(Bilder – Stephan Baxter mit Terry Pratchet)

Stephan Baxter ist Science-Fiction auf allerhöchstem Niveau. Er lässt vorhandene Weltraum-Technologien weiterentwickeln, spinnt die aktuellen Erdbedrohungen aus Politik und Umwelt in eine ferne Zukunft, verändert hie und da ein wenig die Vergangenheit und paart das Ganze mit einer gesunden Portion schwarzen Humors. Großartig!

Reid Malentfant, Mitte 50, ist Space Shuttle Pilot in Cape Canaveral. Seine Frau Emma Stacey gilt seit vielen Jahren als verschollen. Sie verschwand bei einer Erkundungsmission auf Phobos, einem der beiden Marsmonde. Das letzte, woran Malentfant sich erinnert, ist, dass er bei einem Space-Shuttle Flug abstürzte, als er 400 Jahre später liebevoll von KI’s aufgeweckt wird. Malentfant, so berichten die KI’s, sei bei einem Absturz so schwer verletzt worden, dass entschieden wurde, ihn in einen Kälteschlaf zu versetzen. Der Grund seines Erweckens sei ein Funkspruch seiner Frau Emma, der die Erde kürzlich erreicht habe. Dieser kam vom Marsmond Phobos und seine Frau würde ihn darin dringend um Hilfe bitten. Um nicht nur diesen unglaublichen Funkspruch, sondern auch die massiven Veränderungen auf der Erde während der letzten 400 Jahre zu verdauen, verbringt er eine Weile im englischen Birmingham. Deidra, eine junge, sehr aufgeweckte Frau erklärt ihm geduldig die aktuellen Zustände auf der Erde. In England und auch anderswo herrschen tropische Wetterverhältnisse, die den Meeresspiegel so weit haben ansteigen lassen, dass sich die Bewohnbarkeit erheblich reduziert hat. Doch auch die Zahl der Menschen hat sich in gleichem Maße reduziert. Technologisch jedoch gab es in den vergangenen Jahrhunderten enorme Fortschritte. Es wurden Baustoffe entwickelt, die nahezu ewig halten. Durch die Erfindung von Nahrungsdruckern sind die Menschen nicht mehr auf Ackerbau und Viehzucht angewiesen. Jeder Mensch hat gleichermaßen und unentgeltlich Zugang zu Essen, Wohnung und Wissen. Ein friedlicher, fröhlicher Menschenhaufen ist es, auf den Malentfant dort trifft und der sich ausschließlich um seine Hobbies kümmert. Doch das Paradies hat einen Haken. Es wurde herausgefunden, dass Shiva, ein vagabundierender Planet auf Kollisionskurs mit Neptun ist und ihn in ziemlich genau 1000 Jahren trifft, was das Ende der Erde bedeuten würde. Auch wenn die Raumfahrt seit geraumer Zeit auf der Erde eingestellt wurde, gibt es noch technisch hochentwickelte Raumschiffe. Die Regierung stellt Malentfant die ‚Last Small Step‘ und eine kleine leistungsstarke Truppe, der auch Deidra angehört, zur Verfügung.  Er fliegt nach Phobos und trifft dort tatsächlich Emma, die um keinen Tag gealtert ist. Doch wie es sich herausstellt hat diese Emma in einer parallelen Zeitachse gelebt, die zwar die seine berührte, sich jedoch anders fortsetzte. Phobos ist offenbar ein Knotenpunkt von Zeitsträngen und sie treffen dort auf Raumfahrer ihres Zeitstrangs, die jedoch die gleichen Geschichten mit unterschiedlichen Ausgängen erlebt haben.

Heyne

Taschenbuch, Broschur

720 Seiten, 10,99 €

Übersetzt von Peter Robert

ISBN 978-3-453-32074-1

Terry Pratchett, geboren 1948, ist einer der erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Von seinen Scheibenwelt-Romanen wurden weltweit über 80 Millionen Exemplare verkauft, seine Werke sind in 37 Sprachen übersetzt. Für seine Verdienste um die englische Literatur wurde ihm sogar die Ritterwürde verliehen. Terry Pratchett lebt mit seiner Frau Lyn in der englischen Grafschaft Wiltshire.

Stephen Baxter, 1957 in Liverpool geboren, studierte Mathematik und Astronomie, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Er zählt zu den weltweit bedeutendsten Autoren wissenschaftlich orientierter Literatur. Etliche seiner Romane wurden preisgekrönt und zu internationalen Bestsellern. Baxter lebt und arbeitet im englischen Buckinghamshire.