Photo © Jana Glanninger

Peter Glanninger 15jährige Berufserfahrungen im Polizeidienst steuern der Geschichte in „Finsterdorf“ einen nicht unerheblichen teil an Seriosität und Professionalität bei. Eine niederösterreichische, sphärische Kulisse begleitet gelungen diese bissige Story um ‚Alteingesessene‘ in der Region.

Schandau im südwestlichen Zipfel Niederösterreichs zählt knapp 600 Einwohner. Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Ort. Das Einzige, das auffällt, ist, dass es dem Dorf offenbar wirtschaftlich ganz gut geht. Es verfügt über eine gesunde Infrastruktur und macht einen gepflegten Eindruck. Radek, eine kleine Nummer beim LKA in St. Pölten und wird nach Schandau geschickt, um sich dort mal ein wenig umzusehen. Eine 17jährige Vermisste taucht nach einer Woche völlig verstört wieder auf. Die ermittelnde Polizistin vermutet eine Entführung und übergibt den Fall dem LKA. Radek begibt sich also ins beschauliche Schaudan und bemerkt rasch, dass dort etwas nicht stimmt. Das ganze Dorf mauert bezüglich seiner Recherchen. Die Menschen im Dorf scheinen gespalten zu sein. Die eine Hälfte ist unterwürfig und sehr verängstigt, während die andere Hälfte, zu der viele Jugendliche gehören, vorlaut, arrogant und sehr unhöflich erscheint. Die Dorfkirche ist nahezu verwaist. Zwar gibt es einen Pfarrer, doch auch der macht nur vage, undurchsichtige Andeutungen – ‚Der Teufel sei im Spiel -, was auch die vermeintlich Entführte bestätigt. Über dem Dorf thront eine Burg, bewohnt von Freiherr Leopold Leukstein, der aber bitte mit ‚Baron‘ betitelt werden möchte. Radek findet rasch heraus, dass auf der Burg ‚Sodom und Gomorra‘ herrscht. Ausschweifende Feste finden dort seit Jahren statt. Offenbar kann Laukstein es sich leisten, denn ihm gehört das halbe Dorf. Jeder Zweite im Dorf ist wirtschaftlich von ihm abhängig. Erbarmungslos nutzt er diese Abhängigkeit aus. Nicht nur im Dorf herrschen strenge Regeln, die, wenn sie nicht eingehalten werden, mit körperlicher Gewalt sanktioniert werden. Es geht das Gerücht um, der ‚Baron‘ führe in seiner Burg eine satanistische Sekte an und locke die Jugend des Dorfes dorthin. Radek ermittelt unbeirrt weiter und wird selbst Opfer einer Entführung. Als dann auch noch ein wichtiger Zeuge ermordet wird, schickt das LKA Verstärkung in den Ort. Schaudan scheint aus einem Alptraum zu erwachen, die Mauern fallen. Doch das Netzwerk des ‚Barons reicht bis hinauf in österreichische Staatsbehörden.

Gmeiner Verlag

440 Seiten, 15,50 €

ISBN 978-3-8392-2823-4

Peter Glanninger wurde 1962 in Wilhelmsburg/Niederösterreich geboren. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann übersiedelte er nach Wien und wechselte in den Polizeidienst, wo er 15 Jahre lang tätig war. In dieser Zeit machte er das Abitur an einem Abendgymnasium und ein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft. Der Autor arbeitet heute im Innenministerium und lebt in der Nähe von Wien. Neben Kriminalromanen schreibt Peter Glanninger auch wissenschaftliche Artikel und Fachbücher.