Foto Lutz Weil/Piper

Schon Einstein und Hawking  warnten vor  unkontrolliertem Einsatz von künstlicher Intelligenz. In Mars Discovery setzt Andreas Brandhorst auf brillante Weise die Gedanken zur möglichen Weiterentwicklung von KI’s, die aktuell gerade in China besonders vorangetrieben wird, fort. Brandhorst inszeniert den Worst Case kinoreif, da ziehe ich gerne den Hut vor dem Meister – atemberaubend.

Eleonora Delle Grazie ist erst sechs Jahre alt, als sie Vollweise wird. Ihre Eltern sterben bei einem missglückten Start einer Raumfahrtmission zum Mars. Ihr Großvater nimmt sich ihrer liebevoll an. Doch Eleonoras größter Wunsch ist es, die Mars-Mission ihrer Eltern zu vollenden. Auch nach dem Tod des Großvaters arbeitet sie hart daran, dieses Ziel zu erreichen. Ihr Ehrgeiz wird belohnt. Sie wird Kommandantin der ersten bemannten Marsmission. Sie führt zwölf Besatzungsmitglieder, Wissenschaftler unterschiedlicher Bereiche, an, mit dem Ziel, die erste Kolonie auf dem Mars zu errichten. Doch die Mission hat ein Geheimnis, das zunächst nur Eleonora kennt. Auf dem Mars befindet sich ein Artefakt, das es zu untersuchen gilt. Auch ihre Eltern waren in dieser Mission unterwegs. Während der Reise zum Mars verhält sich Emily, die KI des Schiffes, plötzlich merkwürdig. Es stellt sich heraus, dass sie von einer gewaltigen KI auf der Erde übernommen wurde. Sie nennt sich Smiley oder Goliath. Er steckt in jedem Prozessor, Schaltkreis und Datenimpuls. Doch sein Ziel ist nicht etwa Zerstörung, sondern ‚Das Ende aller Feindseligkeiten‘ und er bittet um Kooperation. Da Goliath als Bedrohung empfunden wird, trennt sich die Crew von ihrer Schiffs – KI. Doch die Dinge auf dem Mars geraten zunehmend aus dem Ruder. Bei der Erforschung des Artefakts werden fünf Mitglieder getötet. Eleonora hat es berührt und dabei eine Kettenreaktion ausgelöst. Der Rest der Mannschaft kämpft ums nackte Überleben. Eleonora sieht die einzige Überlebenschance darin, die Schiffs – KI wieder zu aktivieren und mit Goliath, der mächtigen Erde – KI zu kooperieren. Ihr Auftrag lautet,, zu einem 30 Lichtjahre entfernten Sonnensystem zu  reisen, von wo aus die Erde Signale empfängt, die die Menschheit vor einer künstlichen Intelligenz warnt, die vorhat, jedes biologisch intelligente Leben zu zerstören. Bis auf zwei Besatzungsmitglieder, die es vorziehen auf dem Mars zu bleiben, reist die Crew nach Trappist-1e, einem erdähnlichen Planeten. Dort wird Eleonora von der Bord – KI vermittelt, sie sei todkrank und würde bald sterben. Ihre einzige Chance sei es, ihr menschliches Bewusstsein in einem Körper mit digitalisiertem Bewusstsein zu modellieren, was sie nahezu unsterblich machen würde. Sie willigt ein und wird zur Botschafterin und Mittlerin zwischen KI’s und biologischer Existenz, die seit Jahrmillionen einen erbitterten Kampf führen, der auch für die Zukunft Gefahren birgt.

Piper Verlag

464 Seiten, 18, – €

EAN 978-3-492-70513-4

Andreas Brandhorst, geboren 1956 im norddeutschen Sielhorst, schrieb mit seinen futuristischen Thrillern und Science-Fiction-Romanen wie „Das Schiff“ und „Omni“ zahlreiche Bestseller. Spektakuläre Zukunftsvisionen sind sein Markenzeichen. Der SPIEGEL-Bestseller „Das Erwachen“ widmet sich dem Thema Künstliche Intelligenz, sein Wissenschaftsthriller „Ewiges Leben“ zeigt Chancen und Gefahren der Gentechnik auf. Die zuletzt erschienenen Science-Fiction-Romane „Das Netz der Sterne“ sowie „Mars Discovery“ führen den Leser in die unbekannten Weiten des Universums.