Bitterböse! Grady Hendrix bietet hier nicht nur exzellenten Horror, sondern vor allem auch eine Persiflage auf Amerikas gutbürgerliche Gesellschaft. Und das ist, wie er überzeugend darstellt, das eigentlich Böse.

Gretchen Lang und Abby River wachsen n den 80er Jahren in Charleston auf. Sie sind beide Einzelkinder und auf den ersten Blick „gut behütet“. Gretchen und Abby sind wirklich beste Freundinnen. Als Abbys Vater seinen Job verliert, beginnt für ihre Familie der wirtschaftliche Abstieg. Doch, da Abby eine ausgezeichnete Schülerin ist, erteilt die Privatschule, die Abby und Gretchen besuchen, ihr ein Stipendium. Abby und Gretchen gehen also ach fortan durch Dick und Dünn. Eines Tages, die beiden sind 16 Jahre alt, nehmen sie auf einer Party LSD. Von dem Tag an ist Gretchen völlig verändert. Abby glaubt zunächst, es seien Nebenwirkungen der Droge und macht sich Vorwürfe, denn auch Gretchens Eltern geben ihr die Schuld für Gretchens Zustand. Mit der Zeit entwickelt sich Gretchen zu einem durch und durch bösartigen Menschen, der nichts als Zerstörung im Sinn hat. Bei einer Schulveranstaltung lernt Abby eine Gruppe Exorzisten kennen, die im Namen Gottes Dämonen austreiben. Sie behaupten, Gretchen sei von einem Teufelsdämon besessen. Nachdem Gretchen es geschafft hat, das Leben ihrer Freunde heimtückisch zu zerstören, ist auch Abbys Leben durch ihre boshaften Attacken in Gefahr. Sie wendet sich an einen der Exorzisten, der ihr, auch wenn er noch sehr unerfahren ist, seine Hilfe anbietet. In ihrer Verzweiflung willigt Abby ein. Sie entführen Gretchen und bringen sie in das Ferienhaus der Langes. Dort fesseln sie Gretchen ans Bett und der Exorzist beginnt zunächst mit harmlosen Gebeten, die weder Gretchen noch den Dämon beeindrucken. Abby, die keiner Religion angehört, ergibt sich zunächst den Machenschaften des Exorzisten. Seine Methoden jedoch werden immer brutaler und er fügt Gretchen schlimme Verletzungen zu. Nur mit Gewalt kann Abby ihn daran hindern, das Martyrium fortzusetzen. Der Exorzist sieht ein, dass seine Fähigkeiten nicht ausreichen und gibt an, Hilf holen zu wollen. Als dieser jedoch nicht zurückkehrt, versucht Abby auf ihre Weise den Dämon aus Gretchens Körper zu vertreiben. Dafür benutzt sie all den Spirit, der sie und Gretchen in ihrem Leben begleitet hat – Musik, Kinofilme, Fernsehserien, Bücher. All das, woran die Beiden fest glaubten. Und siehe da, es funktioniert. Nach handfesten Schwierigkeiten mit der Polizei und Behörden können Abby und Gretchen endlich ohne Dämon ihre Freundschaft fortsetzen. Bis das der Tod sie scheidet.

Klappenbroschur, Knaur HC
384 S., 16,99 €
ISBN: 978-3-426-22690-2

Grady Hendrix ist ein Autor und Journalist, der für Variety, The New York Post und den Playboy geschrieben hat. Außerdem hat er einige Jahre an der Telefonhotline einer parapsychologischen Forschungsorganisation gearbeitet. “Horrorstör” ist sein erster Roman.