Zwar steht Thriller unter Veit Etzolds Buch „Staatsfeind“, der Inhalt jedoch ist so brutal nah im Hier und Jetzt angesiedelt, dass sich sicherlich jeder Leser vor dem 9.11.19 fürchten wird. Super inszeniert!

Berlin, 2018/19. Im deutschen Volk brodelt es und zwar gewaltig. Während der letzten 30 Jahre der ‚Wiedervereinigung‘ sinken die Reallöhne, steigen die Preise, versinkt der Nah- und Fernverkehr im Chaos, herrscht Fachkräftemangel, werden in allen Bereichen Stellen gestrichen(trotz höherem Arbeitspensum) und wird das Land durch hohe Einwanderungszahlen aus den Kriegs- und Krisengebieten Afrikas und des Nahen Ostens auf die Zerreißprobe gestellt. Merkels Durchhalteparolen wie ‚Weiter so‘ und ‚Das schaffen wir‘ wirken auf das Volk wie glatter Hohn. Die Terroranschläge von einigen wenigen Jihadisten, die als Flüchtlinge getarnt einreisten, bringen das Fass – trotz der um ein Vielfaches höheren Anzahl der Terrorakte von Rechtsextremisten – bringen das Fass zum Überlaufen. Während viele andere Länder einen passabel funktionierenden Staats- und Zivilschutz besitzen, versinken die Berline Staatsorgane in einem Wirrwarr von Zuständigkeiten und sind oftmals bis in die Spitze von Rechtsextremen unterwandert. Nach dem Debakel des Staatsschutzes bei der Machtergreifung durch Hitler wurde es in der neuen Republik für sinnvoller gehalten, keine zentrale Stelle, die die Sicherheit koordiniert zu errichten, aus Soge vor Amtsmissbrauch. Das jedoch macht Deutschland extrem angreifbar von innen und von außen. Staatsschutz, Verfassungsschutz, MAD agieren sehr oft unabhängig voneinander mit fatalen Folgen, wie beispielsweise das NSU – Kapital anschaulich darstellt.

Berlin 2018. Auf den Innenminister und seinen Sekretär wird ein tödliches Attentat verübt, ohne das es dazu ein Bekennerschreiben gibt. Kurz zuvor gab es einen verheerenden Terroranschlag auf zwei Botschaften in Berlin. Es gab unzählige Tote sowohl unter der Polizei als auch der Zivilbevölkerung. Iwo Retzick, Leiter des SEK, kann durch beherztes eingreifen verhindern, dass noch mehr Menschen sterben. Doch sowohl die SEK als auch die restliche Exekutive ist völlig angepisst wegen schlechter Bezahlung, mangelhafter Ausrüstung und maroder Ausstattung, sowie fehlendem Respekt vor ihrer Arbeit. Anfang 2019 tritt ein früherer Kollege auf Retzick zu und bietet ihm einen Job der besonderen Art an. Er berichtet ihm, die vor wenigen Jahren gegründete Partei „Deutschland zuerst“ habe sich mit dem IS verbündet und plane den Sturz der deutschen Regierung. Der IS habe im Laufe der Jahre hunderte Kämpfer nach Deutschland eingeschleust, die den Sturz koordinieren. Der Gründer der neuen Partei und der IS wollten Deutschland wieder teilen. Der kleinere Nordwesten Deutschlands werde islamistisch, währen der Osten und Süden ein ordentlich diktatorisch geführtes Land werden soll. Die Geldsumme, die Retzick geboten wird ist so verführerisch hoch, dass er zunächst einwilligt, den Putsch zu begleiten. Judith Richter vom LKA, die im Verlauf der Recherche einer Journalistin auf den geplanten Sturz aufmerksam gemacht wird, ist hilflos. Bei dem versuch Prävention zu betreiben, stößt sie bei ihren Vorgesetzten auf so massiven Widerstand, dass ihr schnell klar wird, dass diese zu den Eingeweihten gehören. Sie wird aus dem Verkehr gezogen und in die Psychiatrie eingewiesen. Der geplante Putsch soll am 30. Jahrestag des Mauerfalls stattfinden, dem 9.11.19 und zwar in Berlin. Es gelingt Judith, Kontakt zu Retzick aufzunehmen. Eindringlich redet sie ihm ins Gewissen. Doch kann der Putsch und die geplante erneute Teilung noch verhindert werden?

Taschenbuch, Droemer TB
464 S., 10,99 €
ISBN: 978-3-426-30668-0
Prof. Dr. Veit Etzold, geboren 1973 in Bremen, ist Autor von neun Spiegel-Bestsellern und gefragter Keynote-Speaker. Veit Etzold versteht es, komplexe Themen unterhaltsam und spannend aufzubereiten und zu einzigartigen Thrillern zu verarbeiten. Als Experte für Strategie und Storytelling hat er bereits zahlreiche internationale Unternehmen beraten. Er ist u. a. Mitglied der Atlantikbrücke und Global Bridges und lehrt zudem seit 2018 als Professor für Wirtschaftswissenschaften.