Hilton Theissen veröffentlichte letzten Freitag das Debütalbum seines neuen Projekts ZOODRAKE. Unter dem Titel „Purified“ erschien die zehn Track starke Platte, und was sich hier so findet, kann sich hören lassen. Schon „Upgrade“, der Opener, nutzt den intensiven Einsatz des Synthesizers und einem dramatischen Refrain, um eindrucksvoll in die moderne düsterelektrische Musik einzuführen. Hierbei lässt er sich nicht viel Zeit für lange Intros, der unmittelbare Einstieg in die Musik funktioniert perfekt. Das in diesem Song besungene Upgrade übrigens bezieht sich auf die Menschheit, ihren Fortschritt und ihre Entwicklung. Mit einem groovenden Intro und einem satten Beat beginnt „Death Bloom“, es treibt durch verzerrte Background-Vocals und den prägnanten Rhythmus nach vorne. treibt und mit großer Anspannung und kontrollierter Zappeligkeit sehr gut funktioniert. Der Refrain erinnert an einige der großen Synthie-Pop Hits aus den 80ern und die straight gespielte Gitarre rundet das Ganze perfekt ab. An die 80er Jahre erinnert auch „Lasting“ hier und da, die frühen Depeche Mode lassen grüßen. Ein fast schon klassisch zu nennender Synthie-Pop folgt dann mit dem Titel „Our Light“. Diese im Dezember erschienene Single ist sicherlich tanzbare Nummer, die sich bestimmt auf dem einen oder anderen Dancefloor wiederfinden wird. „For A While“ wandelt dann ein wenig zwischen Wave- und Future-Pop-Einflüssen. Mit angenehmer Melodie und träumerischer Stimmung bietet dieser Song, der mich fatal an die Musik von Camouflage erinnert, einiges an Potential um den Hörer/die Hörerin nicht mehr loszulassen. „Faster“ folgt dann mit einer verzerrt gespielten Schlaggitarre und bietet einen Drive, der sie nach einer gekonnten Pop-Rock-Nummer klingen lässt. Schöne kleine Melodien, mit einem Kinderchor, den man hier und da im Refrain hört.

Sehr rockig und mit starker E-Gitarren-Präsenz, ohne das Poppige zu vernachlässigen kommt dann „Sent To You“ daher. Dieser Song war die erste Veröffentlichung von ZOODRAKE nach der Umbenennung und direkt der erste Erfolg. „Fear“ wiederum zeichnet sich durch einen größeren Future-Pop-Einfluss aus. Die weiche, klare Stimme von Hilton dominiert diesen Song sehr prägnant. Mit über fünf Minuten Länge und düsteren, hallbeladenen Tönen aus der elektrischen Gitarre wird der Slowburner „Solitude (You Will)“ eingeläutet, der sich für seinen Aufbau einiges an Zeit lässt. Immer weiter wächst dieser Song, bis der intensive und emotionale Gesang von Hilton Theissen die Nummer komplettiert. Auch wenn dieser Song weniger hittauglich als ein Großteil der Lieder auf dieser Platte ist und ein dunkleres Grundthema besitzt, ist er für mich das absolute Highlight dieser Scheibe.  Zum Schluss folgt dann mit „I Am The Drake“, sin Song, der verglichen mit dem Rest der Platte richtig knallt. Treibende Drums, sehr abwechslungsreich und hervorragend instrumentalisiert brettert er los, ein wahrlich krönender Abschluss für dieses Album.

Alles in allem eine Platte bei der Synthie-Pop mit Retro-Charakter auf Future-Pop- und Rock-Einflüsse trifft und für angenehme Abwechslung sorgt. Ich find es gelungen, insbesondere mit den zwei bärenstarken Titeln zum Abschluss.

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