Er ist ein außergewöhnlicher Musiker mit einem außergewöhnlichen Auftreten, soviel steht schon mal fest. 2015 fiel mir Galen das erste Mal auf, als er seine Musik zum Download über Facebook anbot. Und schon dieses Debütalbum „Plugged In“ hat mich überzeugt, diese Mischung aus funkigem Jazz mit einigen Spritzern Blues klang einfach überzeugend, vor allem für ein Debüt.

Nun bringt Galen Weston ein weiteres Album auf den Markt, dass der aus Toronto stammende Gitarrist so beschreibt: „The Space Between represents the moment in time between the release of Plugged In and the present. A snapshot of a musical journey that continues on. “

Wie auf dem 2015 erschienen Debütalbum hat Galen mit dem Altsaxofonisten Richard Underhill, dem E-Bassisten David Woodhead, dem Pianisten Matt Horner und dem Drummer Al Cross eine erstklassige Truppe dabei, um eine Mischung aus Balladen, Blues, Rock und Jazzrock einzuspielen. So steht es auch in Begleittext zum Album: „The secret weapon in Weston’s group remains his indelible hookup with fiery saxophonist Underhill. Their blistering unison lines and passionate call-and-response exchanges create a kind of visceral excitement in concert. “ Weston lässt sich mit nachstehenden Worten über seinen Saxofonisten aus: „Rich can just let a note scream, and there’s nothing I like to do more than doing just that. So the chemistry is really good between us.”

Das Album fängt in Chicago bei Nacht („Chicago Nights“) an, eingeführt von Richard Underhill (alto sax) und Lou Pomanti (organ), ehe dann die thematischen Linien von Galen Weston bestimmt werden. Und im Hintergrund brilliert die Orgel, die wir auch in einem Solo erleben. Nachfolgend lässt George Koller die Saiten seines Basses schwirren. Und die Botschaft von Galen Westondabei lautet, ‚Shake, shake your bones‘! Es folgt feinster Funk mit „New Funk Tune“. Abwechselnd führen Underhill und Weston durch die Nummer, die Gitarrensaiten werden dabei bis an die Grenze beansprucht. Matthew Horner (piano, keyboards) und Al Cross (Drums) haben einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass die Nummer rund ist und in jeder Phase überzeugt. Im Anschluss daran folgt „Elements“ und Westons schmachtende E-Gitarre, die mich immer wieder an die großen Gitarristen der 70/80er erinnert.
Beinahe balladenhaft klingt dann „Skyline“, „Embrace“ hingegen lässt wegen der beinahe als klassisch zu bezeichnenden, sehr lyrisch angelegten Gitarrensequenz aufhorchen. Schon der Name des folgenden Stücks, „Alstarz Funk“, impliziert Funk von A bis Z. Alles ist bei diesem Titel auf Galen Weston und seine Gitarrenriffs ausgerichtet. Überzeugend ist auch das fein angelegte Tastenspiel von Matthew Horner. Dem Zyklus des Lebens widmet sich die Band zudem und das gleich zweimal, nämlich mit „Cycle of Life Part 1“ und „Cycle of Life Part 2“. Nachhaltig bestimmt dabei das forsche und frech aufgelegte Altsaxofon, wohin diesmal die musikalische Reise geht. Bei „Tides“ schwingen auch ein wenig Folk und Country Music mit. Abgerundet wird das Album mit einem Song von Johnny Mandel namens “The Shadow of Your Smile”, auch bekannt als “Love Theme From the Sandpiper“.

Nun, Galen Weston lässt sich schwer in ein Genre pressen, seine Musik ist vielschichtig, am ehesten ließe sie sich als jazz rock mit funkigen, bluesigen und folkigen Einflüssen beschreiben, aber die Einordnung wird dem Hörer/ der Hörerin egal sein, den das Album klingt einfach gut und das Zuhören wird zum Genuss.

Besetzung

Galen Weston guitar
Richard Underhill alto sax
Matthew Horner piano, keyboards
Lou Pomanti organ (1)
Fred Simon keyboards (4, 10)
George Koller bass (1, 7, 12, 14)
David Woodhead bass
Al Cross drums
Michel Medrano Brindis percussion

https://www.youtube.com/watch?v=db5Od0QGoGE

www.galenweston.org