Köln, die Stadt mit den fröhlichsten, liebenswertesten und hilfsbereitesten Ureinwohnern in Deutschland. Doch Stefan Keller schreibt in ‚Kölner Totenkarneval‘ nur am Rande über den kölschen Frohsinn, sondern eher über den Filz bei BKA, MAD, KSK und Kripo. Temporeich und spannend führt er uns durch das schäbige Netzwerk, das die Exekutive durchzieht.

Es ist der 11.11 und in Köln herrscht das gewohnte Gedrängel von betrunkenen, schunkelnden und kostümierten Menschen. Der „Treue Husar“, eine Kneipe in der Südstadt ist rappelvoll, als dort eine Bombe hochgeht. Sechs Menschen sterben, es gibt zahlreiche Verletzte. Unter den toten ist der Türke Ali Ökcan, von dem das BKA behauptet, er sein ein terrorist und habe den Anschlag verursacht. Marius Sandmann ist Privatdetektiv. In seiner Nachbarschaft in Nippes betreibt der Onkel Ali Ökcans ein Obst- und Gemüsegeschäft. Die Ökcans glauben nicht, dass Ali dieses Verbrechen begangen hat und beauftragen Marius damit, den Fall zu recherchieren. Paula Wagner, Kripo Köln, wäre eigentlich für die Ermittlungen rund um den Bombenanschlag zuständig, doch das BKA entzieht ihr brüsk den Fall. Stattdessen muss sie sich um eine Wasserleiche aus dem Rhein kümmern. Ein junger Mann mit einer erheblichen Kopfverletzung bereitet ihr Kopfzerbrechen. Marius, der bei seinen Ermittlungen das Umfeld von Ali Ökcan abklopft, stößt dabei auf einige Ungereimtheiten und bittet Paula Wagner um Hilfe. Schnell wird klar, dass das BKA sehr oberflächlich und schlampig gearbeitet hat. Trotz der Hinweise auf diese Ermittlungsfehler beharrt das BKA darauf, das Ali Ökcan unumstößlich der Attentäter gewesen sei. In Marius Wohnung geht eine Bombe gleicher Bauweise wie im „Treuer Husar“ hoch und verwüstet seine Bleibe. Im Fall der Rheinleiche ermittelt Paula gegen drei Kollegen, die sie verdächtigt, die Tat begangen zu haben. Auch Marius gerät mit diesen testosterongesteuerten beamten aneinander. Paula Wagner nimmt Marius zuerst in ihrer Wohnung auf und bietet ihm einen gewissen Schutz, den er dringend benötigt. Marius wird verhaftet und ziemlich brutal vom MAD verhört. Mithilfe einer einflussreichen Anwältin der Ökcans kommt er wieder frei. Verena Talbot, Journalistin und Exfreundin von Marius, wittert die Story ihres Lebens, denn auch sie bezweifelt die Berichte des BKA über den Anschlag in der Südstadt. Doch, was wirklich geschah am 11.11 übertrifft alle Vorstellungen.

Gmeiner Verlag

Paperback

326 Seiten, 13, – €

ISBN 978-3-8392-2779-4

Stefan Keller lebt als Autor und Dozent in Düsseldorf. Neben mehreren, zum Teil preisgekrönten Romanen veröffentlicht er Sachbücher, schreibt Drehbücher, Hörspiele und Bühnentexte. Als Storytelling-Experte berät er Unternehmen, Institutionen und Kultureinrichtungen in ihrem Marketing. Zudem unterrichtet er Schreiben, u. a. als Lehrbeauftragter an den Universitäten Köln und Düsseldorf.