Bilder priv. Gmeiner Verlag

Die Morde an Walter Lübcke und Michelle Kiesewetter, den Einfluss der AfD auf die rechtsextreme Szene, die Profilierungsversuche aller Parteien bei Anschlägen jeglicher Couleur formt Matthias P. Gilbert in ‚Tödlicher Hetze‘ zu einer soliden, spannend erzählten Geschichte . Auch wenn ich nicht immer ein Freund des Handelns der Exekutive bin, so ist Gilberts Darstellung der Rolle der Polizei in diesem brutalen Kampf der rechten Szene gegen sie leider durchaus real.

Pia Ritter, Oberkommissarin und Thilo Han, Hauptkommissar bilden ein eingespieltes, gut funktionierendes Duo im K21 in Kassel. Auch ein Jahr nach dem Mord an Walter Lübcke kommt Kassel nicht zur Ruhe. Anschläge und Bedrohungen gegen Presse, Polizei und Ausländer gehören zur Tagesordnung. Auf das Gebäude einer linken Onlinezeitung, die hauptsächlich von Studenten, wird ein Brandanschlag verübt, bei dem zwei junge Studenten den Tod finden. Vor dem Anschlag hate die Redaktion einige kritische Hintergrundartikel über die AfD im netz veröffentlicht.  Brinkmanns ZK 10 vom Staatsschutz ist mit den Ermittlungen betraut. Er bietet jedoch Ritter und Hain um Unterstützung. Schon bald gerät Andreas Bader, seit Jahren der Polizei als Mitglied des eher kleinen Sumpfs der Nazi-Szene bekannt, ins Visier der Ermittlungen. Dieser leugnet jedoch vehement die Tat. Bei einer Zeugensausage seines Kumpels Zoller, der Bader für die Tatzeit ein Alibi liefert, gerät er in Streit mit Pia Ritter, die ihm selbstbewusst die Stirn bietet. Zoller droht ihr mit massiver Gewalt. Während indes Annette Sturm, AfD-Landesvorsitzende Hessens in einem zweifelhaft inszenierten Interview den Anschlag auf das Online-Magazin kommentiert, läuft das Kripoteam auf Hochtouren. Andreas Bader und sein One-Night-Stand werden nachts überfallen und übelst zugerichtet. Bader wird dabei eine Hand und ein Fuß amputiert. Aufnahmen eines Geständnisses, dass Bader während dieser Tortour macht, werden ins Netz gestellt und von der Polizei als glaubhaft bewertet. Einen Tag später baumelt Baders One-Night-Stand an einem Baum in Kassel. Die Polizei vermutet eine Beteiligung aus den eigenen Reihen. Wie gefährlich die Ermittlungen in diesen Kreisen sind, müssen Ritter und Hain letztendlich am eigenen Leib erfahren.

Gmeiner Verlag

344 Seiten, 16, – €

ISBN 978-3-8392-2764-0

Matthias P. Gibert, 1960 in Königstein im Taunus geboren, lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau in Nordhessen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung baute er ein Motorradgeschäft auf. 1993 stieg er komplett aus dem Unternehmen aus und orientierte sich neu. Seit 1995 entwickelt und leitet er Seminare in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre. Mit seiner Frau erarbeitete er ein Konzept zur Depressionsprävention und ist mit diesem seit 2003 sehr erfolgreich für mehrere deutsche Unternehmen tätig. Seit 2009 ist Matthias P. Gibert hauptberuflich Autor.