Bilder- Sybille Thomé

Was für eine Story! In einem erfrischend geschmeidigen Stil entführt uns Lisa-Marie Reuter in Èxit this City´ in die Mitte dieses Jahrtausends. Geschickt stimmungsvoll setzt sie dabei völlig gegensätzliche Kulissen ein. Das verregnet unterkühlte Main-Gebiet Deutschlands konkurriert dabei mit dem völlig ausgedörrten Backofen Delhis in Indien.

Nach Jahrzehnten andauernder wirtschaftlicher Isolation ist Deutschland so sehr abgehängt, dass es auf Sponsoren angewiesen ist. Eine indische Nahrungsmittelkette mit dem Namen `Final Food´ kauft die fruchtbarsten Landgebiete Deutschlands auf und baut dort Gemüse an. Das Prinzip dabei ist die Erzielung des maximalen Gewinns und maximaler Erträge bei maximaler Ausbeutung von Menschen und Natur. Geführt wird das Unternehmen durch ein KI. Zwei riesige Rechenzentren, eines in Delhi und eines im Main-Gebiet, steuern den ausbeuterischen Ablauf. Nach Außen jedoch wirkt die Firma seriös und sozial. Paksha, ein junges indisches Mädchen, wird von einer dem Untergang geweihten indischen Insel „gerettet“ und findet in der Villa eines der indischen Aktionäre am Main ein neues Zuhause. Doch dieser versucht, sie sexuell zu missbrauchen.  Veeru führt eine Revolte gegen `Final Food´ an und tötet Pakshas Peiniger Paksha schließt sich der Revolte an und wird Veerus engste Verbündete. Im Main-Gebiet gibt es Killer-Bienen. Eine von `Final Food` gezüchtete Sorte, die besonders schnell viele Blüten bestäuben kann. Der Nachteil ist, dass der Stich der Biene tödlich ist. Die Einzige, die den Stich überlebte, ist Veeru. Während am Main Veerus Anhängerschaft rasant wächst, ist bei ihrem Freund Marti in Delhi ziemliches Chaos ausgebrochen. Marti ist Professor, der als Angestellter bei `Final Food´ dabei half, die fleißige Bienensorte zu entwickeln. Als er von den tödlichen Nebenwirkungen erfährt, beschließt er, gemeinsam mit seiner Freundin Veeru, das Unternehmen zu sabotieren. Dazu jedoch müssten beide Rechenzentren unschädlich gemacht werden. Die KI erkennt die Bedrohung und wandelt Marti in Delhi in einen Avatar um. Er erleidet eine fast vollständige Amnesie. Kurz uvor konnte er seine Erinnerungen an seinen Hund Ray übertragen, der auf charmant witzige Art mit ihm kommuniziert. Der Countdown zur Sabotage der rechner daher sehr schleppend. Gleichzeitig sind sowohl Delhi, als auch das Main-Gebiet von extremen tödlichen Unwettern bedroht, die eine Evakuierung notwendig machen.

Verlag: FISCHER Tor

432 Seiten, 16,99 €

ISBN: 978-3-596-70482-8

Lisa-Marie Reuter, geboren 1987, zog fürs Indologie-Studium nach Würzburg, wo sie bis heute lebt und schreibt. Wenn sie dabei nicht in frei erfundene Fantasywelten abtaucht, lässt sie sich von ihren Indienreisen inspirieren. Vieles, was sie zwischen Delhi und Bengaluru, Jaisalmer und Guwahati erlebt hat, ist allerdings viel zu verrückt, um einen glaubwürdigen Roman abzugeben.