Carlos Santana ist eine der prägenden Legenden der Rockmusik, seit 1969 setzt er mit unzähligen Alben und grandiosen Liveauftritten Akzente. Auf seinem neuen Album „Blessings And Miracles“ zeigt sich Musik- und Gitarrenlegende Carlos Santana ambitionierter als je zuvor und liefert eine seiner ehrgeizigsten, meist inspirierten, intelligentesten und schlichtweg magischsten Platten in seiner langen eindrucksvollen Karriere ab. Es passiert nicht oft, dass ein Album einfach alle Erwartungen erfüllt – doch „Blessings And Miracles“ ist so ein Album und schafft dies auf  bemerkenswerte Weise, denn es finden sich darauf aufregende Stücke von meisterhafter Musikalität, bei denen der Gitarrenmeister mit anderen Ikonen wie Chick Corea oder auch Steve Winwood zusammenspielt; umwerfende Rocker mit Kirk Hammett von Metallica und Corey Glover von Living Colour und es gibt genreübergreifende Songs mit großen Hooks, die keinen Zweifel an der Genialität des Musikers lassen. Zusammen mit Gastkünstlern wie Rob Thomas, G-Eazy, Chris Stapleton, American Authors und Ally Brooke, um nur einige zu nennen, hat er ein Album geschaffen, wie es nur von einem wahren Visionär geschaffen werden konnte, dessen Engagement und Committment für seine Kunst ein heiliges Versprechen ist, das nie gebrochen wird. „Der Titel dieses Albums spiegelt meine Überzeugung wider, dass wir alle mit himmlischen Kräften geboren werden, die es uns erlauben, Segen zu bringen und Wunder zu schaffen”, erklärt Santana. „Die Welt trimmt uns darauf zu glauben, dass wir dieser Gaben nicht würdig sind, aber wir müssen uns das Licht, den Geist und die Seele zunutze machen – sie sind unzerstörbar und nicht beeinflussbar. Und das sind auch die drei Hauptelemente auf diesem Album.” Santana verbrachte einen Großteil der vergangenen zwei Jahre mit den Aufnahmen zu „Blessings And Miracles“, fungierte als Produzent und kollaborierte mit anderen Kreativen. Dass die Recordings ausgerechnet in der Zeit von Covid 19 stattfanden, brachte natürlich gewisse Herausforderungen mit sich – vor allem, weil einige Musiker räumlich voneinander getrennt waren und mittels moderner Technologie quasi in die Sessions hineingebeamt werden mussten – an Inspiration jedoch mangelte es nie. „Es ist schon erstaunlich, wie wir heutzutage miteinander arbeiten und aufnehmen können, ohne im selben Studio zu sein”, bemerkt Santana. „Ich schließe einfach meine Augen und bin im selben Raum mit demjenigen, mit dem ich spiele, auch wenn er eigentlich gar nicht da ist. Aber wir teilen die Frequenzen miteinander.” Die Sehnsucht der Fans nach einer weiteren Kollaboration des erfolgserprobten Duos, bestehend aus Carlos Santana und dem Matchbox 20-Sänger Rob Thomas, ist seit dessen 1999 mit gleich mehreren Grammys ausgezeichneten Songs „Smooth” unendlich groß – mit der ersten Single-Auskopplung „Move“ wurde sie nun gestillt. „Move” – erneut ein echter Klassiker – ist eine mitreißende, groovende und schlicht atemberaubende Mischung aus Pop und Latin-Rock mit einer Ohrwurmgarantie, die noch tagelang anhalten dürfte. Es ist, als würden alte Freunde wieder zusammenkommen und es krachen lassen: Thomas, von den kraftvollen Gesangstalenten der American Authors – und insbesondere von Zac Barnett, der in der zweiten Strophe die Hauptrolle übernimmt – begleitet, präsentiert sich dynamisch, sinnlich und extrem anziehend, während Santana mit seinen überragenden Soli – eine bebende, fast explosive Kraft – das perfekte Gegenstück dazu liefert. ‚Move’ entstand auf ähnliche Weise wie ‚Smooth'”, erinnert sich Santana. „Es war als würden wir von göttlicher Hand geführt und ich wusste sofort, dass ich es mit Rob aufnehmen musste. In dem Song geht es darum, seine Moleküle in Bewegung zu bringen. Sich zu aktivieren und sein eigenes Feuer zu entfachen. Wenn Rob und ich zusammenarbeiten, entsteht ein ganz fantastischer Sound.“  Das Album ist bis zum Rand gefüllt mit Songs, die begeistern und Carlos hat ein Händchen dafür, diese Songs im perfekten Setup zu inszenieren, auch wenn er einen wahren Klassiker neu einspielt, denn es ist durchaus mit einem gewissen Risiko verbunden, sich an einen Klassiker zu wagen, aber man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Santanas Zusammenspiel mit dem legendären Steve Winwood auf dem Procol Harum-Juwel „A Whiter Shade Of Pale” alle Erwartungen sogar übertrifft. Das Ergebnis ist eine prächtige, wundervoll umgesetzte Neuinterpretation des Klassikers – eine nährende Hymne für das moderne Zeitalter, bei der die beiden Musikgiganten eine Schönheit nach der anderen enthüllen. Winwoods Stimme ist mitreißend und zutiefst bewegend, und Santana überträgt Matthew Fishers Original-Orgellinien mit großer Ehrfurcht auf die Gitarre, während er es dennoch vermag, den zeitlosen Melodien seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Der Gitarrist erinnert sich noch sehr gut, wie er und Winwood bei einer Show im Londoner Hyde Park waren. Er ging zu ihm hin und schlug vor, dass sie „A Whiter Shade Of Pale” aufnehmen sollten. „Ich sagte: ‚Du und ich müssen es machen, aber wir werden es sehr sexy machen, wie ein Hare Krishna, aber mit Congas.’ Ich spielte ihm die Komponenten ins Ohr und er sagte: ‚Ich höre es, Carlos. Du hast Recht.’ Also haben wir es gemacht – und es ist Santana, kubanisch und puertoricanisch auf afrikanische Art. Und apropos sexy – Steves Stimme ist so sexy und schön.” Aber auch darüber hinaus ist das Album reich an weiteren musikalischen Schätzen: „Break” ist eine schmerzliche und ergreifende Ballade mit dem bezaubernden Gesang der ehemaligen Fifth Harmony-Sängerin Ally Brooke – hier im Duett mit Santana-Bandmitglied Andy Vargas. (Die Vinyl-Ausgabe von „Blessings And Miracles“ enthält auch eine spanische Version des Titels namens „Yo Estare”). Wer richtig abrocken will, ist bei „Peace Power” genau richtig – der leidenschaftliche Gesang von Corey Glover von Living Colour verbindet sich mit Santanas Flammenwerfer-Solos zu einem zweifelsohne überzeugenden Statement. Und die Wattzahl bleibt weiterhin hoch – so zum Beispiel bei „Mother Yes”, einem mitreißenden, von Kuhglocken getriebenen, stadiontauglichen Stomper, bei dem Santana-Bandmitglied Tommy Anthony zum Mikrofon greift. Mit „Breathing Underwater” wird die Stimmung fast zärtlich. Es ist eine sinnliche Nummer, an der Carlos’ Tochter Stella Santana mitgeschrieben hat und deren atemberaubende Leadstimme durch den ätherisch anmutenden Gesang von Avi Snow noch ergänzt wird. „Ich liebe diesen Song so sehr“, erklärt Santana. „Ich sagte zu Stella: ‚Ich weiß, dass du es bereits auf deinem Album veröffentlicht hast. Kann ich es auf meiner Platte aufnehmen und Gitarre dazu spielen?’ Es ist so ein bewegendes Lied. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass sowohl mein Sohn als auch meine Tochter auf diesem Album zu hören sind.” Und bleiben wir bei der Romantik, denn mit Song For Cindy” liefert Santana eine Ode an seine Partnerin in der Liebe und in der Musik, bei der er sein Herz auf der Zunge trägt, wobei die sanften und reichhaltigen Melodien des Gitarristen nichts weniger als eine klangliche Verführung sind. „Angel Choir/ All Together” hat für Santana eine ganz besondere Bedeutung. Bevor die Jazz-Ikone Chick Corea Anfang des Jahres verstarb, schickte er das zweite Stück mit bereits komplett und einwandfrei aufgenommenen Keyboard-Parts an den Gitarristen. Um seinem Freund und Idol Ehre zu erweisen, vollendete Santana das Stück, indem er Gitarre, Bass, Schlagzeug und andere Elemente hinzufügte. Das Ergebnis ist ein temperamentvoller, hochintelligenter und bereichernder Austausch zwischen den beiden überragenden Persönlichkeiten. Das Stück beginnt mit einem Gesangschor von Coreas Witwe Gayle Moran Corea, den Santana als geradezu ‚himmlisch‘ bezeichnet und sagt: „Es war eine große Ehre für mich, dieses Stück aufzunehmen. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, wenn ich es höre. Es verwischt die Grenzen zwischen dem Physischen und dem Metaphysischen”. Eindrücklicher Abschluss des Longplayers „Blessings And Miracles“ bildet „Ghost Of Future Pull II”, ein Reprise des Album-Openers, die den Hörer auf fast majestätische Weise zum Nachdenken, Reflektieren und Genießen des gerade erhaltenen Festmahls anregt. Es ist ein Album voller Offenbarungen und Erleuchtungen – mit Songs, die garantiert sowohl die Radio-Playlists als auch die Konzertbühnen zum Leuchten bringen werden. Was jedoch wirklich bemerkenswert ist, ist auf welche Art und Weise Santana dieses Abenteuer mit den Hörern teilt: Mit jedem Titel und jeder Passage zieht er den Zuhörer in seinen Bann. Seine Überraschungen werden zu unseren. Er bringt sich selbst zum Staunen und uns zum Taumeln. „Wenn ich es nicht fühlen kann, wie soll es dann jemand anderes fühlen?”, fragt er rhetorisch. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich Gänsehaut bekomme, wenn ich diese Musik spiele. Dieses Album hat eine gewisse Frische und was ich besonders daran mag, ist, wie rein und unschuldig es sich anfühlt. Ich habe nicht versucht, ‚Abraxas‘ oder ‚Supernatural‘ nachzuahmen oder zu kopieren – diese Platte ist wie Wellen aus Licht, und ich bin ein Surfer, der auf diesen Wellen reitet, die so zu Songs von verschiedenen Künstlern, Kreativen und Architekten werden. Und das wiederum ist ein Geschenk, das ich nicht als selbstverständlich ansehe.”

Infos & Videos:

„A Whiter Shade of Pale (feat. Steve Winwood)”: https://youtu.be/YitmsdF_AF8
“Move”: https://www.youtube.com/watch?v=ZEAnYUZH-vg

Order Blessings and Miracles: https://santana.lnk.to/BlessingsnMiracles

www.santana.com