Wolfchant gehörte bisher eher zu den Bands, die ich am Rande wahrgenommen habe. Nun, vier Jahre nach ihrem bemerkenswerten „Bloodwinter“ Epos, kehren die niederbayerischen Pagan Metaller von Wolfchant mit neuer Energie und neun heiß geschmiedeten Eisen zurück: Ihr siebtes Studioalbum “OMEGA:BESTIA” ist Anfang April bei ihrem neuen Label Reaper Entertainment erschienen und hat mich schon beim ersten Durchhören von der ersten bis zur letzten Note überzeugt.

Grund genug, sich einmal intensiver mit Wolfchant zu beschäftigen, ich sprach mit Mario ‚Lokhi‘ Möginger, der die urigen Schreie zum Gesang beisteuert, sozusagen die ‚Wolfchants‘, was gleich die Frage aufwirft, wie eigentlich die Namensgebung stattfand. Mario erzählt: „Der Name entstand durch den Nationalpark Bayerischer Wald. Wir haben zu der Zeit Luftlinie nur knapp zwei Kilometer von den Tier-Gehegen und auch vom Wolfsgehege gewohnt. Wenn wir abends Lagerfeuer gemacht haben, dann immer mit Blick zu diesen Freigehegen und so entstand der Name WOLFCHANT angelehnt an das Wolfsgeheule.“

Nun also heulen die Wölfe vier Jahre nach „Bloodwinter“ wieder, zwar nicht mehr bei Massacre Records, sondern jetzt bei Reaper Entertainment. Musikalisch hat sich Wolfchant noch einmal deutlich weiter entwickelt und schafft ein Klangbild, das nicht nur aus Melodic Death Metal Riffs besteht, sondern auch Freunden des heidnischen Gedankenguts gefallen wird. Die kantigen, schroffen Songs gehören nunmehr der Vergangenheit an. Wolfchant setzt mittlerweile auf auf eine saubere Produktion und geht schlicht und ergreifend mit der Zeit. Kernige Passagen gehören jedoch nicht grundsätzlich der Vergangenheit an, dafür sorgt alleine Mario „Lokhi“ Möginger mit seinen markanten Growls. Dem Mix aus deutschen und englischen Lyrics bleiben die Wölfe treu, setzen aber wie bei Bloodwinter eher auf die Landessprache. Nach dem Intro folgt das vorab als Single veröffentlichte Komet, zudem die Band sich wie folgt äußerte: „Es ist nicht nur ein kritischer Song in dem es um Gier und Macht geht, zwei Eigenschaften die Menschen immer wieder zu neuen Grausamkeiten antreiben können, sondern auch ein epischen und druckvoller Song der einen guten Einblick in das neue Album zeigt.“ Dem ist so, wie auch die folgenden Songs eindrucksvoll beweisen. Mit Into Eternal Darkness beginnt dann so richtig die Party. Stimmige Refrains treiben die Melodie nach vorne und schaffen so ein überzeugendes Klanggebilde, sozusagen aus der Kraft der Natur. Spektakuläre Atmosphären zünden bei Im Zeichen Des Tiers und das Duett der beiden Sänger ist ein klares Markenzeichen, auf das die Süddeutschen zu Recht setzen. Mario „Skaahl“ LieblSertorius und Thomas „Lug“ Schmid an den Instrumenten lassen das Ganze aber nicht zum schunkelndem Sauflied verkommen, sie setzen ein solides musikalischen Fundament drunter, das einfach gefällt. Ein kurzer Old School Ausflug folgt in gestalt von Der Geist Und Die Dunkelheit. Der Song Bestie hingegen beweist, dass Wolfchant gelernt haben, gekonnt auf die Kacke zu hauen. Stimmig, authentisch, mit imposanten Melodien wird der Spannungsbogen das gesamte Album hochgehalten und schließt mit einem Finale in Gestalt von Out In The Dark und The Flame ab, die das Konzept von Omega:Bestia ohne Makel abrunden.

Überhaupt das Konzept, Omega ist zurzeit ein vielbesungenes Thema, so folgt zwangsläufig die frage nach dem inhaltlichen Konzept hinter dem Album. „Omega Bestia ist kein Konzept folgt aber einen roten Faden und wir greifen immer wieder das Thema Gier, Macht, Hass und Geld auf. Das Album zeigt auf verschiedene Weise die Abgründe der Menschen und auch immer wieder die Macht der Natur und wie klein wir dagegen eigentlich sind. Wir halten uns für viel zu wichtig sind aber nur ein Hauch, eine Winzigkeit im Hinblick auf die Zeit, die unsere Erde oder das Universum existieren. Nur der Mensch kann so dumm sein und sich selbst als Krone der Schöpfung sehen.“ Dieser aussage von Mario ist, so glaube ich, nicht mehr viel hinzuzufügen. Außer vielleicht mein persönliches Statement, das Wolchant mit Omega:Bestia ein Album veröffentlicht haben, das sowohl durch die Nutzung verschiedenster Stilelemente des Metals als auch durch die inhaltliche Tiefe der Lyrics restlos überzeugt.

Und die Jungs werden weiterheulen, es ist für diesen Sommer noch einiges von den Wölfen zu erwarten sie bereiten sich gerade auf die Festivals und Tour vor, die hoffentlich stattfinden dürfen – das erste Mal werden wir sie wohl auf der Midsummer-Night auf dem Flugplatz Werneuchen am 26. Juni sehen können. Nebenbei arbeiten wir noch an einem “Spezialalbum”, da gibt es dann im Laufe der nächsten Monate News dazu. Und eine zusätzliche Überraschung wartet auf einen Leser/Leserin, Wolfchant stellt uns eine ihrer (auf 500 Stück) limitierten Box zur Verfügung, die das Album als 2CD-Digipak®, eine exclusive 5-Track Bonus-CD, Halskette, Aufnäher, Autogrammkarte und ein Zertifikat enthält. Also nichts wie ran an die Tasten, E-Mail an: streetandvoices@gmail.com mit dem Stichwort Wolchant Limited, Postadresse nicht vergessen.

Ach ja, bevor ihr wieder fragt, die Jungs spielen ESP-Gitarren, die Bilder stammen vom Streetteam Südwest, Wacken und Reaper Entertainment.

Videos:

Album Trailer zu “Omega:Bestia”: https://youtu.be/pO3yet6VPGw

“Komet” https://youtu.be/o6lOfd2JvOI

Wolfchant sind:
Lokhi | Gesang
Nortwin | Gesang
Skaahl | Gitarre
Seehb | Gitarre
Ghust | Schlagzeug

WOLFCHANT online:
https://www.facebook.com/wolfchantofficial