Kraftvoll, raffiniert inszeniert und schwarzhumorig gewürzt kommt Anne von Vaszary mit ihrem großartigen Debüt ‚Die Schnüfflerin‘ daher. Wirklich herausragend sind Anne von Vaszary’s schräge Charaktere, die sie geschickt vor der Berliner Szenerie ihr „Unwesen“ treiben lässt.

Nina, 25 Jahre, steht nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens – doch sie nimmt es gelassen und mit Humor. Ihre Mutter gab Nina, als Ergebnis eines One-Night-Stands, schon als kleines Kind bei der Oma in Brandenburg ab und zog nach Australien. Die Oma zieht Nina liebevoll groß, doch nach ihrem Tod gerät Ninas Leben etwas aus den Fugen. Sie zieht zu ihrer Freundin Fanny, einer etwas durchgeknallten, eher unbedeutenden Schauspielerin. Ninas aktueller Job, in einem Starbucks, Kaffee zu servieren, haut sie zwar nicht um, aber lässt sie zumindest überleben. Doch in etwas Schieflage gerät sie, als sie merkt, dass sie nach einem One-Night-Stand, schwanger ist. Sie trifft sich mit dem Vater des Ungeborenen, dem Autoverkäufer Rick, der über eine große Anhängerschaft bei den Mädels verfügt. Im Oscar, einem angesagten französischen Restaurant, verkündet sie ihm die „Frohe Botschaft“. Unmittelbar danach bricht er röchelnd zusammen. Doch außer Ricky zeigen noch drei weitere Gäste die gleichen Symptome. Die Zwiebelsuppe wurde mit Arsen vergiftet, alle vier Gäste sterben daran. Nina, die seit dem Beginn ihrer Schwangerschaft, nicht nur an Übelkeit leidet, sondern auch an ausgeprägten Geruchsassoziationen, ist nun gänzlich perplex. Da sie, wegen ihrer Übelkeit, als Einzige den Giftanschlag überlebt, gerät sie schnell ins Visier der ermittelnden Beamten der Mordkommission, einer wirklich schrägen Truppe. Angeführt wird die Truppe von Kommissar „Rex“, der ehemals als Führer der Hundestaffel so erfolgreich war, dass sein Name in aller Munde ist. Nach einem Unfall im Einsatz verliert er ein Bein und wird zur Mordkommission versetzt. „Rex“ ist von Ninas ausgeprägtem Geruchssinn so fasziniert, dass er sie in die etwas unkonventionellen Ermittlungen mit einbezieht. Um einer Untersuchungshaft als Mordverdächtige zu entgehen, lässt Nina sich auf das Angebot des Kommissars ein und erweist sich als ziemlich gute Schnüfflerin auf einer Achterbahn der Gefühle. Rasant und voller Gefahr.

Verlag: Knaur TB

384 Seiten, 9,99 €

ISBN: 978-3-426-52382-7

Anne von Vaszary, 1975 geboren und aufgewachsen in Sachsen, studierte Dramaturgie und Drehbuchschreiben an der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf und schlug den damals ungewöhnlichen Weg ins interactive Storytelling ein. Ihre Werke erhielten mehrere Preise, u.a. den Lara Kino Award für die Beste Kinoadaption 2009 sowie den Deutschen Entwicklerpreis für das Beste Adventure 2009 und die Beste Story 2016. 2016 gewann sie auch das Arbeitsstipendium der Mörderischen Schwestern, das den Weg zu ihrem ersten Kriminalroman »Die Schnüfflerin« ebnete. Anne von Vaszary lebt mit ihrer Familie in Berlin und schreibt in Sachsen und auf Sylt.

http://www.annevonvaszary.de