Authentisch und leidenschaftlich schreibt sich Doris Röckle auf die Starebene der Verfasser historischer Romane. Sie überzeugt nicht nur inhaltlich, sondern auch durch eine liebevoll detaillierte Kulisse, durch die ihre Geschichte sehr lebendig wird.

Willkommen im Mittelalter des 14. Jahrhunderts. Die Ära der Tempelritter ist gewaltsam beendet. 1309 erpresst Papst Clemens V den vermeintlich letzten lebenden Templer Geoffroi de Charny damit, seine Familie zu töten, wenn er ihm nicht das Versteck des Schatzes der Templer verrät. Denn dieser enthält nicht nur Gold und Edelsteine, sondern auch die wichtigste Reliquie der katholischen Kirche, das ‚Grabtuch Jesus Christus‘. De Charny geht auf das Angebot ein, unter der Bedingung, dass das Grabtuch nach 50 Jahren wieder in den Besitz seiner Familie übergeht. Clemens V willigt ein. Als der Papst jedoch das Grabtuch inspiziert, ist das Entsetzen groß. Denn es ist die Abbildung einer Frau, die auf dem Tuch deutlich zu erkennen ist. Der Kirche bleibt also nicht mehr als 50 Jahre, um eine glaubhafte Fälschung zu erstellen. Es würde sonst das Ende der katholischen Kirche bedeuten, würde das Volk davon erfahren, denn die Abbildung der Frau widerspricht allen kirchlichen Dogmen. Die geheimnisumwitterte Bruderschaft der Rosenkränzler wird damit beauftragt, die Ehre er Kirche zu retten, egal um welchen Preis. Der junge Graf Albrecht von Werdenburg wird einige Jahrzehnte später ungewollt in die Kirchenfehden hineingezogen. Sein alter Lehrer und Mentor, der einst selbst Mitglied des Rosenkranzordens war und das Geheimnis um das Grabtuch kennt, übergibt Albrecht auf dem Sterbebett zwei merkwürdige Artefakte mit der Bitte, sie zu verstecken und möglichst zu entziffern. Albrecht bewahrt sie zwar an einem sicheren Ort, doch sein Leben ist gerade ziemlich aus den Fugen geraten. Seine junge Frau Mechthilda ist seit Jahren spurlos verschwunden. Als nach jahrelanger intensiver Suche kein Lebenszeichen seiner Frau zu finden ist, bittet er die Kirche, seine Ehe annullieren zu lassen. Die Antwort lautet, er müsse zuerst eine Pilgerreise nach Jerusalem unternehmen. Diese Reise soll sich jedoch als lebensgefährliches Abenteuer erweisen, dass im jahrelange Gefangenschaft am Hofe von Marrakesch einbringt. Doch letztendlich schafft er es, nach Jerusalem zu gelangen. Dort trifft er auf den letzten lebenden Templer, der ihm ein Stückchen Stoff anvertraut. Es stamme, so sagt er, von dem echten Grabtuch. Doch wird Albrecht tatsächlich sein Leben und das seiner Familie aufs Spiel setzen und das Geheimnis lüften, mit dem die Kirche so hadert?

Verlag: Knaur TB

528 Seiten, 10,99 €

ISBN: 978-3-426-52423-7

Doris Röckle-Vetsch, geb. 1963, lebt mit ihrer Familie in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein. Nebst ihrer Tätigkeit im medizinischen Sektor gehört ihre Leidenschaft dem Schreiben historischer Geschichten und Romane. Sie veröffentlichte bereits mehrere Kurzgeschichten in diversen Schreibstar-Anthologien und im Landverlag Langnau. 2010 gewann sie den Literaturwettbewerb des Kulturvereins Schloss Werdenberg. Von der Mystik des Alpenrheintals und seinen Burgen gefangen, lässt sie das Mittelalter nicht mehr los.