Fotos: Janet, James Rexrodt

Die Gegend um Portland im US-Bundesstaat Oregon zählt zu den Kreativ-Zentren der US-Indie-Szene. Hierher (oder zumindest aus dieser Ecke) stammen Band wie Sleater-Kinney, Portugal, The Man oder Chromatics, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. In der Band Slang finden nun einige Musiker aus diesem Landstrich zusammen, die die dortige Indie-Szene bereits nachhaltig prägten. Slangs Debüt “Cockroach in a Ghost Town” erscheint am 27.5. auf dem Kultlabel Kill Rock Stars, Redeye / Bertus Musikvertrieb. Dieses Debüt von Slang ist eine Naturgewalt, die scheinbar aus dem Nichts kam. Songwriter, Sänger und Gitarrist Drew Grow und Schlagzeugerin und Sängerin Janet Weiss gründeten die Band vor über einem Jahrzehnt in Portland und verbrachten mehr als die Hälfte ihres Lebens in anderen Bands. Jetzt soll jedoch Slang im Fokus stehen und so kam es, dass das Duo der Band neues Leben einhauchte, weitere Musiker*Innen hinzunahm und dieses wunderbare Album schuf. Neben Weiss und Grow setzt sich Slang heute aus Kathy Foster (Roseblood, The Thermals) am Bass und Anita Lee Elliot (Viva Voce) an der Gitarre/Gesang – mit Plattenauftritten von Sam Coomes (Quasi), Stephen Malkmus (Pavement), Mary Timony (Helium, Ex Hex, Wild Flag) und anderen Musikerinnen zusammen. Seit dem ersten Kennenlernen gilt: Man möchte keine Gemeinsamkeiten finden, sondern Gemeinsamkeiten schaffen. Dementsprechend ist “Cockroach In A Ghost Town” das Debüt einer kollektiven, von Moment zu Moment stattfindenden Entdeckung. Das Album ist erfrischend, belebend und von einer Direktheit, die man sich unbedingt anhören sollte. Durch das Verweben von Gegensätzen und Widersprüchen – Härte und Zärtlichkeit; Intensität und Ruhe, Zufälligkeit und Ordnung, Klarheit und Undurchsichtigkeit und einer stoischen Begrüßung der Liebe anstelle von Romantik stellt “Cockroach In A Ghost Town” alle Erwartungen in Frage. Überraschend scheint ebenfalls das Gerüst der Band, das Grow und Weiss geschaffen haben. Die Rhythmusgruppe der Band zeichnet sich durch Härte und Forschheit aus, die das Narrativ in Frage stellt, welches typischerweise die quintessenziell starke männliche Hauptrolle in den Vordergrund stellt. Auf subtile Weise wird die Position von Grow in erster Linie bewusst performativ gestaltet. Dazu kommt die musikalischen Präsenz und Sensibilität von Elliot an der Leadgitarre und Foster am Bass. Inmitten des heroischen Dröhnens von Weiss’ Schlagzeug werden obendrein Wuchs raue Kanten nicht geglättet, sondern vielmehr ergänzt. Es ist eine beneidenswerte Besetzung, denn hier verankern Pop-Formen ein Gefühl der Unruhe, dass die gesamte Menschheit durchzieht, besonders in dieser Zeit.

Videos:

Cockroach in a Ghosttown: https://www.youtube.com/watch?v=xIkPsQXeJdo

Wrong, Wrong, Wrong : https://www.youtube.com/watch?v=xfB9YXkZsII

Wilder: https://www.youtube.com/watch?v=zHO0Pn4VYKM

Hit The City: https://www.youtube.com/watch?v=EPojm5tgCA8

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