Selten wurde ich von einem Buch so geflasht und von einer unausweichlichen Zukunft, die uns erwarten kann, überzeugt, wie durch „Wasteland“ von Judith C. und Christian Vogt. Denn das Buch setzt den „Worst Case“ den das Hier und Jetzt beinhaltet, in der Zukunft fort. Unaufgeregt und von witzigem Zynismus geprägt öffnen die Beiden ein mögliches dystopisches Zukunftstor, dass sich geschmeidig aus unserer gegenwärtigen Situation fortsetzt. Umgeben vom Wahnsinn der aktuellen Politik spiegelt sich dieses konsequent in Charakteren, Kulissen und vor allem der Sprache wider- einfach großartig!

Wir schreiben das Jahr 2064 und zumindest Mitteleuropa ist im Arsch. Nachdem ein erfolgreicher Angriff mit biologischen Waffen weite Teile Europas in „NoGo-Zonen“ verwandelte, herrschen hier Gewalt, Chaos und brutale Hierarchien, die von Gangs organisiert werden, die sich an wenig hirngesteuerter Wertigkeit orientieren. In Deutschland gibt es jedoch noch einen schmalen Streifen, in dem das Leben noch ohne Schutzmaßnahmen gegen das tödliche Virus der Wasteland-Krankheit bewohnbar ist. Auf ihm befindet sich eine Gruppe von ca. 5o0 Menschen, die durch ihre friedlich anarchische und vor allem freundliche Sozialstruktur eher die Ausnahme in dieser Umgebung darstellen. Sie betreiben einen kleinen Markt, auf dem ein reger Tauschhandel stattfindet. Der Landstreifen wird von einer ultraharten, stupiden gang kontrolliert. Jeder Marktbesucher braucht einen Passierschein, den nur die Anführerin der Gang nach Lust und Laune ausstellt. Einer der Marktbewohner ist Zeeto, ein junger Mann. Er ist bipolar und treibt sich, je nach der Phase seiner Krankheit auch gerne mal im Schutzanzug im verseuchten Hinterland herum. Dort befindet sich ein geheimnisvoller Bunker, in dem sich ein Labyrinth aus Gängen und Türen befindet. Eines Tages findet er vor dem Bunker eine ermordete Frau und ein noch lebendes Baby. Er nimmt das Baby an sich und möchte es in seine anarchische Marktfamilie einbringen. Auf dem Rückweg jedoch verliert er seine Atemmaske und steckt sich mit der dort herrschenden Seuche an. Ihm ist klar, dass er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Der Doc und seine Tochter Laylay sind regelmäßige Besucher des Marktes und anwesend als Zeeto vermisst wird. Sie retten ihn mit dem Baby aus der verseuchten Zone. Laylay ist immun gegen die Seuche und das Baby offenbar auch. Sie verlässt ihren Vater, weil sie sich unsterblich in Zeeto verliebt hat. Sie glaubt, dass es in jenem Bunker, vor dem Zeeto das Baby gefunden hat, möglicherweise ein Labor gibt, das ein Gegenmittel gegen die Seuche herstellt, a ja auch das Baby resistent ist. Sie möchte Zeeto retten und begibt sich deshalb mit ihm in den Bunker. Auch sie braucht Hilfe, den sie verwandelt sich immer öfter in ein gefährliches Tier.

Verlag: Knaur TB, Knaur eBook

400 Seiten, 14,99 €

ISBN: 978-3-426-52391-9 (Paperback)

Autoren: Judith C. Vogt, Christian Vogt

Judith Vogt absolvierte nach dem Abitur eine Lehre als Buchhändlerin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie hat bereits mehrere Romane bei Bastei Lübbe veröffentlicht. Christian Vogt ist studierter Physiker. Für ihren ersten gemeinsamen Roman, Die zerbrochene Puppe, erhielten Judith und Christian Vogt den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie “Bester deutschsprachiger Roman”. Das Ehepaar wohnt mit seinen Söhnen in Aachen.