Foto Credit: Alex Kleis

Können sie da wirklich noch einen drauflegen? Ja, können sie. Chaosbay führen ihren mit ‚Lonely People‘ bereits mehr als überzeugend begonnenen neuen Zyklus mit einer zweiten Single fort. Und die hat es in sich. ‚Y‘ ist der zweite Vorbote der für Januar 2022 geplanten EP ‚Boxes‘. Und was die Band da aus den Boxen in die Freiheit entlässt, ist nichts anderes als ein vorweggenommener Höhepunkt ihrer derzeitigen Schaffenskraft. Das Video zu ‚Y‘ gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=X8fXdf6ZdWk

Die Songs der kommenden EP sind zugleich eingängiger und härter als zuvor und bilden ein Gesamtkonzept, in dem es um die Schattenseiten des Lebens im digitalen Raum geht. Die Texte zeichnen ein dystopisches Bild: In einer digitalen Welt gefangen, wird der Mensch von den von ihm erschaffenen Monstern überwältigt und gefesselt. Je mehr man sich in die digitale Leere hineinsaugen lässt, desto mehr übernehmen Social Media und Smartphones die Kontrolle.

„a deadly but tender embrace / forget about the world outside“

„Wie kann es schlecht sein, wenn es sich so gut anfühlt?“ Ja, warum? Why? ‚Y‘?

Im kürzest möglichen Songtitel drückt die Band bereits die kalte Faszination aus: Wie kann es sein, dass wir uns in eine selbst gewählte Isolation begeben? Das süße Gift simulierter Geborgenheit durchströmt uns, und der Hunger danach kann so groß werden, dass wir unsere Mobiltelefone geradezu verzehren – Chaosbay zeigen uns im Video zum Song wie es aussieht, wenn man das sogar wörtlich praktiziert. Klanglich und spielerisch legen die vier Ausnahmemusiker noch eine Schippe drauf: Mehr als rasant wütet der Track in einem unfassbaren Tempo durch gut vier Minuten. Das gewisse Understatement, das die Jungs in ihren vergangenen Produktionen mitunter pflegten, wird bereits innerhalb der ersten halben Minute in einer alles durchdringenden Glutexplosion aufgelöst. Das Hauptriff von ‚Y‘ donnert durch orientalische Skalen und macht mit einem Schlag klar, wer der Chef im Ring ist. Matthias Heising glänzt mit einer außergewöhnlichen Walking-Bass-Linie. Patrick Bernaths Drumming? Wieder einmal nicht von dieser Welt. Sänger Jan Listing shoutet, brüllt und singt gleichzeitig. Und plötzlich mündet alles wieder in dem wohl zwingendsten Markenzeichen der Band: einer extrem eingängigen Hookline. Es ist beeindruckend, mit welch traumwandlerischer Sicherheit Chaosbay innerhalb progressiver Strukturen epische Melodien aufblühen lassen und damit eine leichtfüßige Nachvollziehbarkeit gestalten, in der man sich trotz aller Komplexität ebenso schnell zurechtfindet wie in einem Pop Song. Die Band über die neue Single: „Dieser Song war der erste fertige Track der neuen EP. Es schien sich während Corona so viel in uns angestaut zu haben, dass wir diesmal alle Vorsicht über Bord geworfen haben und dadurch viel direkter, brutaler und emotionaler schreiben konnten.“ „Außerdem hat es unglaublichen Spaß gemacht, im Gegensatz zu unseren bisherigen Konzeptalben, einmal Songs zu schreiben, in denen schon in den ersten paar Sekunden klar wird, woran man als Hörer ist. Diese Songs greifen sofort nach dir, schütteln dich durch und spucken dich wieder aus. Ohne Schnörkel und Verzierungen. Das ist wie eine Achterbahnfahrt. Es packt dich mit einer unfassbaren Wucht und ist nach wenigen Momenten schon wieder vorbei“, so Hauptsongwriter Jan Listing. Die Alternative-Metaller aus Berlin und Kaiserlautern haben sich in den letzten Jahren zunehmend in Richtung des progressiven Metalcore mit viel Melodie entwickelt. In diesem Spannungsfeld und auf dem mittlerweile erreichten internationalen Niveau stehen sie in einer Riege mit Künstlern wie Architects, Spiritbox, Beartooth und Vola. Chaosbay bestehen aus vier Musikprofis um die 30, die alle bereits als Tour-Musiker für bekannte Künstler gebucht werden. Einer turbulenten Anfangsphase von 2012 bis 2015 folgte eine dreijährige Bühnenpause, um persönliche Projekte voranzutreiben. Nach einem Besetzungswechsel 2018 steht die Band seit nunmehr drei Jahren wieder voll im Saft und ist auf dem Sprung, ihren Status als Geheimtipp hinter sich zu lassen. Nach drei Eps und einem zunächst rein digitalen Debütalbum, veröffentlichte die Band 2020 das Konzeptalbum ‚Asylum‘, das in der Presse durchweg positive Kritiken erhielt. Nach erzwungener Corona-Pause betreten Chaosbay nun auch wieder die ersten Bühnen, um zusätzlich zur Studiokonserve das nie ersetzbare Live-Erlebnis zu ermöglichen und ihrer stetig wachsenden Fanschar wieder persönlich begegnen zu können.

Chaosbay Line-Up:              

Jan Listing (Lead Vocals, Gitarre)

Alexander Langner (Gitarre)

Matthias Heising (Bass)

Patrick Bernath (Drums)

Chaosbay Socials:

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https://www.youtube.com/c/Chaosbay

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