„Verzweiflung war nur ein Wort, aber das Gefühl eine Welt, die ihre Bewohner immerzu folterte.“ Absurd, schräg! So, zunächst einmal nebenbei erwähnt, ‚Last Shot‘ ist eine literarische Meisterleistung. Einzigartig sind dabei die pittoresk anmutigen Figuren, die Hazel Frost in grotesken Handlungsabläufen staccatoartig auf die Bühne schickt. Eine brutal bizarre Geschichte im Tempo eines Düsenjets und angetrieben von der Liebe.

Dima ist hart im Nehmen. Er wächst mit seinen Zwillingsschwestern im Edelpuff seines Vaters in Berlin auf. Sein Vater, ein russischer Patriarch, regiert mit brutaler Gewalt. Seine Mutter nimmt sich deshalb das Leben, als Dima drei Jahre alt ist. Dima ist mit seiner Familie auf dem Weg nach München. Kurz vor dem Ziel bittet er um eine Pinkelpause. Der Vater parkt auf einem einsamen Rastplatz in den Bergen. Als Dima zurückkommt, ist die ganze Familie tot, hingerichtet per Kopfschuss. Doch die sechsjährige Tochter Mathilda ist unauffindbar. Panisch flieht er vom Ort des Geschehens und wird von einem schrägen Pärchen aufgelesen. Betty, eine fette, schrill geschminkte, ehemalige Bordellbesitzerin, die mit ihrem von Drogen zerfressenen, hirnamputiertem Freund in einer Limousine unterwegs ist. Schnell stellt es sich heraus, dass sie es nicht gut mit Dima meinen, deshalb übernimmt er kurzerhand das Kommando. Dimas Ziel ist es, seine Tochter zu finden. Die jedoch wird von Horst Horst, einem BKA-Beamten gefunden, der wegen der Morde an Dimas Familie ermittelt. Im Schlepptau hat er eine Kollegin, die eigentlich ihr Burnout in der Psychiatrie auskurieren müsste, doch sie ist uneinsichtig. Als Dima auf das ungleiche Paar trifft und Mathilda entdeckt, trift er auch auf sie – November – die Liebe seines Lebens und Mutter seiner Tochter. November (aka Lisbeth Salander), die jahrelang als Zwangsprostituierte im Bordell seines Vaters arbeitete, war plötzlich verschwunden, geflohen aus dem Bordell, nachdem ihre Mutter von Dimas Vater getötet wurde. Im Schlepptau von November befindet sich ein Rettungsassistent, den sie kurzerhand samt Rettungswagen gekidnappt hatte. Auch er ist November schon nach kurzer Zeit verfallen. November hat Dimas Familie aus Rache getötet, doch ihr Ziel ist es mit ihrer Tochter und einer von Dimas Vater erbeuteten Geldtasche, ein neues Leben zu beginnen. Offenbar stehen sich hier drei skurrile, unterschiedlich motivierte Gruppen gegenseitig im Weg. Um ihre Zeile zu erreichen, sind sie zu allem bereit und liefern sich dabei absurde Gemetzel, die nur wenige Überlebende übrig lassen.

Klappenbroschur, Droemer TB
368 S., 14,99 €
ISBN: 978-3-426-30642-0
Hazel Frost, Jahrgang 1971, studierte Anglistik und Philosophie, sortierte Wühltische in Kaufhäusern, verkaufte Paketreisen und Versicherungen. In Frankreich führte sie Meinungsumfragen durch, in den Vereinigten Staaten verschrieb sie sich dem Clogging, und in Deutschland moderierte sie eine Live-Sendung im Fernsehen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in der hessischen Provinz.