Seit Ende der 90er Jahre unterstützen Bill und Melinda Gates die gleichnamige Foundation, die als grö0te private Stiftung soziale Projekte in aller Welt unterstützt. Melinda Gates schildert in diesem Buch ihre eigenen Visionen, die sie in ihrer Stiftung verwirklicht und noch verwirklichen möchte. Auch gibt sie erstaunlich private details aus ihrem engsten Familienleben, die diese Entwicklung prägten, preis.

Es ist die Rolle der Frau, die sie so viel Macht bescheren möchte, dass sie die Welt – im postiven Sinne – aus den Angeln hebt. Sie glaubt, dass gesundheitliche Prävention, wie Impfungen und medikamentöse Versorgung in den drei Ländern, in denen sich die Stiftungsich in großem Rahme betätigt, nicht ausreichen. Sie möchte die Welt verändern, indem sie verstärkt in Ländern, in denen den Frauen alle rechte vorenthalten werden, mit dem Geld, aber vor allem mit dem Geschick der Stiftung eine neue, gestärkte und selbstbewusste Perspektive für die Frauen schafft. Dabei setzt sie auf Gesundheit, Bildung, Aufklärung und vor allem auf Gleichberechtigung. Vieles von dem, was sie sich vorgenommen hat ist bereits auf einem guten Weg. Bezüglich der Familienplanung (die Frau soll selbst entscheiden, wann und wie viele Kinder sie möchte) gibt es durchaus positive Tendenzen. Durch Aufklärung und das Angebot von Verhütungsmitteln ist 120 Millionen Frauen das Recht auf Selbstbestimmung gegeben worden. Doch das allein reicht nicht aus. Melinda Gates begibt sich hinaus aus der symptomatischen Behandlung und kümmert sich um die Gründe. Die kausale Antwort dabei lautet – Bildung! Bei diesen Bildungsprogrammen liegt ihr Fokus auf jenen eingeschüchterten Mädchen, deren Kultur ihnen Unterwürfigkeit, Gehorsam und Sklaventum beibringt. Ein komplizierter Balanceakt, nicht nur gegenüber dem männlichen Teil dieser Kulturen. Das dies gelingen kann, bewiesen zwei Projekte. 1985 wurde in Bangladesch durch ein staatliches Projekt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Der Staat bot Familien finanzielle Unterstützung dafür, dass sie ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichten. Für Mädchen gab es eine Prämie bei einem Schulabschluss. Denn diese sollen künftig an Schulen unterrichten, und zwar ebenfalls nur Mädchen, sodass sie nicht gezwungen waren zu heiraten und in den Kreislauf einer unbezahlten Arbeit in einer Ehe gerieten. Auch Mexiko begann 1997 den Schulbesuch der Kinder zu finanzieren, damit sie nicht zur Arbeit aufs Feld geschickt wurden. Was mich persönlich stark beeindruckt ist, dass sie die konservative Entwicklung in westlich orientierten Ländern bezüglich der Freiheit und Gleichberechtigung der Frau sehr kritisch unter die Lupe nimmt. Während auf den Philipinnen Frauen und Mädchen kostenlosen zugriff auf Verhütungsmittel haben, verwehrt Donald Trump aktuell minderbemittelten weiblichen Bewohnern des eigenen Landes die großzügige, aber nicht uneigennützige Geste, die Obama einst einführte. Denn auch in Amerika ist die Bildung vom Wohlstand abhängig!

Hardcover, Droemer HC
320 S., 22,99 €
ISBN: 978-3-426-27792-8

Melinda Gates, geboren 1964, ist gemeinsam mit ihrem Mann Bill Vorsitzende der Bill & Melinda Gates-Foundation und setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Das Paar investierte beinahe sein gesamtes Vermögen in diese Stiftung, um Hilfsprojekte zum Beispiel im Bereich Gesundheit und Bildung auf der ganzen Welt anzustoßen. Zuvor hatte die studierte Informatikerin und Wirtschaftswissenschaftlerin Karriere bei Microsoft gemacht und sich später der Erziehung ihrer drei Kinder gewidmet. Melinda Gates lebt mit ihrer Familie in Seattle.