Ganz großes Kino! Trotz des dystopischen Inhalts schafft Niccolò Ammaniti diese Geschichte unaufgeregt und mit der ‚Leichtigkeit des Seins‘ zu erzählen. Eine aufregend neue Kombination, die ihm einen hohen Wiedererkennungswert beschert.

Sizilien in offenbar naher Zukunft. Anna weiß nicht so genau, wie alt sie ist- 13 oder 14 Jahre alt. Seit dem Tod ihrer Eltern vor vier Jahren lebt sie mit ihrem kleinen Bruder, der ungefähr fünf Jahre alt ist, auf dem elterlichen Gutshof und ist sich selbst überlassen. Die Eltern starben an einem Virus, dass weltweit alle Menschen dahinraffte, die geschlechtsreif waren. Doch auch die Kinder sterben, sobald si in die Pubertät kommen. Alle Kinder sind seit der Seuche sich selbst überlassen. Im Laufe der Jahre haben sie ihr eigenes Wertesystem entwickelt, dass, da es ums nackte Überleben geht, rein materiell ausgerichtet ist. Es gibt niemanden mehr, der ihnen Wissen vermittelt und die Kinder, die noch Schulbildung erlangten, sterben langsam aus. Anna schlägt sich wacker. Ihre Mutter hat ihr n einem Heft kurz vor ihrem Tod alle wichtigen verhaltensmaßnahmen aufgelistet, die ihr in gewissen Situationen und Gefahren hilfreich sein können. Sizilien ist mit den Leichen der Seuche gepflastert. Doch, um an Lebensmittel zu gelangen, wird der Kontakt mit dem Tod für sie zur Routine. Astor, ihren kleinen Bruder, versucht sie, von all dem fernzuhalten. Sie erzählt ihm, dass es außerhalb der elterlichen Mauern nichts gibt, was nicht gefährlich sei. Geister, giftige Gase und gefährliche Tiere. Eines Tages wird Astor von einer umherziehenden Kinderbande entführt. Unter den Kindern geht das Gerücht um, dass es auf der Insel eine Riesin gibt, die die Seuche überlebt hat und auch die Kinder retten könne. Auf der Suche nach ihrem kleinen Bruder lernt Anna einen Jungen kennen, der etwas älter ist wie sie selbst und freundet sich mit ihm an. Mit Pietros Hilfe befreit sie Astor aus den Händen der Kindergang. Annas Hoffnung ist, dass es möglicherweise in Kalabrien auf dem Festland Erwachsene gibt, die die Seuche überlebten. Astor, Anna, Pietro und ein Schäferhund machen sich auf zur Meerenge, über die sie das Festland erreichen wollen. Doch der Weg dorthin ist steinig und voller gefährlicher Überraschungen.

  • Internationale Literatur Roman
  • Eisele Verlag
  • Hardcover mit Schutzumschlag
  • 336 Seiten, 20,- €
  • Anna
  • Aus dem Italienischen übersetzt von Luis Ruby.
  • ISBN-13 9783961610099

Niccolò Ammaniti, geboren 1966 in Rom, ist einer der erfolgreichsten und international renommiertesten Autoren italienischer Sprache. Der wohl bekannteste seiner bisher sieben Romane, der Weltbestseller „Ich habe keine Angst“, gewann 2001 den Premio Viareggio, sein 2006 erschienener Roman „Wie es Gott gefällt“ den Premio Strega. Fünf seiner Bücher wurden von international herausragenden Regisseuren für das Kino verfilmt, darunter Gabriele Salvatores und Bernardo Bertolucci. Ammaniti ist ebenfalls Autor zweier Bände mit Erzählungen und führte Regie beim Dokumentarfilm „The Good Life“. Zuletzt leitete er die Produktion der internationalen TV-Serie „Ein Wunder“ (Il miracolo), für die er auch das Drehbuch schrieb. Seine Werke wurden in 44 Sprachen übersetzt.