Mikkel Robrahn’s Buchdebüt ist ein, in jeder Hinsicht, gelungenes Werk, das sich mühelos auf der Ebene „Harry Potters“ einordnen lässt, sofern Fortsetzungen geplant sind. Genügend Potential bietet die Geschichte allemal. Mich jedenfalls würde es freuen.

Elliot Craig ist nicht gerade vom Schicksal verwöhnt. Seine Mutter verließ seinen Vater und ihn schon, als er noch sehr klein war, so wird ihm erzählt. Sein Vater hatte einen Arbeitsunfall und ist seitdem erwerbsunfähig, so wird ihm erzählt. Seitdem haust Elliot mit seinem depressiven Vater in einer schäbigen kleinen Wohnung in einem Vorort von Edinburgh. Er schuftet in einem Schnellrestaurant, um sich und seinem Vater dieses bescheidene Leben zu ermöglichen. Eines Tages wird er zu Unrecht beschuldigt, 400 Pfund aus der Kasse gestohlen zu haben. Als er seinem Vater von dem Verlust seines Arbeitsplatzes berichtet, macht dieser ihm ein erstaunliches Angebot. Er gibt ihm Name und Adresse eines gewissen Theodore. Elliot soll zu ihm fahren und ihm ausrichten, dass er dem Vater noch einen Gefallen schuldet. Der kleinwüchsige Theodore unterhält ein Geschäft in dem schottische Kilts verkauft werden, so sieht es zunächst aus. Mit Hilfe von Teleportationsrollen bringt der Gnom Elliot an seinen eigentlichen Arbeitsort, das Merlin Center, ein Kaufhaus für allerlei Phantastisches. Die vielen exotischen Abteilungen sind für ihn schon ziemlich befremdlich. Als er dann von einem Büffelmenschen in den Keller geführt wird, eröffnet sich ihm eine wilde, fremde Welt. In dieser künstlich erzeugten Welt werden Fabelwesen behütet, die vom Aussterben bedroht sind. Nixen, eine Drachendame namens Gertrud, aber auch Wesen, die Elliot aus keinem Buch kennt, werden dort liebevoll von Gerry versorgt. Sie sind deshalb vom Aussterben bedroht, weil die kirchliche Inquisition erbarmungslos Jagd auf sie macht. Doch nicht nur die Tiere werden gejagt, Elfen, Feen, kurz alles, was nicht menschlich ist, ist von der Ausrottung durch die Kirche bedroht. Als Elliot erfährt, das seine Mutter die Familie nicht verlassen habe, sondern in Rom im Gefängnis der Inquisition eingesperrt ist, wächst die Wut in ihm. Seine Mutter habe der Kirche eine Formel gestohlen, mit der sich das Tor nach Avalon, der Heimat der Fabelwesen, öffnen lässt. Als er dann noch erfährt, dass die Narben seines Vaters nicht Folgen eines Arbeitsunfalls, sondern Folgen der Folter durch die Kirche sind, hält Elliot nichts mehr. Aus einem Kinderbuch, der einzigen Hinterlassenschaft seiner Mutter, erfährt er die Formel. Gemeinsam mit Soleil, einer Elfe aus dem Kaufhaus baut er, begleitet von vielen gefährlichen Abenteuern, den Schlüssel nach und gerät dabei immer wieder mit der Kirche aneinander. Denn die möchte, dass das Tor geschlossen bleibt.

FISCHER New Media

352 Seiten, 15,- €

ISBN: 978-3-7335-5000-4

Mikkel Robrahn, geboren 1991 in Norddeutschland, ist Chief Operating Officer bei der PietSmiet UG & Co. KG. Die PietSmiet UG gehört zu den größten YouTube-Gaming-Kanälen in Deutschland und erreicht jeden Tag Hunderttausende Menschen. Er ist der organisatorische Kopf hinter der kreativen Truppe und bekam von der Community schnell den Spitznamen „Mikkel machts“, weil er Dinge zuverlässig anpackt und umsetzt.