Was für ein Mega-Debüt hat Mathias Berg mit „Der Preis der Rache“ da aus dem Hut gezaubert hat? Es ist, so hoffe ich, der Anfang einer langen Serie. Das Herzstück, die Hauptfigur ‚Lupe‘, ist wirklich einer der genialsten Charaktere, die mir bisher in Büchern begegnet sind, eine ‚verdammt coole Socke‘.

Lupe ist ein Findelkind. 1976 wird sie im Alter von circa zwei Jahren von einem Kölner Polizeibeamten in einer abgelegenen Gartenlaube entdeckt. Sie spricht kein Wort, knurrt wie ein Hund und ist scheu wie ein Reh. Ein Ehepaar mit skandinavischer Abstammung, beide Psychologen, adoptiert Lupe. Mithilfe einer jungen Schäferhündin schaffen sie es, Lupe näher zu kommen und ihr soziale, menschliche Kontakte zu vermitteln. Doch niemand kennt Lupes wahre Herkunft. Es ist das Jahr 2003. Lupe hat Psychologie studiert und bereits einige Jahre als Therapeutin in der Kölner Forensik gearbeitet. Als sie diese Arbeit zu langweilen beginn tritt sie eine Praktikantenstelle beim LKA in Düsseldorf an. Es ist eine Sondereinheit des LKA, die in besonderen Fällen die Mordermittlungen als Fallanalytiker unterstützen. Die Truppe ist klein, aber fein. Lupe fühlt sich auf Anhieb pudelwohl. In Köln wird bei Abbrucharbeiten an einer alten Tankstelle eine weibliche Leiche gefunden, die offenbar beim Bau der Tankstelle in den frischen Beton versenkt wurde. Der Leiche fehlt ein Fuß. Das LKA ermittelt. Mitte der 70er Jahre gab es in Köln eine kleine Mordserie, die bis heute ungeklärt ist. Drei Männer wurden ermordet, denen posthum ein Fuß amputiert wurde. Schnell ist klar, dass dieser Leichenfund im Zusammenhang mit der Mordserie stehen muss. Die alten Fälle werden hervorgeholt und durchgeforstet. Die Befragung der Hinterbliebenen bringt zunächst keine neuen Erkenntnisse. Niemand, so scheint es kannte das Opfer, Su Wechter, sie war eine junge, hübsche, äußerst eigenwillige Person. Es gab keine Vermisstenanzeige, da Su damals plante nach Torremolinos auszuwandern. Sie arbeitete damals im Roxy, einem angesagten Szenelokal in der Nähe des Rudolfplatzes. Als Su verschwand, dachten alle, sie sei auf und davon. Doch Su hatte einen Bruder, den sie sehr liebte. Er ist behindert. Lupe nimmt sich ihm an, Bernhard ist sehr aufgewühlt von der Todesnachricht seiner Schwester. Seit über zwanzig Jahren wartet er darauf, dass seine Schwester ihn abholt und mit nach Spanien nimm, denn das hatte sie ihm versprochen. Er gewinnt Vertrauen zu Lupe. Nach und nach erfährt Lupe, Su Wechters dunkles Geheimnis. Unter anderem, dass sie en Kind bekam, dass Bernhard und sie in einer Gartenlaube versteckten. Doch eines Tages war das Kind verschwunden.

Knaur TB

448 Seiten, 9,99 €

ISBN: 978-3-426-52500-5

Mathias Berg kam 1971 unter romanreifen Umständen zur Welt – genau 17 Tage zu früh, da der Nachbar tags zuvor seine Frau erschoss.
Lust auf das Lesen und Schreiben machte ihm seine Mutter, die Tochter eines Polizisten aus Stuttgart. Nach dem Abitur in Ulm studierte er Soziologie in Bamberg und London, jobbte als Radiomoderator und arbeitete als Werbetexter und Marketing-Redakteur. »Der Preis der Rache« ist der erste Band der Cold-Case-Serie um die Psychologin Lupe Svensson und den LKA-Ermittler Otto Hagedorn. Mathias Berg lebt in Köln.

www.mathias-berg.de