‚Ich habe von einem Kult gehört, bei dem man jedes Mal, wenn man sich schlafen legt, einen alten Mann im Himmel bittet, am Leben bleiben zu dürfen. Die Menschen müssen glauben, das an der Welt mehr dran ist, als da wirklich ist. – Und die Welt ist Scheiße.‘ Zitat aus Brennender Fels

Düster und berauschend bizarr setzt Nora H, Jerisim den zweiten teil ihrer Trilogie „Die Stille“ mit „Brennender Fels“ fort. Der tiefgründige, bewegende dieser Geschichte gepaart mit Jerisims messerscharfer Stakkato-Sprache macht dieses Buch in jeder Hinsicht zu einem Genuss.

Essun ist eine Orogene. Sie wird mit der Fähigkeit geboren, Inhalt Materie durch reine Willenskraft zu verändern. Da Orogenie auch die Ohnmacht normaler Menschen verursacht, sind Orogene ein vom Volk verachtete Minderheit. Roppas werden sie daher im Volksmund genannt. Doch ist sich die Regierung durchaus ihres Nutzens bewusst. Daher werden Kinder mit diesen und anderen außergewöhnlichen Fähigkeiten aus ihren Familien genommen, um sie in einer Schule darin zu unterrichten, ihre Magie zu kontrollieren. Damit diese Kräfte sich nicht gegen das Volk richten, wird jedem von ihnen ein Wächter zugeteilt. Die Methoden des Unterrichts sind grausam und unmenschlich. Nach Essuns Schulzeit wird sie Alabaster, einem der erfahrensten Orogenen zugeteilt, der sie auf einer wahren Odyssee begleitet, auf der sie ihr Kind verliert. Sie lässt alles hinter sich, heiratet einen einfachen Mann und bekommt zwei Kinder. Ihre Fähigkeiten verbirgt sie, um sich nicht in Gefahr zu begeben. Mit Entsetzen stellt sie fest, dass ihre beiden Kinder ihre Orogenie geerbt haben. Ihr Sohn ist erst zwei Jahre, als sie ihn, vom Vater erschlagen, im Haus vorfindet. Der Vater, selbst entsetzt über seine Tat, flieht mit seiner 10 Jahre alten Tochter an einen Ort, wo sie von ihrer vermeintlichen Krankheit geheilt werden kann. Essun, die bereits ihr zweites Kind verloren hat, folgt den beiden. Denn sie möchte ihre Tochter um jeden Preis zurück. Ein tiefer Riss geht durch die Erde und die Welt versinkt im Caos und Ascheregen, den Vulkanausbrüche und Erdbeben verursachen. Ausgelöst wird dieser ausgerechnet von ihrem ehemaligen Kollegen Alabaster. Auf der Suche nach Nassum, ihrer Tochter, gerät Essun in eine unterirdische uralte Gem. In ihr wohnen Menschen, der unterschiedlichsten Ursprünge und Fähigkeiten in einer offenbar friedlichen Koexistenz. Auch Alabaster trifft sie dort an. Er ist dem Tode nahe, schwer gezeichnet von dem Erdriss, den er verursacht hat. Die Welt steht or dem Untergang, eine endlose Eiszeit steht ihr bevor. Doch Alabaster erklärt Essun, warum er das tat und dass sie sein Werk vollenden muss, wozu er nicht mehr in der Lage ist. Die erde hat ihr einziges Kind, den Mond verloren. Um es zurückzubringen, ist der Riss ein notwendiger Til der Maßnahme. Essun müsse sich mit der von den Urahnen errichteten Magie vereinen. Doch dies ist nicht die einzige Herausforderung, der Essun sich stellen muss. Die Gem wird von einem riesigen Heer angegriffen, das droht, sie zu vernichten.

Knaur TB

432 Seiten, 14,99 €

ISBN: 978-3-426-52516-6

Übersetzt von: Susanne Gerold

Nora K. Jerisim ist eine amerikanische Fantasy-Autorin, die in Brooklyn lebt. Sie ist bekannt als Bloggerin zu feministischen und politischen Themen. Seit 2004 publiziert sie zu diesen Themen auch Fantasy- und Science-Fiction Literatur. Ihr Erstlingsroman The Hundred Thousand Kingdoms von 2010 wurde mit dem Locus-Award als bestes Debüt geehrt. In der Folge wurde sie mehrfach für den Hugo- Award und den Nebula-Award nominiert. Ihre Romane The Fifth Season und The Obelisk Gate wurden 2016 bzw. 2017 jeweils mit dem Hugo ausgezeichnet. Sie ist damit die erste afroamerikanische Autorin, die den Hugo Award in der Kategorie Bester Roman erhielt The Stone Sky wurde 2018 mit dem Hugo Award und dem Nebula Award als Bester Roman ausgezeichnet und erhielt ebenfalls 2018 den Locus Award in der Kategorie Fantasy.