“Die Menschen verfügten über immense Macht und Weisheit, und doch wirkten sie ständig orientierungslos wie Kleinkinder, die Wasser traten und warteten, dass jemand ihnen zeigte, wo es an Land ging.“

Es freut mich ungemein, dass nach dem suchtpotentiellen „The Ark“ sogar nach „The Colony“ ein drittes Buch folgen wird. Das warten hat sich gelohnt. Auf prägnanter, manchmal überzogener Weise stellt Patrick S. Tomlinson das Amerika vor, das unter dem Vorwand von Patriotismus und Humanität, geschichtlich belegt, zu jeder Gräueltat bereit ist.

Die erde ist bedroht, ein schwarzes Loch ist dabei, sie zu verschlingen. Da das Ereignis absehbar ist, baut die amerikanische Regierung ein gigantisches Raumschiff – The Ark – auf dem ausgesuchte 50.000 Amerikaner Platz finden. Forscher finden heraus, dass der nächste für Erdlinge bewohnbare Planet sich in einer Entfernung befindet, die innerhalb von 250 Erdjahren überwunden werden kann.  Die Arche ist vergleichsweise großzügig ausgestattet und mit der neuesten Technik versehen. Fünf Generationen dauert die Reise nach Tau Ceti, dem neuen Menschheitsdomizil. Doch auf Tau Ceti gibt es bereits Leben, und zwar die intelligenten G’Tel, die ihren Planeten Gahia nennen. Als diese Neuigkeit ‚The Ark‘ erreicht, beschließt eine kleine Gruppe, das Unternehmern zu stoppen. Sie will verhindern, dass diese Leben durch die Menschen zerstört wird. Der Anschlag gelingt nicht wirklich. Jedoch 20.000 der Ark-Passagiere verlieren ihr Leben. Dass jedoch 30.000 überleben. Verdanken sie Detective Bryan Benson, der in letzter Minute die Zündung einer Atombombe verhindert. Seitdem gilt er als Held. Auf Gahia angekommen, widmet er sich nur noch seinem Hobby, American Football, er trainiert die Mannschaft. Seine Frau Esa, die er abgöttisch liebt, betreibt stattdessen für ihn die Verbrecherjagd. Auf der Ark befindet sich eine Gruppe unabhängiger Freiheitsfanatiker, die sich auf der 250 Jahre andauernden Fahrt erfolgreich dem Sicherheitssystem entzog. Auf Gahia angekommen, nehmen sie Kontakt zu den Ureinwohnern auf und freunden sich mit ihnen an. Ihre Anführerin ist eine junge, taffe Frau namens Mel. Die neue Siedlung der Menschen befindet sich weit entfernt von den Ureinwohnern. Selbst nach drei Jahren Siedlungsbau gibt es noch keinen Kontakt zu ihnen. Daher empfindet es die Regierung als Bedrohung, dass die Außenseitergruppe sich mit den G’Tel austauscht. Da Detective i.R. die Anführerin der Gruppe kennt, wird er dazu verdonnert, vor Ort die Sachlage zu klären. Die Begegnung mit den Ureinwohnern und der kleinen Menschengruppe, die sich dort schon integriert hat, wird für Bryan Benson zum Auftrag der ganz besonderen Art, bei dem er sowohl die Kultur eines neuen Volkes als auch die Gier seines eigenen Volkes kennenlernt!

Taschenbuch, Knaur TB
528 S., 10,99 €
ISBN: 978-3-426-52260-8

Patrick S. Tomlinson lebt und arbeitet in Milwaukee, Wisconsin. Wenn er nicht schreibt, arbeitet er an seinem neuen Bühnenprogramm als Stand-up-Comedian. “The Ark – Die letzte Reise der Menschheit” ist sein erster Roman.