Bilder: GMEINER

Auch das feine Wien hat seine Schmuddelecken. In Roman Klementovic’s Thriller ‚Verspielt‘ bieten diese eine ausgezeichnete Kulisse für seine sphärische, spannungsgeladene Story.

Wien in der Vorweihnachtszeit. Martin Finck, 35 Jahre alt, ist ein erfolgreicher Rechtsanwalt und bewohnt mit seiner Frau Maria eine große Wohnung inmitten der Stadt. Er ist entsetzt, als er Anfang Dezember nach Hause kommt und anstelle Marias einen Brief vorfindet. Seine Frau sei entführt worden, steht in dem Schreiben. Finck habe drei Tage Zeit, den Grund für diese Entführung herauszufinden. Der Entführer würde während dieser drei Tage täglich um Mitternacht bei ihm anrufen und nach dem Grund fragen. Weiß Finck diesen nicht, würde er Maria Schmerzen zufügen. Sobald die zeit abgelaufen sei, ohne dass Finck den Grund herausgefunden habe, würde er Maria töten. Er dürfe mit niemandem darüber reden oder gar die Polizei einbeziehen, denn auch das wäre Marias Todesurteil. Verzweifelt macht sich Tim auf die Suche und durchforstet Marias Vergangenheit. Dabei stößt er auf einen vier Jahre alten vergilbten Zeitungsartikel, der über einen Brand in Bernbach in Niederösterreich berichtet, bei dem zwei Menschen starben. Es handelte sich um einen Schweinemastbetrieb. Die Polizei vermutete Brandstiftung, von Tierschützern verursacht. Richter, Gebrauchtwagenhändler, bietet nicht nur wegen seiner Alkohol- und Fresssucht ein unangenehmes Äußeres, sondern liegt wegen dubioser Geschäfte mit einem der gefürchteten Drogenbosse im Clinch. Er erhält den gleichen Brief wie Finck und vermisst seither seine Schwester Christine. Fälschlicherweise glaubt Richter, die Entführung hinge mit seinen Drogengeschäften zusammen. Als er in seinem Büro auf zwei Leichen trifft, Soldaten des Drogenbarons, ergreift er die Flucht und irrt durch die Wiener Unterwelt. Auf der Suche nach den beiden Frauen kreuzen sich Fincks und Richters Wege und es werden vage Zusammenhänge deutlich. Christine und Maria waren während ihres Studiums Freundinnen. Und obschon beide Frauen in Wien wohnen, wurde diese Freundschaft abrupt beendet. Am dritten Tag an dem das Ultimatum abläuft, begibt sich Finck in seiner Verzweiflung nach Bernbach, dem kleinen Ort in Niederösterreich, der in dem Zeitungsartikel erwähnt wird. Dort erfährt er, dass es bei dem Brand einen Überlebenden gegeben hat. Es ist der heute zwanzigjährige Sohn des verstorbenen Ehepaars. Bei der Durchsuchung der Brandruine findet er tatsächlich die beiden Frauen und auch Richter trifft dort in. Doch der Mensch, der sich als Entführer entpuppt, macht beide sprachlos. Beide kennen ihn als harmlosen, freundlichen Menschen aus ihrem näheren Umfeld. Doch auch Kommissar Mücke ist ihm auf den Fersen.

GMEINER-Verlag

312 Seiten, 14,- €

ISBN 978-3-8392-1797-9

Roman Klementovic, geboren 1982 in Wien, arbeitete viele Jahre im Marketing bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Seitdem ist er kaum von seinem Notebook zu trennen und tüftelt ständig an neuen Geschichten.
Besucht den Autor auf: www.romanklementovic.at