Was für eine Story, einfach genial. Philip P. Petersons ‚Vakuum‘ überzeugt in jeder Hinsicht. Durch sein hintergrundwissen als Ingenieur für zukünftige Trägerraketenkonzepte schafft der Autor ein glaubhaftes Szenario, dass sich durchaus in absehbarer Zeit bewahrheiten könnte. Denn auch Ereignisse, die aktuell im Weltall beobachtet werden, lassen den Spielraum für solche Szenarien leider zu.

Wir schreiben das Jahr 2025. Susan Boyle ist eine junge Physikerin, die für die University of Wisconsin in Madison a Südpol Forschungen betreibt. Ihr Schwerpunkt ist die Erforschung von Neutrinos, die beispielsweise gehäuft bei Supernovae auftreten. Eines Nachts verzeichnet das Neutrino-Teleskop ein ungewöhnlich hohes Auftreten dieser Elementarteilchen, die sie aus Richtung der Hyaden erreicht. Doch eine Supernova dort ist nicht zu erkennen. Stattdessen ist zu beobachten, wie dort ein Stern nach dem anderen plötzlich verschwindet. Entsetzt stellt Susan fest, dass es sich dabei um einen Vakuumzerfall handelt, der bereits aus der Quantenfeldforschung bekannt ist. Die Ausbreitung dieses Zerfalls erweist sich als unendlich. Ein aus den Hyaden kommendes außerirdisches Raumschiff sendet der erde im Vorbeiflug entsprechende Daten. Sie sind bereits auf der Flucht vor dem Zerfall und das mit sehr hoher Geschwindigkeit, die höher ist, wie die Ausbreitung der Vakuumblase. Der errechnete Zeitpunkt, an dem der Zerfall die Erde erreicht beträgt fast genau zwei Jahre. Susan zählt zu der extrem kleinen Zahl an Wissenschaftlern, die der Präsident der vereinigten Staaten in geheimer Mission auswählt, um nach Lösungen zu suchen. Doch es gibt keine Rettung. Um zumindest den Fortbestand der Menschheit zu sichern, entschließt er sich einem gigantischen Projekt zuzustimmen. Die Mayflower, ein riesiges Raumschiff wird gebaut und soll ca. 2.000 Menschen als Arche dienen. Aufbau und vor allem der Antrieb haben einen experimentell völlig neuartigen Charakter. Nicht nur das amerikanische Volk, sondern die ganze Welt weiß mittlerweile von der bevorstehenden Vernichtung der Erde. Es kommt zu den erwarteten Ausschreitungen. Nur die Aussicht auf ein Losverfahren für Plätze auf der Arche, den der Präsident dem Volk verspricht, sichert die planmäßige Fertigstellung. Viele Generationen in de Zukunft leben Pala und ihr Vater Mikel mit ihrem Stamm in einem Wald in der Nähe eines Sees.  Sie ernähren sich von Ackerbau und Viehzucht. Die Kenntnisse über ihre Vergangenheit sind nur spärlich. Sie wissen, dass es in der Nähe eine Stadt gibt, die von den Urvätern erbaut wurde. Doch sie fürchten sich davor, den dort sagt die Überlieferung, gäbe es Geister. Als Mikel an Leukämie erkrankt, ist seine einzige Hoffnung, dass die Medizin der Stadt ihn retten kann. Zum ersten Mal seit vielen Generationen nimmt das Waldvolk Kontakt zur Technik der Urväter auf.

Verlag: FISCHER Tor

496 Seiten, 16,99 €

ISBN: 978-3-596-70074-5

Phillip P. Peterson arbeitete als Ingenieur an zukünftigen Trägerraketenkonzepten und im Management von Satellitenprogrammen. Neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen schrieb er für einen Raumfahrtfachverlag. »Transport« war sein erster Roman, der zum Bestseller wurde. Mit »Paradox« gewann er 2015 den Kindle Storyteller-Award. Zu seinen literarischen Vorbildern gehören die Hard-SF-Autoren Stephen Baxter, Arthur C. Clarke und Larry Niven.

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