Sorry, ja schon wieder Markus Heitz. Doch der Kerl ist einfach gnadenlos gut und so verdammt vielfältig, dass Mensch einfach jedes Buch von ihm lesen sollte. In Sanctum beschreibt Heitz in gewohnter historientreuer Manier die intriganten Machenschaften der römisch-katholischen Kurie, sowohl im 18 Jahrhundert als auch zu Anfang des 21. Jahrhunderts.  Von rücksichtsloser Gier nach Macht getrieben, versetzt die Kirche mit brutalen Methoden das Volk in Angst und Schrecken, um die Kirchenbänke verlässlich zu füllen. Im 18. Jahrhundert waren diese Mittel noch wirkungsvoll, im 21. Jahrhundert jedoch scheinen die Menschen größtenteils erfolgreich immun gegen drohende römisch-katholische Hand Gottes zu sein. Das Tier in dir zu bekämpfen, so predigt die Kirche seit fast zwei Jahrtausenden sei der Wille Gottes.

Doch die Tierchen, die in ‚Sanctum‘ beschrieben werden sind Wandelwesen, die in unterschiedlichen Formen gerne mal bei Vollmond ihr Unwesen treiben. Wer diese Attacken überlebt, wird, ob er will oder nicht, selbst zur Vollmond-Bestie. In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts macht sich der Jäger Jean Chastel einen Namen. Er bezwingt zwei Wandelwesen, die in seinem heimischen Wald zahlreiche unschuldige Menschen bestialisch getötet haben. Tragischerweise war einer der Beiden sein Sohn, der von dem jungen Comte de Moranpies gebissen wurde. Jean ist der Meinung, dass, wenn der Comte stirbt, die Menschheit befreit sein würde von den brutalen Übergriffen. Die Spur des Comte führt ihn nach Rom. Gregoria, eine engagierte Äbtissin des Ordens „Das Blut Jesu“ und seine heimliche Liebe unterstützt ihn bei der Jagd auf den Comte. Die Recherchen der Beiden ergeben jedoch, dass es nicht nur in Europa, sondern sogar weitere verbreitete Ansammlungen dieser Bestien gibt. Aber es gibt Hoffnung auf eine Heilung der armen Seelen, die ungewollt zu Wechselwesen wurden. Sanctum, eine Essenz hergestellt aus dem Blut Jesus, ist im Besitz des Ordens. Die Jagd auf den Comte gestaltet sich äußerst kompliziert. Mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Interessen und Motivationen scheinen den Conte ebenfalls zu jagen, jedoch nicht, um ihn zu töten, sondern aus Verehrung für ihn. Die größte Gefahr jedoch kommt aus dem vatikan. Die fanatischen Jesuiten möchten die Bestie fangen, um sie zu züchten und sie unter ihrer Order auf die Menschheit zu hetzen, um die Macht der Kirche zu festigen. Eric von Kastell, ein Nachfahre aus der Verbindung von Jean Chastel und der Äbtissin Gregoria, ist im Jahre 2004 in ähnlicher Mission in Rom unterwegs. Auch ihn unterstützt der Orden vom „Blute Jesu“. Eric ist das wandelwesen Dasein so satt. Mit enormer Anstrengung und Unmengen von Drogen versucht er an jedem Vollmond den Ausbruch der Bestie zu verhindern, leider nur mit mäßigem Erfolg. Das einzige Ziel, das ihn noch antreibt, ist es, zu verhindern, dass klerikale Strömungen in Rom sich die Stärke der Bestien zu Nutzen machen. Danach möchte er sich von der Bestie trennen.

Taschenbuch, Knaur TB

624 S., 12,99 €

ISBN: 978-3-426-63979-5

Markus Heitz, geboren 1971, studierte Germanistik und Geschichte. Er schrieb über 50 Romane und wurde etliche Male ausgezeichnet. Mit der Bestsellerserie um “Die Zwerge” gelang dem Saarländer der nationale und internationale Durchbruch. Dazu kamen erfolgreiche Thriller um Wandelwesen, Vampire, Seelenwanderer und andere düstere Gestalten der Urban Fantasy und Phantastik. Die Ideen gehen ihm noch lange nicht aus.