verbliebene Thrash-Metal-Band von Weltrang sind. „Hate Über Alles“ ist zu gleichen Teilen heiliges High-Energy-Geballer direkt aus dem Herzen der Bestie, wie präzise auf den Punkt getextete Zeitgeistdiagnostik. Ein Leviathan des Thrash-Metal! Es war der britische Philosoph Thomas Hobbes, der 1651 mit „Leviathan“ eine staatsphilosophische Schrift veröffentlichte, die bis heute prägend für das Selbstverständnis moderner Demokratien ist. „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“, lautet der Kernsatz dieser Schrift. Grob zusammengefasst ist „Leviathan“ nicht zuletzt ein Plädoyer, jene Ressource zu nutzen, die den Menschen letztlich vom Wolf unterscheidet: den Verstand. Nun stellt sich natürlich die Frage, was einen Text, der sich vor Jahrhunderten vor dem Hintergrund eines Bürgerkriegs für die Überwindung von gesellschaftlichen Gräben eingesetzt hat, mit dem neuen Album einer legendären Thrash-Metal-Band verbindet. Die Antwort lautet: eine Menge, wenn es sich um ein neues Album von Kreator handelt. Aus dem ewigen Ringen mit den Abgründen der menschlichen Natur destilliert diese Band traditionell ihre besten Songs. Seit der Gründung von Kreator hat Mille Petrozza unter anderem gegen Homophobie im Metal, religiösen Fanatismus oder die Macht totalitärer Ideologien gewettert. „Hate is the virus of this world“, shouted er nun im Titelsong von „Hate Über Alles“, zugleich die erste Single. Und weil man sich in kritischen Lebenslagen an den Rat von Experten halten soll, liegt natürlich nichts näher, als in der aktuellen Situation Mille Petrozza zuzuhören, einem ausgewiesenen Fachmann für Wut, Hass und die Schattenseiten der menschlichen Existenz. Mit dem roten Faden des neuen und 15. Kreator-Werks „Hate Über Alles“ bringt Petrozza tatsächlich vieles auf den Punkt, was aktuell Gesellschaften zu zerfetzen und ein verträgliches Miteinander unmöglich zu machen droht. Das Virus, von dem Petrozza spricht, ist der Hass in den sozialen Medien, die Verrohung des Diskurses, der Vormarsch totalitärer Ideologien. „Die Leute schreien sich nur noch an und gehen sich direkt an die Gurgel“, sagt Mille. „So wird Hass zum Druckmittel: ‚Wenn ihr nicht macht, was wir sagen, wählen wir AFD‘. Die Politik lässt sich dadurch unter Druck setzen, womit sie diese Bewegungen nur stärker macht.“ An dieser Stelle sollte vielleicht eingeschoben werden, dass sämtliche bekannten Metal-Schreitechniken in der Musik von Kreator selbstverständlich weiterhin das Mittel der Wahl sind, Mille bringt es auf „Hate Über Alles“ diesbezüglich zu wahrer Meisterschaft, er platzt förmlich vor Energie. Aber die Wut und der Ärger in seinen Texten und der Musik von Kreator hatten bei Petrozza schon immer ihre Ursachen im ganz reellen Miteinander auf dem Planeten Erde. Und auf diesem bewegen wir uns aktuell eher voneinander weg als aufeinander zu – in einer dauerhaft überdrehenden Empörungsspirale aus Cybermobbing, Fake News und der mangelnden Bereitschaft, Argumente außerhalb der eigenen Echokammer überhaupt noch zur Kenntnis zu nehmen. Bis da irgendwann wirklich nichts mehr ist als purer Hass – „Hate Über Alles“ eben. Ein Titel, den man natürlich direkt als Hommage an die Dead Kennedys und deren satirisch angehauchte, antifaschistische Hymne „California über alles“ erkennt. Klare Kante und ein Blick weit über den vermeintlichen Metal-Tellerrand hinaus sind bezeichnend für Kreator, seit die Jugendfreunde Jürgen ‘Ventor‘ Reil und Mille Petrozza 1982 zum ersten Mal unter dem Namen Tyrant zusammen Musik gemacht haben, spätestens aber als 1985 das Kreator-Debüt „Endless Pain“ erschien. Vier Dekaden später erreichte die Band mit „Gods Of Violence“ (2017) zum ersten Mal die Spitze der deutschen Albumcharts, zuletzt erschien mit der Box „Under The Guillotine“ eine Werkschau der frühen Jahre. Nach einer gigantischen Welt-Tour, die auf dem Live-Album „London Apocalypticon – Live at The Roundhouse“ dokumentiert wurde, erschien im März 2020 noch die Single „666 – World Divided“. „Hate Über Alles“ belegt nun eindrucksvoll, wie Kreator in ihrer Beschäftigung mit den Abgründen der menschlichen Existenz über die Jahre immer präziser und wirkungsvoller geworden sind. Eigentlich hätte das Album bereits im Anschluss an eine im Frühjahr 2020 geplante Europa-Tour erscheinen sollen, aber natürlich mussten auch Kreator ihren Tribut an die Pandemie zahlen. Man hört dem hochmelodischen, auf den Punkt ausbalancierten Straight-in-your-Face-Metal auf „Hate Über Alles“ aber nun eindrucksvoll an, dass sich das Warten mehr als gelohnt hat. Zumal Kreator die zusätzliche Extrazeit genutzt haben: Weil er ein wahrer Getriebener seiner eigenen Kunst ist und es auch 2022 absolut nichts gibt, was dieser Mann lieber macht, als neue Songs zu schreiben, hatte Mille bereits nach dem Ende der letzten Tour daheim begonnen, erste Ideen zu skizzieren und mit dem Smartphone festzuhalten. Im Sommer 2019 hat er diese frühen Skizzen dann mit dem Produzenten Markus Ganter in Berlin ausgearbeitet. Nachdem die solchermaßen entstandenen Demos anschließend mit Ventor sowie Sami Yli-Sirniö (Gitarre) und dem 2019 für Christian ‘Speesy‘ Giesler hinzugekommenen Bassisten Frédéric Leclercq (Ex DragonForce) weiter verfeinert wurden und danach erst die erste, dann die zweite Tour verschoben werden musste, haben Kreator einfach weitergemacht, um die frische Energie der Songs nicht zu verlieren. „Wir haben das Album verschoben, weil wir unbedingt auch touren wollen, wenn wir neue Musik veröffentlichen“, sagt Mille. Also gab es mehrere Session-Blöcke mit der ganzen Band – und zwischendurch doch noch ein paar Europa-Konzerte. Unter anderem spielten Kreator beim britischen Bloodstock-Festival, wo sie selbst die zehntägige Quarantäne nach der Einreise für ein weiteres Song-Bootcamp genutzt haben. Nicht immer wird Kunst durch zusätzliche Zeit besser, aber in diesem Fall ist es durch eine Mischung aus konstanter Verdichtung mit aufgestauter Live-Energie tatsächlich gelungen, die Essenz von Kreator freizulegen. Die Band hat einfach so lange jedes überflüssige Gramm Fett weggenommen, bis nur noch der Kern, das wild schlagende Herz dieser Band da war. „Musikalisch wollte ich ein bisschen greifbarer und kompakter werden“, sagt Mille. „Wir wollten eingängige Songs schreiben, die die Leute live feiern können. Im Thrash oder generell im Metal sind vermeintliche Genre-Regeln bisweilen wichtiger als die Qualität der Songs. Mir persönlich ist das Genre im Grunde aber egal, es gibt nur gute und schlechte Songs.“ „Hate Über Alles“ versammelt nun ein paar besonders gelungene: Das Album beginnt mit dem Ennio Morricone zur Ehre gereichenden Intro „Sergio Corbucci is Dead“, das mit Unterstützung der italienischen Band Fleshgod Apocalypse entstand. Nun ist der „Django“-Regisseur Corbucci natürlich schon sehr lange verstorben, aber es schadet absolut nicht, hin und wieder an ihn zu erinnern – und nicht immer nur an Sergio Leone, wie bei ItaloWestern-Referenzen im Metal üblich. Nach dieser idealtypischen Einleitung gehen Kreator direkt von null auf hundert und hauen uns den beschriebenen Titelsong um die Ohren, mit einem Refrain, den man einmal hört und nicht mehr vergisst, was außerdem für die perfekt arrangierten Twin Guitars gilt, die überhaupt ein zentrales Merkmal dieses Albums sind. Auch bei dem folgenden „Killer Of Jesus“ fällt einem die enorme Spielfreude auf, man spürt mit jeder Faser, dass Kreator sich nach der Bühne verzehren – und wie sehr „Hate Über Alles“ von der daraus entstehenden fiebrigen Energie profitiert. So präsentiert sich die aktuelle Besetzung als ein perfekt harmonierendes Ensemble, in das sich Frédéric Leclercq kongenial einfügt. Bis hierhin ist es ein einziger Sturm und Drang. Erst mit dem übermächtigen „Crush The Tyrants“ gönnen Kreator uns eine kleine Atempause, ehe sie mit dem erhabenen „Strongest Of The Strong“ in die Hits-für-die-Ewigkeit-Abteilung des Album einbiegen. In dem Epos „Become Immortal“ erzählt Mille zu gregorianischen Chören und permanent an- und abschwellender Dynamik von den frühen Ruhrpott-Tagen, als er als Sohn eines kalabrischen Vaters und einer aus der DDR emigrierten Mutter mit damals sogenannten Gastarbeiterkindern im Bergarbeitermilieu aufwuchs – und Metal als Ticket aus der Tristesse erkannte. Ebenso wie das folgende „Conquer And Destroy“ – mit Special Guest Drangsal, der außerdem im Intro zu hören ist – sowie das abwechselnd halsbrecherisch und elegische „Midnight Sun“ – mit der fantastischen Indie-Pop-Sängerin Sofia Portanet – gehört dieser Song zum Besten, was Kreator jemals veröffentlicht haben. Vor allem wird spätestens hier überdeutlich klar, wie sehr Kreator immer noch für die Kunstform Album brennen. „Hate Über Alles“ verfolgt eine perfekte Spannungskurve und ist vom ersten Sturm über den elegischeren Mittelteil bis zum großen Finale mit dem Klimaschutz-Plädoyer „Dying Planet“ ein Album wie aus einem Guss. Abgesehen von dem Berliner Künstler Eliran Kantor, der unter anderem für Testament, Soulfly und Hatebreed gearbeitet hat und mit dem Mille ein Cover-Artwork konzipiert hat, das die Themen des Albums kongenial visualisiert, sind unbedingt noch weitere Co-Stars zu nennen: Nach zwei Alben mit Jens Bogren haben Kreator „Hate Über Alles“ mit dem amerikanischen Produzenten Arthur Rizk aufgenommen. „Arthur ist mir durch seine Arbeit mit Ghostemane und Power Trip aufgefallen“, sagt Mille. „Wir wollten einfach mal wieder etwas anderes versuchen und nachdem wir uns im Rahmen eines Kreator-Konzerts bei ihm in Philadelphia zum Essen trafen, haben wir uns gleich auf Anhieb wunderbar verstanden.“ Arthur Rizk ist ein leidenschaftlicher Musik-Enthusiast, dem Performance und Gesamtgefühl wichtiger sind als Technik und polierte Oberflächen – und das hört man auch. Als irgendwann alles fertig und maximal ausgedrechselt war, haben Kreator „Hate Über Alles“ im Berliner Studio Wong und den Hansa Studios aufgenommen, einem der letzten legendären Studios alter Prägung. Nick Cave, David Bowie, Depeche Mode oder U2 haben hier wegweisende Alben aufgenommen: „Das Hansa Studio hat einen ganz besonderen Vibe“, sagt Mille. „Man spürt den Hauch der Geschichte, das hat den Aufnahmen automatisch etwas Weihevolles verliehen.“ Es ist natürlich kein Wunder, dass einer wie Mille Petrozza sich in einem Studio mit solchen Referenzen ebenso wohlfühlt wie beim Wacken Open Air oder beim Tocotronic-Konzert. Mille bleibt ein Wandler zwischen den Welten, dessen Kosmos weit über seine Szene hinausgeht, das zeigt sich nicht zuletzt in der Auswahl der FeatureGäste. Vermeintliche Gegensätze ziehen ihn an – vom Ox-Fanzine zur Süddeutschen Zeitung, von Thrash bis Yoga, von Essen bis Hollywood. PROMOTIONAL CONTACTS GSA: info@checkyourhead.de Australia: john@nuclearblast.de BeNeLux: jaap@nuclearblast.de Finland: silke@nuclearblast.de France: valerie@jmtconsulting.fr Sweden: darren.edwards@warnermusic.com UK: joe@nuclearblast.co.uk USA: charley@cosanostrapr.com Rest: mailto:arne@nuclearblast.de „Selbstverständlich bin ich trotzdem in der Metal-Szene zu Hause, das ginge auch gar nicht anders“, sagt er. „Ich muss auch immer wieder eine Lanze für diese Szene und ihre Menschen brechen. Generell bin ich davon abgesehen aber gar nicht unbedingt so der Szenetyp, sondern in erster Linie Musikfan. Diese ganzen Genrebegriffe haben wenig mit der Realität zu tun, das sind Marketingbegriffe, die erfunden wurden, damit die Leute sich im Plattenladen zurechtfinden.“ Mille Petrozza und Kreator ist das Kunststück gelungen, nicht abzustumpfen oder zu kapitulieren. Sie sind auch deshalb heute noch so aufregend und relevant, weil sie die meisten Fehler nicht gemacht haben, die man als verdiente Thrash-Metal-Band in den vergangenen Jahrzehnten machen konnte. Metal-Freunde kennen den Leviathan natürlich eher als mythologischen Dämon, als von Thomas Hobbes. „My journey has just begun“, singt nun Mille in „Become Immortal“. Die dämonischen Horden des Teufels sind in der Überzahl, so ist es, so war es immer. Kreator müssen also wirklich unsterblich werden – und mit „Hate Über Alles“ haben sie diesbezüglich einen gewaltigen Schritt gemacht. BUY HERE: https://kreator.bfan.link/hate-uber-alles

KREATOR Live 2022
FESTIVALS
18th Jun – Finland – METAL CAPITAL FEST
24th Jun – France – HELLFEST
26th Jun – Italy – ROCK THE CASTLE
30th Jun – Portugal – VOA HEAVY ROCK FESTIVAL
1st Jul – Germany – RUHRPOTT RODEO
03rd Jul – Finland – TUSKA
04th Aug – Spain – LEYENDAS DEL ROCK
19th Aug – France – MOTOCULTOR FESTIVAL
20th Aug – Netherlands – DYNAMO METAL FEST
23rd Sep – Mexico – MEXICO METAL FEST
CLUB SHOWS
9th Aug – Slovenia – Cvetličarna
w/ Lamb Of God, Cattle Decapitation, Blood Incantation
10th Aug – Hungary – Budapest, Baba Negra Track
w/ Lamb Of God, Cattle Decapitation, Blood Incantation
State Of Unrest Tour 2022
KREATOR | LAMB OF GOD with guests: Thy Art is Murder & Gatecreeper
18th Nov – Denmark – COPENHAGEN, Forum Black Box
19th Nov – Sweden – STOCKHOLM, Fryshuset Arenan
21st Nov – Finland – OULU, Teatria
22nd Nov – Finland – HELSINKI, Ice Hall Black Box
24th Nov – Poland – WARSAW, Stodola
26th Nov – Germany – MUNICH, Zenith
27th Nov – Germany – BERLIN, Columbiahalle
29th Nov – Netherlands – TILBURG, 013
30th Nov – Belgium – BRUSSELS, AB
02nd Dec – Germany – LUDWIGSBURG, MHP Arena
03rd Dec – Germany – ESSEN, Grugahalle
04th Dec – Germany – SAARBRÜCKEN, Saarlandhalle
06th Dec – Spain – MADRID, Riviera
07th Dec – Spain – BARCELONA, Razzmatazz
09th Dec – Germany – WIESBADEN, Schlachthof
10th Dec – Germany – HAMBURG, Edel Optics Arena
11th Dec – Germany – LEIPZIG, Haus Auensee
13th Dec – UK – LONDON, O2 Academy Brixton
14th Dec – UK – GLASGOW, O2 Academy
15th Dec – UK – BIRMINGHAM, O2 Academy
16th Dec – UK – BRISTOL, O2 Academy
18th Dec – UK – MANCHESTER, Academy
20th Dec – France – PARIS, L’Olympia
21st Dec – Switzerland – ZURICH, Samsung Hall
TICKETS: https://www.stateofunresttour.com/ 

Video:  “BECOME IMMORTAL”: https://youtu.be/P6GrO1Xng4w

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