Bernard Minier untermauert mit „Schwestern im Tod“ mal wieder eindrucksvoll seine hervorgehobene Stellung im Olymp der Literatur. Er ist ein Meister der Kulisse. Grautöne und Pastellfarben schmücken stimmungsvoll das verzwackte Geschehen dieser Geschichte. Er führt uns in diesem Buch auf besondere Weise durchs Millenium. Wenn auch der Bereich der Ermittlungstechnik nur einen bescheidenen teil unseres Lebens darstellt, so macht er den krassen Schritt deutlich, wie sehr sich heute von dem Gestern vor knapp 25 Jahren unterscheidet.

!993. In Toulouse werden zwei Mädchen ermordet. Es ist ein Geschwisterpaar 20 und 21 Jahre alt. Einem der Mädchen wird das Gesicht durch brachiale Gewalt entstellt. Beide tragen Kommunionskleider und eines der Mädchen trägt auch ein Holzkreuz am Hals. Martin Servaz ist zu dieser Zeit gerade 24 Jahre alt und kommt frisch von der Uni. Es ist sein erster Fall. Der Leiter der Mordkommission in Toulouse ist ein Raubein, wie es im Buche steht und seine Ermittlungsmethoden weichen erheblich von Servaz Vorstellungen von der Arbeit bei der Polizei ab.  Die beiden Mädchen sind glühende Verehrerinnen eines bekannten Thriller-Autors aus Toulouse, als sie ermordet werden. Erik Lang ist sein Name. Den Durchbruch schafft Lang mit einem Buch, das den Mord eines jungen Mädchens beschreibt, welches auch mit einem Kommunionskleid und einem Holzkreuz ausgestattet ist. Da Lang auch private Kontakte zu den Mädchen pflegte, fällt der Verdacht, ihr Mörder zu sein, schnell auf ihn. Er beteuert seine Unschuld. Als sich ein Student, Bekannter der beiden Mädchen erhängt und in einem Abschiedsbrief die Tat gesteht, ist der Fall für die Kripo erledigt und Lang wird entlassen. Nun schreiben wir das Jahr 2018. Martin Servaz ist fast 50 Jahre alt und inzwischen Leiter der Mordkommission in Toulouse. In der Villa des Schriftstellers wird seine Ehefrau tot aufgefunden. Todesursache sind zahlreiche Schlangenbisse, die von Schlangen stammen, die Lang hält. Die Ehefrau trägt ein weißes Kommunionskleid. Wieder ist der Schriftsteller der Hauptverdächtige und wieder beteuert er seine Unschuld. Entsetzt stellt Servaz fest, Dass aus den Ermittlungen 1993 die falschen Schlüsse gezogen wurden. Martin liest sämtliche Bücher des Autors und rollt den alten Fall neu auf. Mithilfe der modernen Spurenanalyse zeigt sich der alte Fall in einem neuen Licht. Die Fragen, die sic daraus ergeben, waren die beiden Mädchen die einzigen Opfer? Und wer war Frau lang?

Droemer HC

432 Seiten, 14,99 €

ISBN: 978-3-426-28238-0

Übersetzt von: Alexandra Baisch

Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist im Südwesten Frankreichs, in den Ausläufern der Pyrenäen, aufgewachsen. Für seine Thriller wurde er mit zahlreichen renommierten Spannungsliteraturpreisen ausgezeichnet. Bernard Minier ist der bisher einzige Autor, dem der Prix Polar bereits zum zweiten Mal verliehen wurde. Monatelang standen „Schwarzer Schmetterling“, “Wolfsbeute” oder “Nacht” auf den französischen wie deutschen Bestsellerlisten. “Schwestern im Tod” war in Frankreich Nummer 1 der Bestsellerliste. Der Autor lebt in der Nähe von Paris.

www.bernard-minier.com