„Wie eine neue Generation ihr Land und die ganze Welt verändert“

Die Chinesen waren lange Zeit für den Mitteleuropäer ein Buch mit sieben Siegeln. Sie lebten zurückgezogen in ihrem riesigen Land in ihrem Maoismus und die Informationen über China waren recht spärlich und einseitig negativ. Doc dann, nach Mao Zedongs Tod öffnete China plötzlich und unvermittelt 1978 die Tore zum Westen. Zak Dychtwald, Jahrgang 1990, wohnhaft in New York studierte in China und bereiste die großen Metropolen des Landes über viele Jahre. Er hat hautnah erlebt, welch dramatische Umwälzungen in China stattfinden, vor allem bei den ‚Milleniale‘, der Generation, die nach 1990 geboren wurde. Mit zahlreichen persönlichen Erlebnisberichten belegt er einen gravierenden Wandel, den diese Generation gerade verwirklicht und er liefert dazu schlüssige historische Ursachen. China, Jahrtausende an die konfuzianische Tradition gebunden, das Volk bis vor fünfzig Jahren in Hunger und Armut versunken, nimmt aktuelle den Schnellzug zur bestimmenden Weltmacht. Chinas Bruttoinlandsprodukt hat sich während der letzten Jahre verdreißigfacht und das, obschon die letzten beiden Generationen der Ein-Kind-Politik unterworfen waren. Die Young-China-Generation schwankt mächtig unter der konfuzianischen Tradition, die besagt, dass sich die Kinder im Alter um Eltern und Großeltern kümmern müssen. Das, was früher im Schnitt auf fünf Schultern lastete, soll heute Einer schaffen. Die Pyramide hat sich umgekehrt. Immer älter werdende Rentner belasten die immer wenigeren Jungen. Doch Young China scheint durch die führende Rolle bei innovativen Technologien dem Westen weit voraus. Auch, wenn der Druck aus sie enorm ist, blicken sie weltoffen, stolz und voller Ideen in die Zukunft. Ehrgeiz und Disziplin jedoch sind in China nicht immer der Garant für gutes Gelingen, den die Hürden, um zum Beispiel an einer guten Uni einen Studienplatz zu erhalten sind riesig. Auch eine Heirat setzt traditionell voraus, dass der Mann eine Immobilie besitzt, die in China mindestens so teuer ist, wie in Deutschland. Deshalb ist die neue Generation immer länger auf das Wohnen im Elternhaus angewiesen, wird sogar deswegen von der älteren Generation als „Elternfresser“ verspottet. Die ‚Mileniale‘ würden sich lieber von den lehren Konfuzius trennen und sich dem Lebensstil des modernen Westens zuwenden, der für sie die Freiheit darstellt, die sie anstreben. Doch der Weg dahin ist zumindest aktuell recht steinig. Sex, Drugs & Rock`n`Roll werden immer noch hart sanktioniert und das Maß an Freiheit von der Regierung reglementiert. Der moderne Chinese jedoch kennt die Schlupflöcher, diese Reglementierungen zu umgehen. Ich denke, auf diese frische, mutige Generation wird noch eine konfliktbeladene Zeit zukommen. Es ist halt weltweit ein Auf- und Umbruch, wohin das Auge schaut.

Econ

Hardcover

352 Seiten, 24,- €

Aus dem Englischen übersetzt von Stephan Gebauer.

ISBN: 9783430210256

Zak Dychtwald, geboren 1990, ist Globetrotter, Schriftsteller, Consultant und Keynote-Speaker. Er ist CEO und Leiter der Forschungsabteilung der Young China Group, einem Think-Tank, der sich auf China und die Interaktion zwischen China und der Welt konzentriert und Unternehmen sowie politische Institutionen berät.
Nach seinem Abschluss an der Columbia University im Jahr 2012 zog Zak nach China, um die Sprache zu lernen, das Land zu erkunden und Chinas junge Leute in ihrem eigenen Land kennenzulernen. Dabei erkannte er, dass das China, über das wir uns im Westen unterhalten, ein vollkommen anderes ist als das neue China, das er erlebte.