Genial! Nüchtern, spannungsgeladen, exzellent und geschmeidig im Aufbau. Exodus 2727 ist ein in jeder Hinsicht überzeugender erster Band und macht geradezu süchtig auf das abschließende zweite Buch mit dem Titel Exodus 9414, das gerade erschienen ist.

London im Jahr 2727. Duncan Harper, 117 Jahre alt und Milliardär im dreistelligen Bereich, ist ein genialer Wissenschaftler und bei der Planung und Umsetzung von künstlicher Intelligenz marktführend. Er steht kurz vor der Vollendung eines Lebenstraums. Zwei riesige, technisch hochentwickelte Raumschiffe wurden nach seinen Plänen gebaut. Neben 490 Mann Besatzung befinden sich auf der USS-London, die bereits unterwegs ist, und der USS-Boston je drei Millionen befruchteter Embryonen, die die Existenz der Menschheit sichern sollen. Ziel ist das Aldarin-System in 49 Lichtjahren Entfernung. Dort gibt es einen Planeten, der erdähnliche Bedingungen aufweist. Die Fahrt dorthin soll über 100 Jahre dauern, diese zeit soll durch ein ausgeklügeltes Kälteschlafsystem kompensiert werden. Duncan Harper hat drei Kinder. Während Max und Jazin in seine Fußstapfen treten, ist Finch das schwarze Schaf der Familie. Er scheißt auf den Reichtum des Vaters und arbeitet als Polizist, da er für mehr Gerechtigkeit sorgen will. Er kehrt dem Vater den Rücken zu. Mehr als zwanzig Jahre ist es her, seitdem er ihn das letzte Mal sah, als er nun aus widrigen Umständen heraus gezwungen war, ihn zu interviewen. Zeitgleich startet die USS-Boston ins Weltall zu Harpers großer Mission, ein riesiges Medienspektakel. Doch es ist nicht sein Vater, der ihn zu diesem Interview erwartet, sondern ein von einer KI gesteuertes Hologramm. Die Anwältin des Vaters erklärt ihm, der Vater sei schon seit einigen Tagen tot. Was er erfährt ist erschütternd. Seine beiden Geschwister Max und Jazin sind mit von ihm geschaffene KI’s verbunden, die die Mission sichern sollen.  Denn auf der USS-London hat er seine Tochter Jazin eingeschleust und sie mit der übergeordneten KI namens Mutter verbunden. Auf der USS-Boston ist sein Sohn Max mit der KI namens Vater vernetzt. Die fahrt der USS-London gerät völlig aus dem Ruder. Als Jazin aus dem Kälteschlaf erweckt wird, merkt sie ziemlich schnell, dass etwas schiefgegangen sein muss. Eigentlich hat die Fahrt bisher 7 Jahre gedauert. Doch sowohl das Material des Raumschiffes als auch die Blutwerte der Besatzung weisen deutlich stärkere Alterungsprozesse auf. Als das Schiff dann auch noch in die Gravitation eines riesigen Schwarzen Lochs gerät, ist es allen klar, dass das Schiff vom Kurs abgekommen ist. Die Mission hat sich verflogen und ist bereits seit hunderten von Jahren unterwegs. Die Lage eskaliert, als der Kapitän seine Crew tötet. Die einzigen Überlebenden sind Jazin und der Techniker Denis.

FISCHER Tor

448 Seiten, 14,99 €

ISBN: 978-3-596-70447-7

Thariot hat eine Schwäche für spannende Geschichten. Bereits als Fünfzehnjähriger begann er mit dem Schreiben, vor allem Kurzgeschichten, bis er dann in 2009 die Arbeit an seinem ersten Buch in Angriff nahm. Mittlerweile hat er über dreißig Science-Fiction-Romane veröffentlicht. Er lebt mit seiner Familie und seinem Dackel auf Malta.