Credit: Lindsey Byrnes

Im Rahmen der aktuellen Situation hatten sich DANCE GAVIN DANCE vor dem Erscheinen des Albums “Afterburner” für die ihre neue Single “Three Wishes” etwas Besonderes einfallen lassen. Für das Video forderte die US-Band ihre Fans auf, Videomaterial einzusenden, in dem gezeigt wird, wie sie für körperliche und häusliche Hygiene sorgen. Aus über 1500 Einsendungen schnitt die Band das folgende Video zusammen:

https://www.youtube.com/watch?v=Vu1EOp1Wz50&feature=youtu.be

Und das passt zu DANCE GAVIN DANCE, es ist genauso ungewöhnlich und eingängig wie ihre Musik, die jenseits der genre-Grenzen stattfindet, beziehungsweise mit diesen Genres spielt. So auch auf “Afterburner”, dem neunten Album der Jungs aus Sacramento, Kalifornien, das mal wieder alle Register zieht. Was das Quintett hier nämlich erneut in ihren experimentierfreudigen Genre-Kessel gemixt hat, sorgt erneut Song für Song für -positive- Überraschungen. Das gefällige Artwork stammt zwar ganz konsequent von Mattias Adolfsson, aber das ist es auch schon fast an gewohnten Dingen. Was nicht bedeuten soll, dass Dance Gavin Dance ihren unverkennbaren Sound völlig vergessen haben. Herausragend dabei Tilian Pearson, der 2012 als Sänger zur Band stieß, es kommen nur wenige Metal-Vokalisten an die Klasse von Pearson an. Den oftmals in unwirklich hohen Kopfstimmen-Regionen abhebenden Gesang muss Mensch natürlich mögen, ich finde jedenfalls, dass sich Pearson aber Album für Album zu neuen Höhepunkten aufschwingt. Das Zusammenspiel aus diesen spektakulären Vocals und den vergleichsweise generischen Screams von Jon Mess und den progressiven, niemals einfältigen Instrumentalparts von Will Swan, Tim Feerick und Matt Mingus bilden seit einigen Jahren das unverkennbare Rückgrat von Dance Gavin Dance. Das kriegt Mensch schon in den ersten Sekunden auf die Ohren, “Prisoner” steigt mit wahnwitzig schnellen Gitarren ein, bevor der Refrain in fast schon hymnische Sphären gleitet, die schließlich von jazzig klingenden Gitarren konterkariert werden, der Song schließt dann folgerichtig mit einen heftigen Hardcore-Akkord. Damit offenbart schon der Opener mehr Einfallsreichtum als manche Genre-Kolleg*innen in ihrer ganzen Karriere. Eine Experimentierfreude, die natürlich auch große Gefahren birgt. Mit nahezu magischer Selbstverständlichkeit verlieren die Kalifornier aber nie die Melodie aus den Augen und biegen selbst nach den abstrusesten Abwegen wieder Augen zwinkernd zurück auf den ursprünglichen Weg. Spaß macht das vor allem dank der endlos scheinenden Möglichkeiten. Für einen durchgängige Fortsetzung dieses Beginns Stil wollten sich die fünf Jungs dann doch nicht, deswegen geht es sogar noch abwechslungsreicher zu, wie auf den ohnehin schon abgefahrenen Vorgängeralben. Zunächst locken Marschtrommeln und schwingende Rhythmen in “Calentamiento Global” zur Latin-Party, der unbekümmerte Pop-Entwurf von “Three Wishes” ist fast schon Mainstream. Es folgt “One In A Million”, bei dem Hardcore Screams von lässigem Funk-Sound begleitet werden  Für die Hip-Hop-Fraktion wagt sich Pearson in “Parody Catharsis” an lässigen Sprechgesang à la “I’m my own Boss” begleitet von elektronischen Samplern, konterkariert von den gewohnten Screams, was sich bei “Born To Fail” mit einer fast schon sarkastischen Hommage an die Freunde des Hip-Hops weiterträgt. Aber Schluss mit lässig, bei  “Say Hi” schlägt die Instrumentenfraktion kompromisslos mit allem was sie zu bieten hat zu, während sich Mess mit verzweifelt-wütenden Shouts in den Vordergrund kreischt. Zeit zum Ausruhen bleibt dann aber doch nicht, auch beim anschließenden “Nothing Shameful” gibt’s noch mal richtig Vollgas. Einzig der melancholische Feature-Gesangspart von Eidola-Frontmann Andrew Wells sorgt für eine kleine Abwechslung bei der vollen Dröhnung. Zum Abschluss werden die Jungs dann richtig versöhnlich und bieten uns mit dem Closer “Into The Sunset” fast eine Hymne, bei der die Fans sich in den Armen liegen werden. Unbedingt anhören und selbst überzeugen, DANCE GAVIN DANCE sind einfach außergewöhnlich!

DANCE GAVIN DANCE sind:
Tilian Pearson: Vocals
Jon Mess – Vocals
Will Swan – Guitar/Vocals
Tim Feerick – Bass
Matt Mingus – Drums

https://www.youtube.com/watch?v=Df-fm-MSMqI

https://www.youtube.com/watch?v=oTJWY2w31cU

https://www.youtube.com/watch?v=X3Cl3xrn6ug&feature=youtu.be

https://www.facebook.com/DanceGavinDance/

https://www.dancegavindanceband.com/