Zitat: „Zum ehelichen Leben gehört auch, die Unlust des Partners zu überwinden. Der Ehemann ist nicht darauf aus, ein Verbrechen zu begehen – manche Männer sind einfach rabiater.“ Bis Ende des letzten Jahrtausends, und das ist nicht besonders lange her, war die Vergewaltigung der EIGENEN Ehefrau so etwas wie ein Kavaliersdelikt und wurde nicht unter Strafe gestellt. Seitdem MANN dafür zwar leicht, aber doch rechtlich, verurteilt wird, bröckelt das alte Bild vom Mann als Krönung der Schöpfung. Der einzige Rückzugsort für Männer der alten Sorte ist der Wedding und die Müllabfuhr, las ich letztlich. Auch wenn Sebastian Fitzek behauptet, er schreibe nur, um zu unterhalten, so bin ich ihm unendlich dankbar, dass er das allgegenwärtige Thema von häuslicher Gewalt, das hauptsächlich Frauen als Opfer aufweist in gewohnt unterhaltsamer und Suchtpotential aufweisender Art und Weise in die Heimkehr umsetzt.

Klara, eine hübsche Frau mittleren Alters, ist glücklich, so zumindest sieht sie ihre Umgebung. Ihr Mann Martin ist ein Traummann, der Sunny-Boy schlechthin. Zahnarzt, gutaussehend, reich und einflussreich. Ihre kleine Tochter Amelie ist der reinste Sonnenschein. Doch hinter der Kulisse bietet sich ein Bild des Grauens. Seit Jahren foltert, misshandelt, demütigt und vergewaltigt Martin seine Frau. Von der einst selbstbewussten und starken Klara ist nur noch die Fassade übrig. Ihrer Tochter zuliebe erträgt sie all diese Erniedrigungen. Eine renommierte psychiatrische Einrichtung sucht Probanden für eine Testreihe. Die Probanden sollen sich künstlich in einen Zustand von Wahnvorstellungen und Paranoia versetzen lassen, um Nebenwirkungen von Medikamenten zu testen. Da es Klara als ‚Weiterbildung‘ angeboten wird, stimmt sie dankbar zu. Denn es würde ihr einen dreiwöchigen Urlaub von den häuslichen Qualen ermöglichen. Das Experiment in der Klinik schlägt jedoch völlig fehl. Klara erleidet einen Herzstillstand und sie ist sich danach hinsichtlich von Halluzination und Wirklichkeit nicht mehr sicher. Während dieser vermeintlichen Therapie lernt sie einen Mann kennen und verliebt sich in ihn. Doch dieser entpuppt sich als Frauenserienkiller. Er stellt ihr en Ultimatum. Wenn sie sich nicht bis zum 30.11 von ihrem Mann getrennt hat, wird er sie töten. An genau diesem Tag beschließt Klara, sich selbst das Leben zu nehmen. Doch dann ruft Jules an. Er arbeitet für eine Organisation, die Frauen, die sich auf ihrem Heimweg fürchten, telefonisch begleiten. Klara hat diese Nummer in ihrem Handy gespeichert, denn sie hat diesen Gienst bereits mehrmals genutzt. Doch Jules Dienste sind wirklich sehr speziell.

Verlag: Droemer HC

400 Seiten, 22,99 €

ISBN: 978-3-426-28155-0

Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie”(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile erscheinen seine Bücher in sechsunddreißig Ländern und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet und 2018 mit der 11. Poetik-Dozentur der Universität Koblenz-Landau geehrt.
Er lebt in Berlin.
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