Ich muss zugeben, als ich in die neue EP „Don’t Bleed“ von Le Butcherettes reinhörte, war mein erster Eindruck ‚das ist schräg‘. Doch wie so oft, sollte Mensch sich nicht vom ersten Eindruck leiten lassen und je mehr ich hörte, umso besser gefiel mir die Scheibe.

Mit der Single “Tunisia” hatte ich ja schon einen ersten Eindruck vorab, Sängerin Teresa Suárez Cosío über die neue Single:

“Yet…another country not visited. There is another world outside our own. Realization that the universe is bigger than one can ever fathom. There is still so much to discover yet the more we learn, the less we know so instead of focusing too much on the rational maybe it’s okay to let go of all the rational and maybe just maybe accept that we are nothing at all unless we choose to become one with all.”

Anfang letzten Jahres veröffentlichten Le Butcherettes das Album “bi/MENTAL”, das von TALKING HEADS’ Jerry Harrison produziert wurde und bereits gehöriges Aufsehen erregte. Wollte man die 2007 in Guadalajara / Mexiko gegründete Band um Sängerin, Gitarristin und Pianistin Teresa Suárez Coscío umschreiben, landete die Band in einem Universum irgendwo zwischen dem Surrealisten Luis Buñuel und der furchtlosen Rock-Ikone PJ Harvey.

Die Mischung aus krachigen Songs und ihren wilden, kathartischen Live-Shows haben die Kollegen von der schreibenden Zunft zu Vergleichen mit Karen O. (YEAH YEAH YEAHS), Patti Smith, BIKINI KILL und dutzenden anderen Rockbands, die von Frauen angeführt werden, hingerissen. Das trifft es zwar irgendwie, aber das Besondere an LE BUTCHERETTES ist die bewusst eingesetzte Theatralik und der Hang zur großen Geste, die der Präsenz der Band eine ganz eigene mystische Note verleihen.

Die EP startet mit Wounds belong to me, einem Song, der mir eher das Gefühl eines Rehearsals vermittelte, da klimpert Teresa gekonnt auf der E-Gitarre und singt dazu, das war der Moment, wo mir „schräg in den Sinn kam. Aber wie gesagt, dieser Eindruck wandelte sich mehr und mehr zu einem ‚außergewöhnlich, interessant‘, die folgenden Songs Out for you, Don’t bleed, you are in the middle of the forest und Now I know offenbaren das Können der Band, tanzbar und hörbar, abwechslungsreich und gleichzeitig unverwechselbar leiten sie über zu dem grandiosen Tunesia, das das Zeug zu einem Gassenhauer des Punks hat. Den Abschluss bildet das fast schon balladesk gesungene Love someone und schließlich mit Boom einen Song, der nahezu nahtlos an den Anfang zurückführt und den Eindruck vermittelt, jetzt hängt die Scheibe. Leute, das ist wirklich eine außergewöhnliche Produktion, die Euch Spaß machen wird.

Die elektrifizierenden Live-Shows der mexikanischen Garage-Punk Band haben sich auch schon  herumgesprochen und brachten ihnen Support-Slots auf Touren mit THE FLAMING LIPS, THE MARS VOLTA, IGGY & THE STOOGES, THE DEAD WEATHER, QUEENS OF THE STONE AGE und AT THE DRIVE IN ein. Auch auf großen Festivalbühnen wie auf dem Lollapalooza, Coachella, Fun Fun Fun Fest oder dem Sonar zeigte die Band, dass ihre Musik auch auf großen Bühnen funktioniert. Momentan tourt man durch die USA mit INCUBUS. Und ich werde sie auf jeden Fall anschauen, wenn sie dann mal in Deutschland touren, ich bin überzeugt, dass sich das lohnen wird.

Le Butcherettes sind:

Teri Gender Bender (vocals/guitar/piano)

Alejandra Robles Luna (drums)

Rikardo Rodríguez-López (Synth & Triggers)

Marfred Rodríguez-López (bass).

Videos:

Tunesia: https://www.youtube.com/watch?v=ueGdKz3MAP0&feature=emb_title

Witchless C Spot: https://www.youtube.com/watch?v=kzj0gnS5OHw

Spider Waves: https://www.youtube.com/watch?v=BRjE-loMsoI

Website:

https://www.lebutcherettesofficial.com

https://www.facebook.com/LeButcherettes/