Sind Teile unserer Jugend tatsächlich schon so verroht, dass sie das Potential eines sadistischen Serienmörders entwickeln können? Entmenschlicht durch Plattformen im Darknet, auf denen wirklich jedes Bedürfnis, egal wie grausam auch immer, Befriedigung findet, wenn denn die Kohle stimmt. In dieser auf Konsum jeglicher Art getrimmten Gesellschaft findet auch innerhalb der Familien eine fatale Entfremdung statt, was die Grundlage dieser, von Veit Etzold großartig inszenierten Geschichte darstellt. Leider ist er damit viel zu sehr im Hier und jetzt angesiedelt.

Ein ziemlich kranker, verpeilter Serienmörder ist deutschlandweit unterwegs. Er tötet seine Opfer auf besonders grausame Art und Weise. Filmt es und verkauft diese Videos für viel Geld im Darknet. Er nennt sich „Blutgott“. Da Götter Anhänger brauchen, rekrutiert er sich diese im Netz. Der „Blutgott“ ist zwar offensichtlich psychisch gestört, jedoch leider auch ziemlich schlau. Er spricht daher hauptsächlich die unter 14-jährigen an und verspricht ihnen Straffreiheit, egal wie schlimm da Verbrechen ist, das sie begehen wollen. Aufgrund der in Deutschland herrschenden Gesetzeslage kann er dieses Versprechen auch halten. In einem IC, der durch NRW fährt, wird eine 19-jährige Studentin aufs Grausamste ermordet. Weil es Hinweise auf einen Ritualmord gibt, wird das Berliner Clara-Vidalis-Team zu Rate gezogen. Die Ermittlungen ergeben, dass die Täter Jugendliche sind, von denen auch einer identifiziert werden kann. Noah, 13 Jahre alt, entstammt einer mittelständischen Familie aus Hannover. Der Junge ist geständig, zeigt jedoch keine Spur von Reue oder ist dem Mordopfer gegenüber emphatisch.  Er wird, so will es das Gesetz, nach 24 Stunden wieder freigelassen. Noah berichtet, dass ihm eine Person namens „Blutgott“, der ihn am PC kontaktiert habe, zu dieser Tat gezwungen hat. Der „Blutgott“ erpresst ihn mit einem ziemlich peinlichen video von ihm, dass er ins Netz stellen würde, wenn Noah ihm nicht dienen würde. Weitere Morde werden durch die Rekruten des „Blutgotts“ verübt, dem seine Anhänger offenbar huldvoll zu Füssen liegen. Als dann am „Kotti“ in Berlin eine Gruppe ahnungsloser Touristen von einer Gruppe Jugendlicher grundlos niedergemetzelt wird, ist das Clara-Vidalis-Team in höchster Alarmbereitschaft.  Ihre Idee ist es, den „Blutgott“ mit einer vom Team beschützten Jugendlichen zu ködern. Ihre Wahl fällt ausgerechnet auf Marie, der Schwester von Noah, der an dem Mord an der Studentin beteiligt war. Der Köder wird vom „Blutgott“ geschluckt und führt sie auf eine heiße Spur nach Bad Sarow, einem kleinen Ort in Brandenburg.

Verlag: Knaur TB

464 Seiten, 10,99 €

ISBN: 978-3-426-52408-4

Prof. Dr. Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, ist Autor von neun Spiegel-Bestsellern und gefragter Keynote-Speaker. Veit Etzold versteht es, komplexe Themen unterhaltsam und spannend aufzubereiten und zu einzigartigen Thrillern zu verarbeiten. Als Experte für Strategie und Storytelling hat er bereits zahlreiche internationale Unternehmen beraten. Er ist u. a. Mitglied der Atlantikbrücke und Global Bridges und lehrt zudem seit 2018 als Professor für Wirtschaftswissenschaften.

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