Schräg! ‚88 Namen‘ bringt eine geniale Verquickung von VR und Realität. Die Geschichte gibt einen interessanten und tiefgreifenden auf den wachsenden Anteil von Gamern, die im netz eine Plattform finden, um Bedürfnisse zu befriedigen und in Rollen zu schlüpfen, für die das Hier und Jetzt ihnen keine ihnen keinen Platz bietet. Genial geschrieben und dargestellt!

John Chu wächst bei seiner Mutter, , einer selbstbewussten Asiatin, auf. Sein Vater ist Amerikaner mit irischen Wurzeln, den John jedoch erst als Teenager kennen lernt. Die Mutter arbeitet als Cyber-Command für ‚Zero Day‘, deren Aufgabe es ist, das Netz hinsichtlich von Straftaten zu überwachen. Schon früh richtet sich John in dieser Parallelwelt ein und bekleidet in vielen Gamers einflussreiche Charaktere auf hohen Leveln. Um sein Leben zu finanzieren, gründet er eine Firma namens Sherpa Inc. Gemeinsam mit einer Handvoll ausgesuchter, talentierter Spieler bietet er reichen Geschäftsleuten seine Dienste an, sie in Spielen ihrer Wahl schnell auf höchste Level zu hieven. Auch Darla, eine äußerst gewiefte, talentierte Spielerin, holt er in seine Crew. Doch Darla stellt sich als manipulativ und sehr anstrengend heraus, sodass sich John von ihr distanziert. Eines Tages tauchen zwei Avatare auf, die sich ihm als Mr. Jones und mr. Smith vorstellen. Sie bieten ihm 200.000 Dollar, wenn John sie mit seiner Crew ins Netz begleitet. Ihrem Verhalten nach lassen sie John vermuten, dass es sich in Wirklichkeit um hohe Funktionäre der nordkoreanischen Regierung handelt, möglicherweise um Kim Jong Un persönlich mit Assistenten. Daher bittet er seine Mutter um Hilfe. Als dann jedoch ein weiterer weiblicher asiatischer Avatar an John herantritt und ihm das doppelte Honorar bietet, laufen die Dinge für ihn und seine Crew zunehmend aus dem Ruder. Was jedoch am meisten beunruhigt, ist, dass sich die Geschehnisse sich nicht mehr nur auf das Netz beschränken, sondern seine Mitarbeiter und er selbst auch im Privatleben in ernste Gefahr geraten. Doch handelt es sich bei der Geschichte tatsächlich nur um politische Streitigkeiten der Asiaten, in die John hineingeraten ist?

FISCHER Tor

336 Seiten, 16,99 €

ISBN: 978-3-596-70093-6

Übersetzt von: Alexandra Jordan

Matt Ruff, 1965 in New York geboren, wurde bereits mit seinem ersten Roman (»Fool on the Hill«) zum Kultautor. Seitdem nimmt er sich auf seine unnachahmliche Weise verschiedenste Fragen der Gegenwartskultur an. In »88 Namen« beschäftigt er sich mit unklaren Identitäten im Internetzeitalter.