Dynamisch und temporeich gestaltet Armin Öhri seinen Thriller ‚Schweizer Logout‘. Er beschreibt darin in gespenstischer Atmosphäre in welch unglaubliche Abhängigkeit die Digitalisierung und Vernetzung den Alltag und das Privatleben in der Gesellschaft bringt.

Maxi Hunter, Anfang 20, ist Hacker und ziemlich gut in seinem Business. Eines Nachts beobachtet er den Einsatz eines Sondereinsatzkommandos, das in dem Nachbarhaus des vermeintlich pädophilen Chemielehrers Peter Sommerhald stattfindet. Er verfolgt die Geschehnisse in dem Haus bereits über einen längeren Zeitraum und stellt fest, das nichts darauf hindeutet, dass der Chemielehrer pädophil ist. Fotos auf dessen Handy, die sehr schlüpfrige Bilder von Teenagern zeigen, wurden von der Tochter während einer Klassenfahrt gemacht. Er hatte ihr sein Handy geliehen. Da Sommerhalder bereits von der Presse zerrissen wird möchte der Hacker dieses Missverständnis aufklären und wendet sich an die Journalistin Mia Abderhalden, die für das Online-Magazin ‚Giga Bites‘ schreibt. Im Netz häufen sich die Pannen. Es kommt immer mehr zu peinlichen Bloßstellungen, beispielsweise werden IP-Adressen mit Standortfreigaben im Bereich der Prostitution festgestellt. Der Verkehr meldet haufenweise Fehlfunktionen auf Anzeigetafeln, bargeldloses Bezahlen wird zur hochriskanten Handlung. Maxi Winter und Mia Abderhalden gehen der Ursache auf den Grund und stoßen auf einen alten Bekannten Maxi Winters, den IT-Spezialisten Killian Engster. Er hat im Netz eine App installiert, die sich viral ausbreitet. UMM – Unsocial Media Matters, so heißt die App. Killian möchte damit auf die mehrheitlich sinnlose Nutzung des Internets aufmerksam machen, die doch mehr schadet, als Nutzen bringt. Die Digitalbranche verursache mehr Treibhausgas-Emissionen, wie die zivile Luftfahrt. Da die App droht, das öffentliche Leben lahmzulegen, ist die innere Sicherheit gefährdet. Fieberhaft sucht die Polizei nach Killian. Maxi erinnert sich, dass Killians bevorzugte Orte ‚Lost Places‘ sind. Gemeinsam mit Mia macht er sich auf die Suche nach Killian.

Gmeiner Verlag

280 Seiten, 14,– €

ISBN 978-3-8392-0192-3

Der Schriftsteller Armin Öhri, geboren 1978, lebt in Grabs im St. Galler Rheintal. Bekannt sind die historischen Kriminalromane um seinen Protagonisten, den jungen Tatortzeichner Julius Bentheim. Der Autor erhielt den »European Union Prize for Literature«, seine Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Zudem ist er Gründer des Liechtensteinischen Literatursalons und Präsident des Liechtensteinischen Autorenverbands »IG Wort«.