Als ich Joel Sarakula erstmals auf der Primavera 2017 in Barcelona begegnete, war ich unwillkürlich an die 70er Jahre Flower-Power Szene erinnert, aus ihm strömte ein ungeheurer Enthusiasmus für seine Musik. Und dieser Eindruck vertiefte sich bei den Konzerten, auf denen ich ihm begegnete. Und auf seiner neuen Platte “Companionship”, dem mittlerweile vierten Album des in London lebende Rock & Soul-Liedermachers hält er diese Stimmung aufrecht, er lebt seine Musik.  Bei den zehn neuen Songs entwickelt Joel den lyrischen Stil aus seinen früheren Werken weiter in einer Introperspektive, bei der er Freundschaften, Liebe und Einsamkeit feiert und beklagt. “Companionship” ist ein Chill-Out-Album und ein Hörerlebnis auf höchstem musikalischem Niveau.

Das Album beginnt mit “Midnight Driver”, einer treibenden Soft-Rock-Fantasie, in der der Erzähler die nächtlichen Gewohnheiten seines Partners beklagt: “Wenn sie hochkommt, bringt es mich runter”. Die kalifornischen klingenden Flower-Power Gitarren, Gesangsstile und Percussion sorgen für eine filmische Stimmung, die es nicht überraschend auch zu einem großartigen Song für den Alltag macht. Mit dem introspektiven “King Of Clowns” kreiert Joel dann einen Popsong, der durchaus Chartqualitäten besitzt. Sowohl ein Eingeständnis von Schuld als auch eine nicht entschuldigende Absichtserklärung, seine leise Stimme bewegt sich in der gefährlichen Kluft zwischen Selbstmitleid und Selbstparodie: “Meine schlechten Entscheidungen haben eine Weile geklappt, ich habe meinen Tanz versucht, Sie zum Lächeln zu bringen Ich werde nie weise sein, es ist einfach so wie ich bin “. Diese Geständnisse finden alle über einen Down-Tempo-Funk-Groove statt, der einige Vintage-Synthesizer-Passagen enthält, die den Track zu einem Ohrwurm werden lassen. “Sunshine Makes Me” tritt direkt aus der Zeit Mitte der 1970er Jahre an und tropft stark in Jazz-Fusion, um im kalten Licht des heutigen Sonnenscheins abzutrocknen. Der Chor ist ein Mantra des Begehrens, der Bedürfnisse und der Realität, das Joel Sarakula singen sieht. ‘Sonnenschein lässt mich den Verstand verlieren, dreißig Grad und meine Augen werden so groß. Wenn Sie groß träumen und langsam leben, wissen Sie nicht, dass die Zeit auf unserer Seite ist. Auf “Companionship “setzt Joel Sarakula seine Skills als produktiver Autor, Produzent, Performer und Multiinstrumentalist perfekt ein, um letztendlich seine Chill-out-Ansprüche frei zu lassen. Und er wird seiner Liebe zu allen Vintage-Dingen gerecht, seine Hingabe zu analogen Synthesizern und der handgemachten Musik der 70er Jahre lebt er auf “Companionship” voll aus und transferiert diese Musik in die Neuzeit. Herausgekommen ist ein wunderschönes, inniges Album, das einfach Spaß macht beim Zuhören. Und noch ein Tipp zum Schluss, nehmt die Gelegenheit war, Joel live zu erleben, wenn er mal in Eurer Gegend ist, es ist ein Erlebnis, ihn in seiner Musik aufgehen zu sehen.

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