„Perry Rhodan“, dessen Abenteuer in einer Heftroman-Serie seit den 60er Jahre erscheint und auf über 3.000 sogenannte „Groschenhefte“ zurückblicken kann, erfreut sich immer noch einer wachsenden Anhängerschar, die immer dem nächsten Heft entgegenfiebert. Andreas Eschbach gehört nicht nur den gekrönten Häuptern von schriftbegabten Wissenschaftlern an, die für fetzige Fortsetzungen dieser Jahrzehnte andauernden und hoffentlich unendlichen Geschichte um Perry Rhodan sorgen, er teilt auch wie kaum ein anderer die Leidenschaft für Raumfahrt mit dem Helden. Er studierte Raumfahrttechnik, sicher in der Hoffnung, einmal selbst zu den Sternen reisen zu können. Deshalb ist er sicher prädestiniert, aus den bruchstückhaften und seltenen Informationen, die Perry Rhodan im Verlauf, der über 3.000 Episoden aus seiner Kinder- und Jugendzeit hat verlauten lassen, eine so grandiose Chronik zu verfassen.

Eingebettet in authentische, historische Begebenheiten schildert Eschbach Rhodans Lebenslauf von seiner Geburt 1936 bis ins Jahr 1975, als er erstmals das heimatliche Sonnensystem verlässt. Perry, der europäische (deutsch-französische) Wurzeln hat, verbringt die meiste Zeit seiner Kindheit in seinem Geburtsort Manchester, New England. Außer dem dramatischen Tod seiner damals zweijährigen Schwester, gibt es keine nennenswerten Tragödien, die sein junges Leben heimsuchen. Mit seinem besten Freund Larey, der aus einer aus dem Süden eingewanderten Familie ehemaliger Sklaven stammt, erkundet er die Welt, die ihn umgibt. Während Larey ihn mit Lupe ausgestattet auf die irdische Fauna fokussieren lässt, zieht Perry es vor, sich mit dem Teleskop dem Sternehimmel zu widmen. Sein Vater, der ein Elektrogeschäft betreibt und seine Mutter (Krankenschwester) unterstützen ihn liebevoll in seinem Hobby. Perry entpuppt sich als ein außerordentlich intelligentes, wissbegieriges Kind, dessen Leidenschaft, neben den Sternen, Bücher aller Art sind. Schnell stellt sich heraus, dass er eine angeborene Autorität besitzt, die es ihm ermöglicht zu führen. Doch Perry ist ein sehr zielgerichteter Anführer, dem es schon in jungen Jahren nicht um Macht geht, sondern um die Umsetzung von Zielen. Soziale Ungerechtigkeiten wie beispielsweise die damals noch herrschende Rassentrennung in Schwarz und Weiß, erzürnen ihn aufs Heftigste. Perry ist zwölf Jahre alt, als der Cousin seiner Mutter ihm vorschlägt, auf eine Militärschule zu wechseln. Perry stimmt zu, denn sein Ziel ist es, Pilot zu werden. Mit eiserner Disziplin beißt er sich durch drakonische Ausbildungsinstanzen. Bis e sich im Alter von 22 Jahren in die eichweite seines eigentlichen Ziels begibt, den Weltraum zu bereisen.

Parallel erklärt Eschbach detailliert die Entwicklung der Raumfahrttechnik. Von den Raketen aus dem zweiten Weltkrieg, die eigentlich dazu dienten, schwelende Löcher im Heimatplaneten z produzieren und der Zerstörung dienten, hin zu einer Energie, die der Menschheit stattdessen ermöglichte, sich von diesem Sandkorn Erde am Rande des Universums zu erheben und anzufangen, das Geheimnis des Kosmos zu ergründen. Rhodan sticht im Laufe seiner Ausbildung zum Astronauten, nicht nur durch überdurchschnittliche Intelligenz, Führungskraft und Empathie heraus, sondern auch durch seine Intuition und sein Reaktionsvermögen. Er ist ein sogenannter „Sofortumschalter“, unschlagbar bezüglich der Reaktionszeit. Und so widersetzt er sich schon in seiner Jugend in moderater Form jeder Art von Bevormundung und kämpft für Freiheit, soziale Gerechtigkeit und letztendlich für das Wissen. Er wehrt sich gegen profitbezogene Machtinteressen und gegen Unterdrückung und wird zu „unserem Helden Perry Rhodan“.

Fischer Verlag, Tor

Hardcover

848 Seiten, € (D) 25,00 | € (A) 25,70

ISBN: 978-3-596-70145-2

Andreas Eschbach war schon in jungen Jahren ein großer Perry-Rhodan-Fan und hat inzwischen sechs Gastromane über den Erben des Universums verfasst. Er studierte Luft- und Raumfahrttechnik, war in der EDV-Branche tätig und lebt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne. Sein Durchbruch gelang ihm mit »Das Jesus Video«, seither wurden seine Romane (»Eine Billion Dollar«, »Ausgebrannt«, »Herr aller Dinge«) sämtlich Bestseller. Sein Werk wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und im In- und Ausland mit Preisen ausgezeichnet.