Neuseeland steht schon lange auf der Liste der Länder, die ich besuchen möchte. Nalini Singhs ‚Im grausamen Licht der Sonne‘ verstärkt auf jeden Fall diesen Drang, dort hinzureisen. Singh beschreibt Land und Leute, den Zusammenhalt der Maoris und eine Landschaft, die überirdisch schön erscheint. Bezaubernd!

Golden Cove, eine Kleinstadt inmitten der Wildnis, unweit von Christchurch ist der Schauplatz der Handlung. Anahera wächst auf, inmitten dieser wilden Schönheit. Aber sie weiß, dass diese aufmerksame Nähe, die die Bewohner einander entgegenbringen, auch etwas Bedrückendes haben kann. Davor flieht sie letztendlich. Sie geht nach London, heiratet ihre große Liebe und gewinnt Abstand zu dem gewalttätigen, saufenden Vater und den plötzlichen Tod ihrer Mutter. Als nach acht Jahren auch ihre große Liebe plötzlich stirb und sich die Ehe als ein einziger Betrug herausstellt, kehrt sie zurück nach Golden Cove in die bescheidene Hütte ihrer Mutter. Die Stadt nimmt sie herzlich wieder auf. Auf den ersten Blick hat sich nichts verändert, außer das Golden Cove seit einigen Jahren von einem Polizisten beschützt wird. Will, der Cop, gibt sich reichlich Mühe und kümmert sich rührend um das Wohl der Bewohner. Doch Will ist nicht in Golden Cove geboren und die Bewohner behandeln ihn deshalb zwar höflich, aber distanziert. Einige Tage nach Anaheras Rückkehr geschieht etwas für die Stadt Unglaubliches. Miri, 14 Jahre alt und das schönste Mädchen der Stadt verschwindet spurlos während einer ihrer Joggingrunden. Die ganze Stadt sucht tagelang die Gegend nach ihr ab. Plötzlich tauchen 15 Jahre alte Erinnerungen wieder auf. In dem Sommer vor 15 Jahren waren drei junge, sehr hübsche Touristinnen auf Wandertouren plötzlich verschwunden. Alle sahen Anahera sehr ähnlich. Die Polizei glaubte damals an einen Zufall. Sie vermuteten, die Frauen seien schlecht vorbereitet gewesen und hätten sich deshalb in der Wildnis verlaufen. Doch mit Miris Verschwinden kommt der verdacht auf, dass es sich möglicherweise um einen Serienmörder handelt und der muss zwangsläufig in ihren eigenen Reihen zu suchen sein, denn die Stadt beherbergt aktuell keine Touristen. Akribisch nimmt Will sich die Lebensgeschichten der männlichen Bewohner Golden Coves or und stößt dabei auf jede Menge Geheimnisse, die die Bewohner bisher sorgfältig behüteten.

Knaur HC

448 Seiten,

ISBN: 978-3-426-22716-9

Übersetzt von: Katharina Naumann