Gegründet in den 90ern von Olivier Perdrizat (Gitarre und Komposition) und Rosario Fullone (Drums), war Almøst Human ein paar Jahre später fast wieder in der Versenkung verschwunden, um 2008 wieder aufzutauchen, als Jan Peyer (Bass) der Band beitrat. Dieses produktive Line-Up wurde durch Chris Matthey (Gitarre), dessen Produzententalent der Band halfen, einen kraftvollen als auch filigranen Sound zu schmieden, komplettiert. Etwas später stieß Ben Pluss (Sänger) dazu, um mit seiner Verve und seiner einzigartigen Gesangsstimme den Songs Leben in Fleisch und Seele einzupeitschen.

Almøst Humans Musik pendelt zwischen Introspektive und Wutanfällen, Schwere und Besänftigung. Während sie sich über die metalüblichen Klischees (okkulte Symbole, Blut) lustig machen, macht sich die Band Gedanken über die menschliche Natur und dem Platz, den die Menschen einnehmen – oder einnehmen wollen – im Königreich der Tiere. Indem die besondere Technik des Extreme Metal mit der Energie der Rockmusik verbunden wird, konzentrieren sich Almøst Human im Großen und Ganzen auf Melodie und Emotionen.

Nach der Veröffentlichung der hochgelobten Debüt-EP “Ø” (2012), arbeitete die Band Ende 2014 mit den beiden Schweizer Komödianten Vincent Kucholl und Vincent Veillon von der Radio- und TV-Show „120 secondes“ zusammen. Außerdem komponierten sie Musik, die sie auch aufnahmen und mixten, für das Metal-Duo Black Lion Genocide aus dem Kanton Wallis. Die Band spielte auf der Hauptbühne des Paleo Festival 2015 mit Black Lion Genocide vor 40.000 Fans.

Almøst Human erstes Album „XS2XTC“ beinhaltet 14 neue Songs und wurde Ende November 2018 veröffentlicht. Die Platte stellt die Frage, ob das was wir sehen, die Realität ist, oder nur das, was wir sehen wollen, und besiegelt auch die Wiedergeburt der Band.

Das Growling im Wechsel mit clean Vocals schreckt mich nicht mehr und hier ist die Mischung ausgewogen und gelungen, was leider viel zu selten vorkommt. Die stakkatoartigen Riffs in Kombination mit dem Doublebass sorgen zudem dafür, dass ich durch den Drive eingenommen werde und dadurch großzügig über die schwere Verständlichkeit der Texte hinwegschauen kann. An Energie mangelt es hier auf keinen Fall. Die Balance innerhalb der einzelnen Lieder könnte noch ein wenig harmonischer sein, aber hier handelt es sich eher um Nuancen. Allerdings wirkt die Platte zwischendrin doch etwas langweilig, es fehlt die Abwechslung und Nuancierung zwischen den einzelnen Liedern, stellenweise hatte ich das Gefühl, dass das Album nur aus einem einzigen Lied besteht. Aber als Fazit bleibt,  Almost Human haben es geschafft mich durch ihre gut konstruierten Melodien und ihre unendliche Power für sich einnehmen.

Line-Up:

Olivier Perdrizat: Gitarre

Rosario Fullone: Schlagzeug

Jan Peyer: Bass

Chris Matthey: Gitarre

Ben Pluss: Gesang

Mehr Info:

https://www.facebook.com/almosthuman.ch/

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