Ein Interview von Christina Angrabeit

Das aus Doncaster (UK) stammende Trio gründete sich Ende 2014 bevor es nach Manchester zog. Mit einer Mischung aus politischem Punk und psychodelischer Lyrik gelang es dem Sänger und Gitarristen Thomas Haywood, dem Bassisten Charlie McGough und Drummer Matthew Neale 2017 die britische Musikwelt zu erobern. Ihr Debütalbum „Columbia“ wurde von Gavin Monaghan produziert und im Herbst 2018 in Großbritannien veröffentlicht.

Es ist noch nicht allzu lange her, dass ihr auf dem ,,SXSW Festival” in den USA gespielt habt. Wie war es dort und welche Eindrücke hattet ihr?

TH: Es war eine wundervolle Erfahrung, ein Highlight für uns bisher und etwas, was wir gerne wieder erleben möchten. Viele Leute fragen uns, wie wir bei dem amerikanischen Publikum angekommen sind, aber aufgrund der Menge an Leuten aus der Musikindustrie während des Festivals ist es schwer zu sagen. Das Publikum war jedoch aufgeschlossen, so dass wir mit dem Verlauf zufrieden sind.

Wie habt ihr euch kennen gelernt und was hat euch dazu motiviert eine Band zu gründen?

MN: Wir kamen alle in der Secondary School zusammen. Es gab nicht viele dort, die ein echtes Interesse daran hatten, gemeinsam Musik zu machen. Man könnte also sagen, dass wir von dieser Tatsache zusammengehalten wurden. Als wir alle etwas älter wurden, fühlte sich die Zeit genau richtig an, eine Band zu gründen. Wenn du so eine große Leidenschaft für Musik hast, so wie wir es haben / hatten unsere eigene Band zu gründen, ist das ein logischer und natürlicher Schritt. Ich denke, dass alle Musikliebhaber diesen Traum in irgendeiner Form haben. Wir haben das Glück, dies zu leben.

Die schwarze Gesichtsbemalung auf dem Frontcover eures Debütalbums „Columbia“ trägt Thomas auch in den Musikvideos „Gonna Get Through“ und „Brave New World“. Wer hatte die Idee zu dieser Bemalung? Und symbolisiert diese etwas für euch?

TH:  Das Konzept symbolisiert gewissermaßen einen Charakter, den wir uns als ,,Johnny Dream” ausgedacht hatten.  Es ist schön, einen Charakter zu haben, der die Erzählung auf ,,Columbia” verkörpert. Was die Farbe selbst symbolisiert, da sind wir uns nicht wirklich sicher. Es ist jedoch aufregend, welche Abschnitte du durchläufst, wenn du während der Show physisch zu jemand anderem wirst.

Warum habt ihr euer Debütalbum „Columbia“ genannt? Gibt es dazu eine Hintergrundgeschichte?

CM: „Columbia“ bezieht sich auf die Vorstellung von einer „neuen Welt“. Offensichtlich hat uns das Album in dystopische Sprache und Themen gehüllt. „Columbia“ fühlte sich als ein passender Titel an, um diesen Begriff der Dystopie zu vermitteln.

Ihr seid seit zwei Jahren ohne Unterbrechung unterwegs, habt live gespielt und wart im Studio. Möchtet ihr da nicht manchmal eine Pause machen?

MN: Um ehrlich zu sein, verabscheuen wir lange Pausen, da wir uns dann langweilen und anfangen, keinen Sinn zu sehen. Trotz ,,SXSW” und ein paar Reisen nach Europa hier und dort hat sich dieses Jahr unerträglich langsam angefühlt, wenn man sich anschaut, was andere Bands machen. Aber mit der Zeit werden die Shows größer, die Geduld und das Zähne zusammenbeißen wird sich hoffentlich auszahlen.

Ihr seid noch sehr jung und hattet viel Glück. Habt ihr diesen Erfolg des Debütalbums erwartet?

CM: Sicher nicht, wie du schon sagtest, wir hatten Glück. Von Zeit zu Zeit haben alle Glück, es kommt nur darauf an, was man daraus macht, und ich denke, wir sind alle sehr zufrieden mit dem, was wir aus unserem gemacht haben.

Habt ihr schon ein zweites Album in Planung? Wenn ja, wird es wieder so kritisch werden?

TH: Album Zwei ist sehr weit fortgeschritten. Wir haben im letzten Sommer mit dem Schreiben begonnen und tun dies bis heute. Um kritisch zu sein, muss man sich auf die Welt um sich herum einstellen können; Apathie ist eine sehr gefährliche Sache, und wir entschuldigen uns nicht dafür, kritisch zu sein.

Eure Musik ist von Leonard Cohen und George Orwell beeinflusst. Was fasziniert euch an beiden?

Alle: Wenn du beide zusammenfassen möchtest, beide sind unglaubliche Geschichtenerzähler. Das Lesen von Orwell’s „Nineteen Eighty Four“ verändert das Leben und das ist keine Übertreibung. Auch wenn sie nicht so berühmt sind wie dieser Roman, können seine Essays unglaublich inspirierend sein und seine Zeit in Spanien während des Bürgerkriegs ist faszinierend. Cohen braucht keine ausführliche Erklärung, damit man sein Lebenswerk hören will; und es ist wirklich ein Lebenswerk, das ist nur einer der vielen Aspekte, die so inspirierend an ihm sind; und die Art und Weise, wie er  es bis zu seinem Tod geschafft hat unglaubliche Arbeiten zu kreieren. Es scheint, dass alle großen Künstler dies auf irgendeine Weise tun, David Bowie, Townes Van Zandt, Joe Strummer, Lennon … Nick Cave und Bob Dylan werden zweifellos dasselbe tun. Das ist etwas, was wir alle zur Kenntnis nehmen müssen.

Eurer Album ist sehr politisch. In euer neuen Single ,,Rat In A Cage“ gibt es jedoch noch Hoffnung für die Menschheit. Glaubt ihr, wir können es zum Guten wenden? Oder ist es bereits zu spät?

CM: In einer Gesellschaft wie heute ist es schwierig sich nicht auf das Negative zu fokussieren, da diese zu oft ihr hässliches Gesicht zeigt. Mit „Rat“ war es ein Versuch, die Menschen dazu zu bewegen, zu handeln und zu betonen, dass durch kollektives Handeln dauerhafte Veränderungen erreicht werden können. Da es zu spät ist, will das sicherlich niemand hören. Es scheint jedoch, dass wir uns an einem entscheidenden Punkt in der Geschichte befinden, an dem dringender Handlungsbedarf besteht. Sowohl das politische als auch das wirtschaftliche System müssen ernsthaft aufgerüttelt werden. Nur wenn dies geschieht, werden die wirklichen Probleme der Welt angegangen.

Vielen Dank für Eure Zeit und das Interview.

https://www.youtube.com/watch?v=pE7XYARg53w

https://www.youtube.com/watch?v=62IdQvPkgIg

https://www.youtube.com/watch?v=gelNwHwJMjg

https://www.youtube.com/watch?v=ONCYJnCcPKg

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Urheber der Pressebilder ist Sam Crowston