Der zweite und abschließende Band zu Exodus mit dem Untertitel ‚Der dunkelste Tag‘ schmiegt sich nahtlos an den ersten Band an und fasziniert ebenso.

Die auf drei Besatzungsmitglieder und etwas über 100 treu ergebener Drohnen geschrumpfte Besatzung der USS London dümpelt seit über tausend Jahren in der Gravitation eines schwarzen Loches, dem sie nicht entkommen kann. KI Jazin Harper ist schwanger von dem einzigen Humanioden an Bord, von dem Techniker Denis. Dieses Leben ist über diese Dauer nur möglich, weil es auf der USS-London eingefrorene Replikationen ihrer Hüllen gibt. Diejenige, die auf Leben und Materie an Bord ein allumfassendes Auge hat, ist Mutter, eine aus Jazins Bewusstsein erstellte KI. Unerwartet erhalten sie Besuch von einer KI namens Lilith, einer technisch sehr fortschrittlichen Version ihrer selbst, doch mit eher plumpen humanoiden Zügen und sehr eng programmiert. Sie behauptet, ihre Aufgabe sei es, verirrte Raumschiffe zurück zur Erde zu führen. Das Vertrauen, dass Mutter und Jazin ihr entgegenbringen, erweist sich als fataler Irrtum. Doch Denis und eine Schar treuer Roboter retten das Schiff. Mit den daten, die Lilith ihnen übermittelt hat, nimmt die USS-London nach 6775 Jahren wieder Fahrt auf in Richtung des Heimatplaneten. Die US-Boston hingegen hat nach wenigen hundert Jahren mit etwas Verspätung, den von ihr anvisierten erdähnlichen Planeten 16CygniB-Cygnus gefunden. Im Jahr 3075 steuert die Boston auf ihn zu, als sie erstaunt feststellen, dass der Planet bereits mit Menschen von der Erde besiedelt ist. Doch der Empfang ist alles andere als freundlich. Die Besatzung wird umgehend inhaftiert, die 3 Millionen Embryos konfisziert und Maximillian Harper, die zweite von Duncan Harper erschaffene KI zum Tode verurteilt. Die Zeiten haben sich geändert. Humaniode KI’s, wie Max und Jazin es sind, sind verboten worden. Nur dem Einfluss eines skrupellosen Geschäftsmanns auf der Erde, der sich Harpers Erbe erschlich, ist es zu verdanken, dass Max zur Erde verfrachtet wird. Von Cygnus zur Erde existiert mittlerweile eine stabile Wurmlochverbindung, die die Fahrtdauer auf wenige Stunden verkürzt. Zwischen Cygnus und der Erde herrscht ein kalter Krieg. Cygnus möchte sich von der Erde unabhängig machen. Eine Untergrundbewegung, die sich „Schatten“ nennt, kommt Max und seiner Mitstreiterin Pro. Isabella Macfadda zur Hilfe. Die Professorin ist Historikerin und erbitterte Gegnerin der korrupten Erdregierung. Ein heißer Kampf um die 3 Millionen Embryonen entbrennt. Im Jahr 9495 nach 6775 Jahren Fahrtdauer erreicht die USS-London die Erde. Doch, was sie dort erwartet, entspricht nicht wirklich ihren Vorstellungen. Zwar haben sie ihre eigentliche Mission nicht erfüllen können und doch war sie ein voller Erfolg. Denn Duncan Harpers Plan zur Erhaltung der Menschheit  geht doch noch auf.

FISCHER Tor

384 Seiten, 14,99 €

ISBN: 978-3-596-70038-7

Thariot hat eine Schwäche für spannende Geschichten. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er mit dem Schreiben, vor allem Kurzgeschichten, bis er dann in 2009 die Arbeit an seinem ersten Buch in Angriff nahm. Mittlerweile hat er über dreißig Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie und seinem Dackel auf Malta.