Schmerz verbindet uns mehr als alles andere. Leid liegt zwischen uns Menschen wie eine gemeinsame Empfindung und bringt uns näher zusammen. ALLUVIAL erkunden genau dieses Phänomen auf ihrem zweiten Studioalbum “Sarcoma” (Nuclear Blast). Das erfolgreiche Quartett aus Atlanta – Kevin Muller (Gesang), Wes Hauch (Gitarre, Gesang), Tim Walker (Bass) und Matt Paulazzo (Schlagzeug)—stürzt ihre Zuhörer in einen Sturm aus nackenbrecherischen Polyrhythmen, Doppelbass und einer Lawine aus Screams und Growls. Mit über 2 Millionen Streams insgesamt und mit Unterstützung von MetalSucks, No Clean Singing und anderen, hat sich die Gruppe 2021 mit ihrem neusten Werk zu einer feurigen, unaufhaltsamen Kraft weiterentwickelt. “Ein Sarkom ist eine Art von Krebs, die im Bindegewebe des Körpers entsteht,” erklärt Gitarrist Wes Hauch. “Als wir alles fertig geschrieben hatten, hat Kevin [Muller] erkannt, dass alle Songs auf dem Album letztendlich von den Leiden handeln, die sich Menschen gegenseitig antun. Es ist so, als würden diese Leiden in unserer Verbindung zueinander liegen, also war ‘Sarcoma’ ein passender Titel.” ALLUVIALs erstes unüberhörbares Lebenszeichen war das 2017er Album “The Deep Longing for Annihilation”. ‘Colony’ wurde 678.000-mal auf Spotify gestreamt, was einen klaren Rekord für rein instrumentalen Extreme Metal darstellt. Mit dieser stetig wachsenden Fanbase ging die Band schließlich mit ANIMALS AS LEADERS und VEIL OF MAYA auf Tour. Direkt nach dieser Tour ist Wes von Los Angeles nach Atlanta umgezogen. “Es hat sich ehrlichgesagt eher wie eine Flucht angefühlt“, gibt er zu. “Ich wusste zwar, dass ich damit auch nicht alle meine Probleme einfach zurücklassen konnte, aber trotzdem waren die Chancen für einen Neustart besser, wenn ich erstmal aus Kalifornien draußen war. In LA war es fast schon normal, Zuflucht im Alkohol zu suchen und Drogen gehörten irgendwie zum Berufsrisiko. Das war sehr belastend und hat auf Dauer immer mehr Probleme gebracht. Winston Churchill hat Depressionen als ‘The Black Dog’, also den ‚Schwarzen Hund‘ bezeichnet. Und die Sache mit den Drogen und dem Alkohol machen diesen Schwarzen Hund zu so etwas wie einem Weggefährten, der schließlich selbst diesen Weg für dich bestimmt. Ich schätze mal, dass mir damals auch die ersten Ideen für die Musik auf ‘Sarcoma’ gekommen sind. So seltsam es auch ist, das so zu erklären; es wäre wohl gelogen, zu sagen, dass es nicht so war.” Als er zuhause mit dem Schreiben des Albums begann, wurde Wes auf Muller aufmerksam, der zuvor Mitglied bei SUFFOCATION war. Nach einigen Gesangsdemos wurde schließlich klar, dass Muller der richtige Sänger für ALLUVIAL war und schon kurze Zeit später wurde er ein vollwertiges Bandmitglied. Die beiden wurden rasch Freunde und für Wes ging ein alter Wunsch in Erfüllung. “Ich wollte schon auf ‘The Deep Longing for Annihilation’ Gesang dabeihaben, aber ich habe einfach nicht den richtigen Sänger dafür gefunden”, fügt Hauch hinzu. “Manche Menschen besitzen die seltene Gabe, sich nicht selbst anzuzweifeln. Und Kevin kann das perfekt in die Musik einbinden. Es war für mich ein besonderer Tag, als ich seine Stimme auf den ‘Sarcoma’ Demons gehört habe. Seitdem sind wir fast schon wie Brüder geworden.” Die Demos wurden von der Band selbst zuhause produziert und erst für den Schnitt der Gitarren, Bass und Gesang taten sich ALLUVIAL mit dem Soundengineer John Douglass in Atlanta zusammen. Der erste Song, ‘Ulysses’, startet ruhig, mit warmen Gitarren-Echos, die in einem stetigen, unheilvollen Crescendo wachsen, das dann unter einem harten Thrash Riff mit markerschütterndem Growl in sich zusammenfällt.  “In meiner kleinen Heimatstadt hatte ich immer Ärger,” erzählt Hauch. “Nachdem ich im Gefängnis war, bin ich dem Militär beigetreten und habe als Geräteführer bei den US Naval Mobile Construction Bataillons gedient. Die, die sich dem Militär anschließen sind alle irgendwie Außenseiter. Es fühlt sich im Grunde an, als wäre man immer noch auf der High-School. Das Militär hat uns erzogen, zum Guten oder zum Schlechten. 2005 wurde ich in den Irak versetzt und war für etwa sieben Monate in Konvois durch Baghdad unterwegs. Zwischen 2003 und 2008 im Irak zu sein war ziemlich übel. Ich will meine Erfahrungen von dort auch nicht “einzigartig” nennen, es war einfach eine schwere Zeit da drüben. In den Konvois wurde man beschossen und musste mit Sprengfallen rechnen. Wenn man im Camp war, wurde man mit Granatwerfern beschossen. Die in der Infanterie, die Türen eintreten mussten hatten es aber am schlimmsten. ‘Ulysses’ ist für mich eine Art Rückblick zu diesen Erfahrungen.” Auf ‘40 Stories’ läutet ein ruhiges Intro einen mörderischen Groove ein, wobei der Song “grob an die Geschichte von Conrad Roy angelehnt ist, der von seiner Freundin dazu gebracht wurde, Selbstmord zu begehen.” Der Song ‘Sleepers Become Giants’ ist kraftvoll, mit intensiven Gitarren und einer langsam wachsenden Anspannung, die sich schließlich im nahezu kathartischen Refrain entlädt. “Man wird zum Riesen, erwacht und erfüllt seine Bestimmung.ALLUVIAL lädt die Zuhörer in ihre ganz eigene Welt ein.

Meine Lieblingsalben waren für mich schon immer so eine Art Zufluchtsort”, sagt Wes abschließend. “Darin habe ich immer einen neuen Weg gefunden, die Dinge zu betrachten und in einem besseren Licht zu sehen. Sie haben mir über vieles hinweggeholfen, auch wenn mir das nicht immer bewusst war. Mit diesem Album können wir hoffentlich für viele Menschen dasselbe erreichen.”

More from “Sarcoma”:
‘Ulysses’ Music Video – https://youtu.be/FEIVS-Y1pWw
‘Thy Underling’ Visualizer – https://youtu.be/jZsaNg8IzAE

’40 Stories’ Video: https://www.youtube.com/watch?v=ku9_gF26jCY

Line up:

Kevin Muller – Vocals

Wes Hauch – Guitar, Vocals

Tim Walker – Bass

Matt Paulazzo – Drums

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