Als ich mir das Debüt-Album von FROZEN SOUL mit dem bezeichnenden Titel „Crypt of Ice“ zum ersten Mal anhörte, kam mir unwillkürlich meine erste Reise in die USA in den Sinn. Es war Mitte der 80er, Anfang April, als ich im sonnigen Texas bei 22 Grad plus eintraf. Als ich am nächsten Morgen aufstand, war es minus 2 Grad und ein eisiger Schneeregen peitschte durch die Häuserschluchten von Dallas Downtown. Und wenn ich nach draußen schaue, klirrende Kälte und Schnee, ein Wetter, bei dem mich nur noch der Hund überzeugen kann, das Haus kurzzeitig zu verlassen.

„Crypt of Ice“ ist also ein Album zur richtigen Zeit, nicht nur das Album-Artwork wird der klirrenden Kälte gerecht, auch der beinharte Old School Death Metal in der Musik passt hervorragend zur aktuellen – auch gesellschaftlichen – Lage. Und auch wenn sich FROZEN SOUL so anhört, als gäbe es sie seit den Anfangstagen des Death Metal, so sind sie erst seit 2018 mit „Encased in Ice“-Demo aufgetaucht, das direkt für etwas Wirbel im amerikanischen Untergrund sorgte. Zwei Jahre später erscheint dann auf Century Media das beachtliche Debüt Album. Und es hat es in sich, FROZEN SOUL zwar nichts wirklich Neues, aber sie machen irgendwie Spaß und transferieren den Old School Death Metal in die moderne Zeit.

Die 10 Songs des Albums wirken wie aus einem Guss, eingeleitet mit stimmungsvollen eisigen Passsagen, das ein oder andere dazu passende sample, ziehen sie im verlauf der stücke deutlich an. Tief gestimmte E-Gitarren, mit auffallenden antreibenden Riffs. Ein treibender Bass, Beats, die tief in die Magengrube hämmern und die Drums, die dem ganzen den passenden Rahmen geben. Dazu ein typischer düsterer Deat Metal Gesang. Hervorragend für eine band, die gerade ihre ersten Landmarks in diesem Genre setzt. Trotz des bereits überzeugenden Songwriting, den bärenstarken Riffs und hämmernden Beats fehlt FROZEN SOUL noch ein wenig Substanz, um in die erste Liga des Death Metals aufzusteigen. Für die Fans des Old-School-Death Metals reicht es allemal und sie sind für die eigene Zukunft auf einem guten Pfad, der mit ein wenig mehr Abwechslung und dem notwendigen eigenem Stempel auf jeden Fall durch die Decke gehen kann. Ich kann nur hoffen, dass sie die Chance bekommen, bei hoffentlich bald wieder stattfindenden Konzerten neue Fans zu gewinnen, daran weiterwachsen und auch hier in Europa endlich heiße Newcomer zu werden. Mir jedenfalls gefällt es und ich habe sie mir auf meiner Merkliste notiert

Videos:

Crypt of Ice: https://www.youtube.com/watch?v=9EKV1O7gJDU

Encased in Ice: https://www.youtube.com/watch?v=mtzpegCztV0

Wraith of Dead: https://www.youtube.com/watch?v=QgQM5BQV3AY

FROZEN SOUL sind:

Vocals – Chad Green

Guitar – Michael Munday

Bass – Samantha Mobley

Drums – Matt Dennard

Guitar – Chris Bonner

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