Es gibt immer wieder Alben, bei denen ich einfach nur das Gefühl habe, sie in Ruhe einfach nur genießen zu wollen und dabei ins Träumen abschweife. “Take Your Power Back” von NAHKO AND MEDICINE FOR THE PEOPLE ist solch ein Album, es ist letztes Wochenende auf SideOneDummy Records erschienen. Doch bevor ich die Musik beschreibe, erst einmal ein kurzer Abriss zu diesem Ausnahmekünstler.

NAHKO, in Portland/Oregon geboren, mit puertoricanischen, indianischen und philippinischen Wurzeln begeistert seit Jahren mit seiner Mischung aus Pop, R&B, Folk und Reggae. Der OC Weekly beschreibt sie als „stärkend“ und „kraftvoll“, während The Huffington Post noch einen Schritt weiter geht und Nahko mit Bob Marley vergleicht; ihn einen „musikalischen Propheten“ nennt. Mit dem 2013 erscheinenden Video zu dem Song “Aloha Ke Akua“ kam der Durchbruch , der Clip verzeichnet mittlerweile über 12 Millionen Aufrufe, darauf folgten ausverkaufte US-Headline-Shows.2016 spielte NAHKO mit seiner Band erstmals zwei exklusive Shows in Deutschland in Köln und Hamburg, beide waren weit im Voraus ausverkauft. Im Juni 2016 erschien das Nahko And The Medicine People Album „Hoka“ , als Gast war u.a. XAVIER RUDD mit vertreten. Darauf folgte die erste richtige Deutschland Tour, u.a. trat er als Co-Headliner auf dem Gamescom-Festival in Köln auf. 2017 folgte das erste NAHKO Solo-Album „My Name Is Bear“ – im Video zum Song „Dragonfly” spielt PARIS JACKSON die Tochter von Michael Jackson mit. Momentan ist NAHKO zweimal wöchentlich auf seinen Social Medias zu sehen, performt Live-Songs und lädt verschiedene Gesprächspartner ein, zuletzt die US-Schauspielerin Shailene Woodley  (The Descendants, Snowden etc) – das Interview gibt es hier zu sehen.

Nahko verkörpert eine Botschaft, die tief aus seinem Inneren kommt. Er möchte „die Welt retten“. Oder sie zumindest ein bisschen besser machen. Es geht ihm um den Regenwald, um unsere Flüsse und um indigene Völker. Doch irgendwo auf diesem Weg schien sich der US-Musiker dann selbst verloren zu haben und verstummte. “Take Your Power Back” ist jetzt seine Rückkehr, eine höchst persönliche Chronik des Haderns mit sich. “Es gab keine Trennung zwischen persönlichem und beruflichem Leben”, erinnert sich der Songwriter, der mit seiner Band Medicine for the People bisher drei Alben veröffentlicht hat, zum Social-Media-Phänomen wurde und mit turbulenten Shows zum Dauergast auf alternativen Festivals in aller Welt. “Ich habe für so viele verschiedene Anliegen die Werbetrommel gerührt, dass am Ende des Tages nichts mehr für mich selbst übrig war. Mir wurde klar, dass meine Musik und mein Aktivismus ein Schutzschild waren und ich damit meine eigene Heilung umgangen habe”. Und nun seine sehr persönliche Botschaft, die er mit dem neuen Album ausdrückt, “Ich hatte mich nie mit den dunklen Stellen meiner Psyche befasst, weil mir die Sprache dafür fehlte”. Nahko Bear ging auf Tauchstation, suchte spirituelle Hilfe von seinem Onkel Doug Goodfeather. Und arbeitete die eigene Jugend auf,  die Geschichte um die leibliche Mutter, eine Angehörige des Apache-Stamms, die Opfer von Menschenhandel, erzwungener Sex-Arbeit und Vergewaltigung wurde. Die Adoptiveltern, die mit evangelikalem Hintergrund seine gesamte Identität, selbst seinen Namen, ausradieren wollten. Die späte Bindung an die wiedergefundene Mutter. Und die tiefen Wurzeln in der Kultur der indigenen Bewohner der USA. “I gave myself permission to feel the pain”, so singt er im Finale “Skin in the Game”. Und in “Give it All” heißt es: “That’s how I learned to be alone / Coming from a broken home”. Und da ist Wut: “Fuck the Haters”, ein sehr langer Song und sehr nachdenklich. Musikalisch hat Nahko Bear sich bei all dem nicht neu erfunden, er hat seinen Stil eher verfeinert und ausgebaut. Seine Musik bedient sich, immer passend zum Inhalt, der verschiedensten Stile, mal Reggae, mal Pop-Balladen, spritziger Folk gemischt mit elektronischen Beats, R’n’B und HipHop und es passt, fügt sich zu einem überzeugenden Ganzen. Wie gesagt, die Musik lädt zum Träumen ein, aber auch zum Mitsingen und manchmal auch zum Tanzen. Sehr schön auch die Interludes zwischen den Songs in denen Nahko über sich nd seine Gedanken, Gefühle erzählt. Er hat sich mit diesem Album wiedergefunden und dabei nicht die Welt vergessen, „The Mother comes first” singt er in “Honor the Earth”. Unbedingt reinhören!

https://www.youtube.com/watch?v=XbYnBMEIKOA&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=VnBILZ52Ark&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=v8-qiMJAaSw

https://www.youtube.com/watch?v=oUW_D9RWtZw

https://www.youtube.com/watch?v=zo-MVRwiVmA&feature=emb_title

https://www.youtube.com/watch?v=VrDIQGrwmD0&feature=youtu.be

https://www.facebook.com/nahkoandmedicineforthepeople/

http://nahko.com/