Bowie, eine Kunst-, Kultur- und Musiklegende, hinterlässt nach seinem Tod 2016 immer noch eine große Fangemeinde, die ihm nachtrauert. Ich denke, Bowie hätte seine Freude an diesem Buch, denn die lebhafte Geschichte, die Fran Ruiz aus den wenigen, nicht immer von Bowie ernst gemeinten Interviews extrahierte, hat er meisterhaft ausgeschmückt. Zusammen mit Maria Hesses Illustration bietet dieses Buch eine symbiotische Zeitreise durch das Chaos und die Genialität des David Robert Jones aka David Bowie.

Im Jahr 1947 erblickt er das Licht der Welt in London, umgeben von den Trümmern des zweiten Weltkriegs. Schon als Kind entdeckt er seine Leidenschaft zur Musik. Sein älterer Halbbruder Terry hilft ihm, den Zutritt dahin u erlangen. Sein Vater Haywood war ein liebevoller Mensch mit einem Hang zur Traurigkeit, der immer an ihn glaubte. Von der Mutter Peggy erbte er offenbar die Liebe zur Musik, denn auch sie wäre gerne Sängerin geworden. Leider birgt der mütterliche Zweig eine gewisse Veranlagung zur Schizophrenie, der letztendlich sein Halbbruder Terry erlag. Lange zeit lag die Angst, selbst daran zu erkranken, wie ein Schatten über ihm. Sein Hang zum exzessiven Drogenkonsum machte diese Angst zu einem Monster. 1970 heiratete er die bisexuelle Angie Barnett. Sein Sohn Duncan wird 1971 geboren und erdet Bowie für eine Weile. Doch mit dem zunehmenden Erfolg gestaltete sich seine Ehe immer schwieriger. 1980 lässt sich Bowie scheiden, bleibt aber in Kontakt mit seinem Sohn Duncan. Nachdem er sich aus dem Knebelvertrag mit der RCA endlich lösen kann, finder er bei der EMI in Köln endlich nicht nur Freiheit, sondern auch die materielle Anerkennung für sein Schaffen. Er setzt nun ungehindert seine Verwandlungskunst fort. London, New York, Berlin sind seine Bühnen auf denen er sich nicht nur als Musiker präsentiert. Auch als Maler und Schauspieler findet er Anerkennung. Nicht jedem gefällt seine unkonventionelle Art – „Ich hatte dutzende Krtiker und unzählige Bewunderer.“ 1992 findet Bowie die Liebe seines Lebens, Iman erdet ihn und begleitet ihn für den Rest seines Lebens. 2004 betritt Bowie zum letzten Mal eine Bühne. Nach diesem Leben erleidet er einen Herzinfarkt, von dem er sich nie wieder richtig erholte. Während der letzten Jahre widmet er sich seiner Familie und seiner großen Liebe Iman. Bowies Achterbahnfahrt durchs Leben hat ihr Ziel erreicht.

Heyne Hardcore

168 Seiten, 22,- €

ISBN 978-3-453-27302-3

María Hesse, 1982 in Huelva geboren, ist eine der bekanntesten Illustratorinnen Spaniens. Ihre Zeichnungen werden regelmäßig ausgestellt und erschienen u.a. in Zeitschriften wie »Jot Down« und »Glamour«. Daneben illustrierte María Hesse Klassiker wie Jane Austens »Stolz und Vorurteil«. Ihr erstes illustriertes Buch »Frida Kahlo – Eine Biografie« war ein großer Erfolg und wurde in dreizehn Sprachen übersetzt.

Fran Ruiz, 1981 in Málaga geboren, ist Professor der Geografie und Geschichte und schreibt unter anderem für das Magazin »Cultural Use Manual«.