Nüchtern und von vielschichtiger Thematik begleitet, debütieren Volker Klüpfel und Michael Kobr mit „Draussen“, ihrem ersten gemeinsamen Roman. Dieses Experiment ist so sehr gelungen, dass ich mich bereits jetzt auf die Fortsetzung freue.

Stephan Schmidt, Ex-Fremdenlegionär, ist ein ganz Harter. Mit den beiden Teenies Joshua (15) und Cayenne (17) lebt er in der Wildnis Brandenburgs. Er erteilt Unterricht in Survival-Camps und hält die Kinder und sich selbst damit finanziell über Wasser. Die Kinder stammen aus Guayana und sind die einzigen Überlebenden eines Massakers, dass Stephans Legion in einem Dorf anrichtete. Seitdem sind sie auf der Flucht. Doch Cayenne möchte endlich wissen, wovor sie seit Jahren flüchten. Stephan jedoch hüllt sich in Schweigen. Das Leben draußen hat sie hart gemacht und Stephan hat ihnen beigebracht, wie auch ohne Strom und fließend warmes Wasser in der Wildnis ein komfortables, wenn auch exotisches Leben möglich ist. Da für Cayenne das, wovor sie auf der Flucht sind, nicht greifbar ist, löst sie sich aus dem Schutz der vermeintlichen ‚Familie‘, wird prompt überfallen und entkommt nur knapp dem Tod. Jürgen Wagner ist ein Strippenzieher in der Berliner Politszene. Er berät bezüglich Energieversorgung und vor allem Energieeffizienz, wobei er doch eher den Lobbyisten der Wirtschaft spielt, da das die meiste Kohle bringt. Auch Wagner war beteiligt an dem Massaker in Guayana, und zwar als Kommandant. Durch Zufall stoßen Wagner und zwei weitere Ex-Legionäre auf die Spur der einzigen Überlebenden und beschließen, um ihre eigene Karriere zu retten, diese auszulöschen. Ausgerechnet, als sie ihren Plan in die Tat umsetzen wollen, geschieht der Supergau. Ein Szenario, dass Wagner in allen Diskussionen zur Energieversorgung bestritten hat und glaubhaft machte, dass so etwas niemals geschehen könne. Ein gewaltiges Unwetter hat die gesamte Energieversorgung im Nordosten Deutschlands lahmgelegt. Berlin und Brandenburg werden tagelang nicht mehr mit Strom versorgt und versinken binnen weniger Stunden ins Chaos. Doch niemand ist besser gewappnet wie Stephan und die Kinder, den für sie ist dies seit Jahren der Alltag. Sie beschließen, nachdem Joshua bei einem Angriff getötet wird, den Spieß umzudrehen und machen die Jäger zu Gejagten. Cayennes einziges Ziel ist es, den wahren Grund ihrer Flucht zu erfahren und den Tod ihres Bruders und ihrer Eltern zu rächen, um danach ein neues Leben in Freiheit zu beginnen. Doch der Weg dahin ist blutig.

Thriller

Ullstein Hardcover

384 Seiten, 19,99 €

ISBN-13 9783550081811

Altusried hat einen prominenten Sohn: Kommissar Kluftinger. Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, kommt wenigstens aus dem gleichen Ort. Nach dem Abitur zog es ihn in die weite Welt – nach Franken: In Bamberg studierte er Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen. Die knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, mit der er im Allgäu lebt. Sollte noch etwas Zeit übrig sein, treibt er Sport, fotografiert und spielt Theater. Auf der gleichen Bühne wie Kommissar Kluftinger.

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen ziemlich viele Fächer, aber nur zwei bis zum Schluss: Germanistik und Romanistik. Nach dem Staatsexamen arbeitete er als Realschullehrer. Momentan aber hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt – die Schüler werden’s ihm danken –, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Unterallgäu – und in einem kleinen Häuschen mitten in den Bergen, wo die Kobrs im Winter häufig auf der Skipiste, im Sommer auf Rad- und Bergtouren unterwegs sind. Wenn nicht gerade mal wieder eine gemeinsame Reise ansteht …