Auf Bernard Minier ist Verlass, denn auch dieses Buch verkörpert den nackten Wahnsinn. Doch Miniers Wahnsinn trägt schöne Kleider. Stimmungsvolle Metaphern, Mahlers Musik und eindrucksvolle Landschaften verschmelzen brillant mit der spannungsgeladenen Handlung.

In einer kleinen Kirche Norwegens wird eine Frauenleiche gefunden, auf bestialische Weise ermordet. Kirsten Nigaard, jung, hübsch, intelligent und eiskalt übernimmt die Ermittlungen. Das Opfer ist Mitarbeiterin auf einer Ölbohrinsel. Bei der Durchsuchung der Bohrinsel findet sie Hinweise auf den vermeintlichen Mörder Julian Hirtmann. Einem der meistgesuchten Serienmörder, dem fünf Jahre zuvor auf spektakuläre Weise die Flucht aus der Hochsicherheitspsychatrie Frankreichs gelang. Kirsten findet zahlreiche Fotos des Toulouser Leiters der Mordkommission Martin Servaz und das Foto eines fünfjährigen Jungens. Doch am meisten beeindruckt sie ein Zettel, auf dem ihr Name steht. Sie reist nach Toulouse und nimmt Kontakt zu Martin Servaz auf, der sic gerade von einem Herzschuss mit anschließendem Koma zu erholen versucht. Als Servaz mit den Fotos konfrontiert wird, fühlt er sich voller Entsetzen an einen Fall erinnert, der ihn persönlich betraf. Fünf Jahre zuvor wurde seine damalige Freundin Marianne von Julian Hirtmann entführt Weder ihre Leiche noch Hinweise, dass sie noch lebt, wurden gefunden. Daher ist er mehr als bereit, Kirsten Nigaard bei der suche nach ihm zu helfen. Zunächst ermitteln sie die Identität des kleinen Jungen. Martin ist geschockt, der Name des kleinen Jungen lautet David Servaz. Verzweifelt versucht er zu ergründen, ob er möglicherweise der Vater des Jungen ist. Die beiden finden heraus, dass Julian Hirtmann sich rührend um den Jungen kümmert und vorgibt, sein Vater zu sein. Doch in Hirtmanns Paralleluniversum übt er immer noch sein vertrautes Handwerk als perverser, psychopatischer Serienmörder in einem gut funktionierenden Netzwerk aus, dass der polizei immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Doch Hartmann ist cool, er verabredet sich mit mit Martin. Nach dem, was er ihm berichtet, ist Martin tatsächlich nicht mehr in der Lage, ihn zu verhaften. Hartmann verkündet ihm, dass Martin tatsächlich Davids biologischer Vater aus der Verbindung mit Marianne sei. David ist schwer krank. Eine seltene Lebererkrankung, die zwingend ein lebertransplantat benötigt. Martin sei der Einzige, der als Spender in frage käme. Überrumpelt von all dem, stimmt er der spende zu. Hartmann gibt ihm die Anschrift einer österreichischen Privatklinik, in der schon alles für die Transplantation vorbereitet sei. Die Einzige, der er seinen Plan anvertraut, ist seine norwegische Kollegin Kerstin, die ihm vermeintliche Rückendeckung zusagt. Doch nach der erfolgreichen OP in Österreich überschlagen sich die Ereignisse. Nicht nur diverse Polizei-Instanzen, sondern auch Angehörige von Hartmanns früheren Opfern vermischen sich in einem beeindruckenden Showdown.

Klappenbroschur, Droemer HC
14,99,- €, 544 S.
ISBN: 978-3-426-28205-2

Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist im Südwesten Frankreichs, in den Ausläufern der Pyrenäen, aufgewachsen. Für seine Thriller wurde er mit zahlreichen renommierten Spannungsliteraturpreisen ausgezeichnet. Bernard Minier ist der bisher einzige Autor, dem der Prix Polar bereits zum zweiten Mal verliehen wurde. Monatelang standen „Schwarzer Schmetterling“ und „Kindertotenlied“ auf den französischen wie deutschen Bestsellerlisten Der Autor lebt mit seiner Familie in der Nähe von Paris.

www.bernard-minier.com